Ein weiteres Großprojekt

Mainhausen plant ein neues Wohngebiet in Zellhausen

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Auf dieser Fläche im Süden Zellhausens soll auf 83.000 Quadratmetern ein neues Wohngebiet entstehen.

Mainhausen - Die Gemeinde Mainhausen will ein neues Großprojekt in Angriff nehmen. Nachdem das Rathaus-Projekt „2 in 1“ in Vorbereitung ist, soll nun in Zellhausen ein neues Wohngebiet entstehen. Von Oliver Signus 

Der Haupt- und Finanzausschuss befasste sich in seiner Sitzung am Dienstagabend erstmals mit den Beschlussvorlagen. In Mainhausen ist das nächste Großprojekt in Vorbereitung. Nachdem das Ausschreibungsverfahren für den Rathausneubau („Projekt 2 in 1“) läuft, der Ausbau der Kita Panama begonnen hat und die Bauleitplanung für da ehemalige Manroland-Gelände in Mainflingen abgeschlossen ist, soll nun in Zellhausen ein weiteres Neubaugebiet entstehen. Wie Bürgermeisterin Ruth Disser mitteilt, ist es mit 83.000 Quadratmetern nur etwas kleiner als das derzeit in Mainflingen entstehende Wohngebiet „Mainfächer“. Dort wird auf rund 89.000 Quadratmeter gebaut.

Das neue Areal befindet sich im südlichen Teil Zellhausens: „Die Gemeindevertretung hatte bereits um Prüfung gebeten, wie die Flächen entwickelt werden können und wie die zeitlichen Perspektiven zu sehen sind“, so Disser weiter. Die Bürgermeisterin schätzt, dass bis zum ersten Spatenstich drei bis fünf Jahre ins Land gehen.

Ein weiteres Großprojekt könne die Verwaltung allerdings nicht alleine stemmen. Die Mitarbeiter seien mit den bestehenden Aufgaben komplett ausgelastet. Daher möchte die Rathauschefin einen externen Dienstleister suchen, der die Möglichkeiten zur Entwicklung der Gesamtfläche feststellt, die Kosten für öffentliche Bedarfsflächen, Entwicklung und Erschließung berechnet“, führt Disser aus. Die Fachleute sollen auch Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern führen. Immerhin gehe es um den Ankauf von 58 Grundstücken, die sich auf 95 Eigentümer verteilen. Auch die Bauleitplanung soll Aufgabe des Dienstleisters sein, sagt Disser mit Blick auf Immissions- und Artenschutz.

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„In Mainhausen herrscht eine hohe Nachfrage nach Bauland. Insbesondere einheimischen Familien, die sich hier entfalten und ihre Alterssicherung aufbauen wollen, kann derzeit in Zellhausen kein Angebot gemacht werden“, kommentiert SPD-Fraktionsvorsitzenden Kai Gerfelder die Pläne. Dazu komme der „enorme Druck“ auf den Wohnungsmarkt. „Wir haben deshalb die Verwaltung beauftragt, ein entsprechendes Konzept für die geplante Wohnbaufläche zu entwickeln“, so Gerfelder weiter, der die „schlüssige Entwicklungsperspektive“ lobt. Wichtig sei es der SPD-Fraktion, dass die Gemeinde die Steuerungs- und Gestaltungshoheit behalte und ein entsprechender Ausgleich zwischen Gemeinde, Eigentümern und Kaufinteressenten erzielt werde. „Bei der späteren Vermarktung wollen wir direkt mitentscheiden, uns an den gültigen Bodenrichtwerten orientieren und Spekulationen mit Bauland weitestgehend vermeiden“, betont Gerfelder. Im Vorschlag der Verwaltung seien diese Faktoren alle berücksichtigt.

Die CDU steht dem Projekt „durchaus positiv“ gegenüber, so Fraktionsvorsitzender Johannes Wegstein. „Diese Fläche war teilweise vor etlichen Jahren unter Bürgermeister Dieter Gröning bereits in der Diskussion“, erinnert er. Schwierig sei hingegen das Ansinnen der SPD, für die Umsetzung einen externen Dienstleister einzusetzen. „Es gab in anderen Kommunen erhebliche Probleme und viele Diskussionen“, begründet Wegstein seine Bedenken. Die Christdemokraten wollen daher „eine sehr detaillierte Prüfung, um die Interessen der Gemeinde und der Bürger zu wahren.“

Die UWG-Fraktion vertritt die gleiche Position wie bei der Entwicklung des Manroland-Geländes: „Es kann nicht Aufgabe einer Gemeinde sein, einigen Grundstücksbesitzern einen enormen Wertzuwachs zukommen zu lassen ohne Gegenleistung für die Allgemeinheit“, argumentiert Fraktionschef Gerald Wissler. „Wir benötigen günstige Grundstücke, die sich auch Einheimische aus normalen Familien leisten können.“ Daher müsse die Gemeinde die Kontrolle über das Areal behalten. „Ein weiteres ,Premium-Baugebiet’ wie den Mainfächer auf dem Manroland-Gelände brauchen wir in Mainhausen nicht“, betont Wissler.

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Die FDP-Fraktion spricht sich für die Erweiterung des Baugebietes in Zellhausen aus. Der Gemeinde lägen derzeit zahlreiche Anfragen für Baugrundstücke vor, sagt Fraktionsvorsitzender Paul Schröder. „Dies spiegelt die derzeitige Nachfragesituation deutlich wider und zeigt auch die Notwendigkeit für die Ausweisung weiterer Neubauflächen.“ Das Areal sei momentan die einzige Möglichkeit für Mainhausen, „ein weiteres qualitativ hochwertiges Wohnbaugebiet kurzfristig auszuweisen, da diese Flächen bereits im derzeit gültigen Regionalen Flächennutzungsplan zur Wohnbebauung vorgesehen sind“.

Positiv sei auch, dass keine weiteren Gewerbeflächen zugunsten von Wohnraum geopfert würden. Mit diesem Projekt sei Mainhausen auf dem besten Weg, als Premium-Wohnlage im Rhein-Main-Gebiet eine feste Größe einzunehmen. Dringend verbessert werden müsse das Angebot öffentlicher Verkehrsmittel. Nach wie vor seien zu viele Familien auf das eigene Auto angewiesen.

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