Eltern einigen sich mit Verwaltung der Einrichtung in Zellhausen

Mainhausen: Personelle Probleme in Kita Farbenland

Ein Bild aus guten Tagen, als fehlendes Personal bei der Kita noch kein Aufreger war. Das Vorjahresfoto zeigt die Verabschiedung einer Kollegin in den Ruhestand.
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Ein Bild aus guten Tagen, als fehlendes Personal bei der Kita noch kein Aufreger war. Das Vorjahresfoto zeigt die Verabschiedung einer Kollegin in den Ruhestand.

Am Ende standen eine friedliche Einigung und das Bekenntnis, gemeinsam für die Kinder der Kita Farbenland an einem Strang zu ziehen. Doch der Weg dahin war holprig und zeigt, wie sehr Mädchen und Jungen unter der Verquickung von Problemen in der Pandemie und personellen Differenzen leiden.

Mainhausen – Personell lief es in der Kita Farbenland alles andere als ideal, schreiben die Eltern in einer E-Mail an unsere Redaktion. Demnach hatte sich die ehemalige Leiterin Sabine Seliger schon vor etwa einem Jahr entschieden, die neue Kita Pusteblume im Kilianushaus in Mainflingen zu übernehmen. Mit ihr wechselten vier Erzieherinnen – laut Eltern ein Drittel des Farbenland-Personals.

Sabine Seligers Nachfolger Volker Friedl hat mittlerweile wieder gekündigt. Dem Vernehmen nach soll es Differenzen mit dem Pädagogen gegeben haben, von dessen Kompetenz die Kita aufgrund seiner 30-jährigen Berufserfahrung profitieren könne, wie es bei seiner Vorstellung im vergangenen August noch hieß. Doch soll er mit seinen Ideen bei einigen Kolleginnen nicht gut angekommen sein, auch soll er personelle Entscheidungen an der Verwaltung vorbei getroffen haben.

Die Eltern kritisierten vor allem das Fehlen von Bezugspersonen in der U3-Gruppe. Die Kleinen leiden unter den personellen Veränderungen, schildert eine Mutter (Name der Redaktion bekannt) in einem Gespräch. Sie berichtet von weinenden Kindern, die nicht mehr in die Kita wollen, die das Essen verweigern oder sich nachts im Bett wieder einnässen.

Ein pädagogisches Arbeiten sei aufgrund fehlenden Personals – hinzu kämen auch krank gemeldete Erzieherinnen – nicht möglich. Die Kinder würden letztlich nur beaufsichtigt. Das Personal arbeite an der Grenze der Belastbarkeit, auch bei den Erzieherinnen flössen schon mal Tränen.

Dreieinhalb Stunden haben Vertreter der Verwaltung und Elternbeirat bei einem Elternabend diskutiert, sagt Bürgermeister Frank Simon (SPD). „Der Dialog zwischen der Gemeinde als Träger und den Eltern war längst überfällig“, räumt der Rathauschef ein. Es sei gelungen, im Verlauf des Abends ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, „aber auch offen mit Kritik umzugehen und diese für die künftigen Planungen und Entscheidungen aufzunehmen“. Die Gemeinde habe auch „Entscheidungswege offenlegen“ können. Nun könne man „gemeinsam im Sinne der Kinder positiv nach vorne schaut“, zieht Simon ein positives Fazit. Es gelte, wieder zu geregelten Abläufen zurückzufinden und die fehlenden Personalstellen zu besetzen.

In diesem Zusammenhang weist Simon darauf hin, dass die Gemeinde Mainhausen seit Januar unter anderem eine Arbeitsmarktzulage anbiete, um potenzielle Bewerber zu binden. (Von Oliver Signus)

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