Unterdeckung von 115 000 Euro

Mainhausen passt Abfallsatzung an: Grundgebühren steigen

Bleibt in Mainhausen weiter kostenfrei: Die Entsorgung des Papiermülls. Auch die Sperrmüllabfuhr ist bereits in den Grundgebühren enthalten.
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Bleibt in Mainhausen weiter kostenfrei: Die Entsorgung des Papiermülls. Auch die Sperrmüllabfuhr ist bereits in den Grundgebühren enthalten.

Ebenso wie die Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung haben auch die Mainhausener Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig eine Anpassung der Abfallgebühren zum 1. Januar beschlossen.

Mainhausen – Die Maßnahme wurde notwendig, da sich seit der letzten Anpassung im Jahr 2017 die Kosten für die Abfallentsorgung erheblich gesteigert haben. Das kommunale Abgabengesetz sieht im Bereich der Abfallentsorgung Kostendeckung vor, genauso wie bei den Abwassergebühren. Dies bedeutet, dass die Gemeinde bei der Gebührenerhebung weder Gewinne noch Verluste machen darf und die entstehenden Kosten weitergeben muss. Während die Gebühren für Frisch- und Abwasser im kommenden Jahr leicht sinken, erfahren die Abfallgebühren eine Erhöhung.

Der Saldo aus Über-/Unterdeckungen bei den Abfallgebühren liegt nunmehr bei 113 400 Euro. Dieser soll jeweils zu 50 Prozent in den beiden Kalkulationszeiträumen 2022 bis 2023 und 2024 bis 2025 ausgeglichen werden. Die Unterdeckung in Höhe von 56 700 Euro ist jeweils zu 50 Prozent je Jahr im Kalkulationszeitraum 2022 bis 2023 zu berücksichtigen. Somit ergibt sich ein jährlicher Gebührenbedarf nach Berücksichtigung der Unterdeckungen in Höhe von 890 600 Euro.

In die mehrseitige Kalkulation des beauftragten Büros sind alle Kostenarten, die im Zusammenhang mit der Abfallbeseitigung stehen, eingeflossen. Bei den europaweiten Ausschreibungen der Entsorgungsleistungen hatten sich beispielsweise wegen steigender Lohn- und Fuhrparkkosten deutliche höhere Beträge für die Gemeinde ergeben. Zu den Kosten für das Müllgefäß kommen die Kosten für die Abfuhr, die Deponierung oder Verwertung der unterschiedlichen Müllsorten.

Die Kalkulation ergab, dass bei den Leerungsgebühren der verschiedenen Restmüllgefäße kleinere Einsparungen für die Bürger entstehen. Die Entleerungsgebühren fallen daher in Zukunft durchschnittlich um drei Prozent geringer aus. Ganz anders verhält es sich bei den Grundgebühren, also der Gebühr für das vorhandene Müllgefäß. Diese steigen bei den Restmüll- (20 bis 47 Prozent) sowie weitaus markanter bei den Biotonnen, die bekanntlich zwei Jahre kostenlos waren. Bei den Biotonnen gibt es weiterhin keine einzelnen Leerungsgebühren, während die Leerung der Restmülltonnen detailliert erfasst wird.

Die im Januar zum Versand vorgesehenen Steuer- und Abgabenbescheide enthalten als Vorauszahlungen die neuen Gebühren bei den Müllgefäßen. Weiterhin wird anhand der im Jahr 2021 ermittelten Leerungen bei den Restmülltonnen die neue Gebühr für die Leerungen entsprechend festgesetzt.

Weiterhin kostenlos bleiben die Abfuhr der Weihnachtsbäume, die zweimalige Grünschnittabfuhr pro Jahr und die Entsorgung des Papiermülls. Auch die Sperrmüllabfuhr ist bereits in den Grundgebühren enthalten und wird nicht separat berechnet. Insbesondere diese Aspekte waren den Mitgliedern aus allen Fraktionen in der Abfallkommission wichtig. Unverändert können kostenlos Elektrogeräte und Kartonagen bei der Sammelstelle der Firma Höfling im Ostring in Zellhausen abgeben werden. (mho)

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