Platz für den Magerrasen

Auf Gelände der Ex-Sendefunkstelle verschwinden Gebäude

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Ein Abrissbagger macht die Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Sendeanlage in Zellhausen dem Erdboden gleich. Die Arbeiten sollen bis April abgeschlossen sein.

Mainhausen - Mit dem Abriss der Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Sendefunkstelle in Zellhausen verschwinden auch die letzten Hinweise auf eine mehr als 60-jährige Ära. Ab 1949 wurden von dort Nachrichten, ab 1959 Zeitsignale gesendet. Von Oliver Signus 

Fast 20 Jahre ist es her, dass die Gemeindevertretung über einen Abriss der Sendefunkstelle in Zellhausen erstmals diskutierte. Nun verschwinden mit den Gebäuden die letzten Spuren auf dem Gelände, das seit 2008 den Status eines Flora-Fauna-Habitat-Areals (FFH) hat. Höchsten Schutzstatus genießt es, weil dort der seltene Magerrasen wächst. „Die Arbeiten sind im vollen Gange“, bestätigt Bürgermeisterin Ruth Disser, die den Fortschritt bei den täglichen Runden mit ihrem Hund beobachtet. „Der größte Teil der Gebäude ist inzwischen abgerissen.“ Bis Ende April sollen die Spuren der Anlage weitestgehend verschwunden sein. Obwohl der Antrag zum Abriss bereits im vergangenen Sommer gestellt worden sei, habe sich das Genehmigungsverfahren bis kurz vor Weihnachten hingezogen, so die Verwaltungschefin. Mit dem Abriss habe daher erst Anfang des Jahres begonnen werden können.

Vorzeitig aufgelöst hat die Gemeinde Mainhausen auch den ursprünglich noch bis 2065 bestehenden Erbbauvertrag mit der Telekom. Das Unternehmen sei über einen Projektentwickler auf die Verwaltung zugekommen. Disser bezeichnet die Vereinbarungen als positiv für die Gemeinde. So übernehme die Telekom die Kosten für den Abriss. Der Gemeinde entgingen zwar jährlich 1100 Euro Pacht, doch hätte das Entfernen der Gebäude nach Ablauf des Vertrages die Kasse der Kommune belastet. Die vorzeitige Auflösung habe der Gemeinde somit auch Geld gespart, ist Disser überzeugt.

Nach dem kompletten Abriss der Gebäude müssen die entstandenen Baugruben noch mit Sand verfüllt werden, damit sich entsprechend der naturschutzfachlichen Vorgaben „Magerrasengesellschaften“ entwickeln können. Auch der Asphalt des Zufahrtsweges wird entfernt, der Weg zu einem Forstwirtschaftsweg zurückgebaut. Das Tor und ein Teil des Zaunes sollen zum Schutz des Gebietes erhalten werden.

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„Nach dem Abschalten des Evangeliumsrundfunks und der Entfernung der Antennen vor einiger Zeit geht mit dem Abriss der Gebäude nun ein langes Kapitel zu Ende, das bei vielen Zellhäuser Bürgern zu erheblichen Problemen aufgrund der hohen Sendeleistung und der damit zusammenhängenden Belastung durch Elektrosmog geführt hat“, zeigt sich Disser erleichtert.

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