Fledermaus-Winterquartier

Mainhausen: Weltkriegsbunker werden für Fledermäuse umgebaut

Däumling: Die winzige Fledermaus verschwindet fast in der Hand.
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Däumling: Die winzige Fledermaus verschwindet fast in der Hand.

Die Arbeitsgemeinschaft Fledermaus- und Amphibienschutz Seligenstadt und Mainhausen will vier Bunker für Fledermäuse zur Überwinterung herrichten.

Ostkreis – Die meisten Fledermausarten beziehen zum Winterschlaf geschützte Höhlen, alte Stollen und andere unterirdische Verstecke. Der Winterschlaf wird regelmäßig unterbrochen, um die klimatischen Bedingungen des Quartiers zu überprüfen.

Die Ansiedelung von Braunen Langohr-Fledermäusen ist einem Naturschutzverband bereits vor fünf Jahren in einem weiteren Bunker gelungen. Für die künftigen Einsätze an den Kriegsbunkern auf dem Gelände des ehemaligen Zellhausener „Luftwaffen-Einsatzhafens“ erhält die Arbeitsgemeinschaft von der Stiftung „Miteinander Leben“ eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 8. 000 Euro.

Bunker als Winterquartier für Fledermäuse in Mainhausen (Kreis Offenbach): Belüftung und Luftfeuchtigkeit wichtig

„Mit dem Umbau der Bunker in Mainhausen zu Überwinterungsquartieren für Fledermäuse leistet die Arbeitsgemeinschaft einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Wenn es gelingt, die klimatischen Rahmenbedingungen in den Bunkerräumen zu schaffen, bestehen ideale Voraussetzungen für die Ansiedelung“, sagt Landrat Oliver Quilling, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Miteinander Leben.

Wo AG-Experte Hartmut Müller über Fledermäuse informiert, hat er die ganze Aufmerksamkeit seiner Zuhörer.

Damit die Fledermäuse die Räume unter der Erde als Winterquartier akzeptieren, muss die Belüftung stimmen und die Luftfeuchtigkeit bei rund 90 Prozent liegen.

Die AG verteilt deshalb eine Sandschicht auf dem Boden, um die Verdunstung der Feuchtigkeit in der Fläche zu ermöglichen. Regenwasser wird aufgefangen und durch ein Loch in der Decke ins Bunkerinnere geleitet. Außerdem dienen Steine mit Spalten an der Decke als Versteckplätze.

Stahltüren als Zugang zum Fledermaus-Quartier: Arbeit an Bunkern im Kreis Offenbach ab Sommer

Der Zugang zu den Bunkern wird über verschließbare Stahltüren ermöglicht. Die Erd- und Betonarbeiten sowie der Einbau der Bunkertüren sollen extern vergeben werden. Die übrigen Arbeiten, die im Sommer beginnen sollen, will die Arbeitsgemeinschaft in Eigenleistung erbringen.

Die Stiftung Miteinander Leben fördert gemeinnützige Projekte (Bildung, Erziehung, Völkerverständigung, Jugend- und Altenhilfe, Kunst und Kultur sowie Naturschutz), die im Interesse der Bürger im Kreis Offenbach liegen müssen. Vorrang haben dabei solche, die nicht zu den regulären Aufgaben der Verwaltung gehören und bei denen sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Die Zuschüsse dienen als Anschubfinanzierung. (Michael Hofmann)

Anträge auf Zuschüsse sind schriftlich an die Stiftung Miteinander Leben, Geschäftsführer Markus Härtter, Werner-Hilpert-Straße 1 in 63128 Dietzenbach, zu richten. Weitere Infos unter Tel. 06074 8180-5404.

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