Beschauliche Kommune

Mainhausen wird 10.000-Einwohner-Marke vorläufig nicht knacken

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Das Neubaugebiet Mainfächer ist der Grund für den Anstieg der Einwohnerzahlen in Mainflingen.

Mainhausen – Dass Mainhausen als letzte Kommune des Kreises die 10.000-Einwohner-Marke knackt, ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Von Oliver Signus 

Das geht aus Untersuchungen und Zahlen zur Wirtschaftslage der Gemeinde hervor, die im kürzlich verabschiedeten Haushaltsplanentwurf für 2019 aufgeführt sind. Mainhausen wurde in die 136. Prüfung des Hessischen Rechnungshofes „Demografischer Wandel“ einbezogen. Stichtag für die Erhebung der Einwohnerzahlen im Bericht ist stets der 31. Dezember eines jeweiligen Jahres. Ende 2005 hatten 9186 Personen ihren Erstwohnsitz in Mainhausen angemeldet, 4081 in Mainflingen, 5105 in Zellhausen. Ab 2008 war die Zahl zunächst rückläufig, erreicht Ende 2012 mit 8927 ihren niedrigsten Wert in den vergangenen 13 Jahren. Am stärksten schrumpfte in diesem Zeitraum Zellhausen, dort lebten 200 Menschen weniger als sieben Jahre zuvor. In Mainflingen ging die Zahl der Einwohner mit 59 moderater zurück.

Seit 2013 klettern die Zahlen wieder stetig an. Die (derzeit noch geschätzte) Einwohnerzahl betrug zum Ende des vergangenen Jahres 9400, wobei Mainflingen von seinem Neubaugebiet Mainfächer profitierte. Während Zellhausen den Stand von 2005 mit derzeit 5080 Einwohnern noch nicht wieder geschafft hat, hat Mainflingen mit 4320 Menschen einen neuen Höchststand erreicht.

Neben den Neubaugebieten und der Verdichtung von Grundstücken durch neue Wohnhäuser in beiden Ortsteilen, die der Gemeinde einen Zuwachs bescheren, spielt auch der Zuzug von Asylbewerbern und Flüchtlingen eine Rolle. So ist in den kommenden Jahren eine weitere Steigerung zu erwarten. Mit 9924 Einwohnern scheint 2024 den Prognosen für den kommunalen Finanzplanungszeitraum zufolge aber der Zenit erreicht.

Den Ausführungen des Hessischen Statistischen Landesamtes zufolge sinkt in den Folgejahren ab 2024 die Bewohnerzahl „nicht dramatisch, aber stetig“. So zählt Mainhausen im Jahre 2030 voraussichtlich nur noch 9300 Einwohner. Das hat laut Untersuchung auch Konsequenzen für die Menschen vor Ort, denn sie müssen mehr Geld für Wasserversorgung, Abwasserentsorgung sowie gemeindliche Einrichtungen bezahlen. Eine Ausnahme sind wahrscheinlich die Kindergärten. Diese werden von weniger Drei- bis Sechsjährigen besucht, doch steigt die Nachfrage nach der Betreuung der unter drei Jahre alten Jungen und Mädchen.

Bilder vom „Mainhäuser Kindertag“ 

Allerdings räumt die Behörde in ihrem Bericht auch ein, dass es sich bei ihren Zahlen lediglich um einen allgemeinen Trend handele. Die Entwicklung der Einwohnerzahl sei allerdings auf Grund der geplanten - und von der Behörde nicht berücksichtigen - Neubaugebiete ebenso „völlig unklar“ wie die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge, die nach Mainhausen kommen sowie die Zahl Rückkehrer in ihre ursprüngliche Heimat.

Für Bürgermeisterin Ruth Disser ist das Übersteigen der 10.000-Einwohner-Marke nicht von Bedeutung. „Ich bin froh darüber, wenn wir eine beschauliche Kommune bleiben“, betont sie. Viel wichtiger sei ihr eine richtige Durchmischung der Altersstruktur.

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