Fastnachtsumzug

Närrisches Finale bei Sonnenschein: Weniger Teilnehmer und gedrückte Stimmung in Zellhausen

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Die Fahnenschwenker hatten die Kobra stets im Nacken sitzen.

„So ein Sch. . . wetter“, flucht der Hippie mit der bunten Perücke. Und bevor ihm noch mehr Regen in die offene Bierdose läuft, stülpt er schützend die Lippen über die Öffnung und nimmt einen kräftigen Schluck. 

Zellhausen – Gestern kurz vor 14 Uhr spielte sich die Szene in Zellhausen ab, wenige Minuten später war alles anders: Wie im vergangenen Jahr schob die Sonne die grauen Regenwolken beiseite und präsentierte blauen Himmel zum Fastnachtsfinale.

Die fröhlichen Vogelscheuchen der Villa Kunterbunt

Dabei leidet der närrische Lindwurm im Ortsteil der kleinsten Kreiskommune bedauerlicherweise weiter unter Teilnehmerschwund. 31 Nummern waren es diesmal, vier weniger als im vergangenen Jahr. Auch an den Straßenrändern war noch reichlich Luft für Publikum. Mancher Narr ließ sich wohl vom schlechten Wetter abschrecken – und mag sich hinterher geärgert haben.

Die Herrscher der Zellhäuser Unterwelt

Und so gab es noch einmal ein Stelldichein der (Kinder-) Prinzenpaare, kunterbunte Fußgruppen und Motivwagen, die am Vortag bereits den Seligenstädter Rosenmontagszug bereicherten, flotte Sprüche zu ernsten Themen („Klimawandel stoppen, Bier muss kalt bleiben“), jede Menge Musik und Helau und nicht zuletzt Süßigkeiten, die kleine Bären, Maikäfer, Bienen, Tiger und was die Tier- und Fantasiewelt sonst so hergibt, von der Straße oder aus den Pfützen klaubten.

Die Zellhäuser Angler zeigen Herz für Amphibien.

Ein kleiner, bunter Zug, dem ein Tag nach den Ereignissen im nordhessischen Volkmarsen jedoch ein wenig die Unbeschwertheit abhanden gekommen zu sein schien.

VON OLIVER SIGNUS

Fotogalerie:

op-online.de

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