29-jähriger Mainhausener geständig

Einjährigen Sohn missbraucht und Filme im Internet angeboten

Darmstadt/Mainhausen - Ein 29-Jähriger aus Mainhausen missbraucht seinen einjährigen Sohn sexuell und filmt das Geschehen. Ein Bekannter revanchiert sich mit Filmen vom Missbrauch an seinen Töchtern. Der Angeklagte bestätigt gestern alle Vorwürfe der Staatsanwältin. Von Stefan Mangold 

Er wirkt blass, als ihn Beamte mit Handschellen auf dem Rücken in den Saal des Darmstädter Landgerichts führen. Die Gesichtsfarbe könnte seinem Aufenthalt im Knast geschuldet sein. Im September 2017 nahm die Polizei den Medienberater D. in seinen Büroräumen fest und beschlagnahmte die Rechner. Auf denen fanden sich 14 000 Dateien, die unter Kinderpornografie fallen. „Ja, ich will aussagen“, antwortet der Angeklagte dem Vorsitzenden Richter Jens Aßling. Zum Geständnis dürfte ihm sein Anwalt Christian Heinemann geraten haben.

Seinen ersten sexuellen Kontakt habe er als 20-Jähriger erlebt, mit seiner damals 18-jährigen Freundin, mittlerweile die Mutter seiner beiden Söhne. Mit 14 habe er angefangen, sich im Internet Bilder junger Mädchen zu betrachten. Als sexuelle Präferenz gibt er Mädchen zwischen zehn und zwölf Jahren an. Das passt jedoch nicht zum Alter der Töchter und Opfer seines noch nicht rechtskräftig zu 9,5 Jahren Haft verurteilten Tauschpartners aus Köln. Der hatte den Mainhausener nach seiner eigenen Festnahme der Polizei genannt. Die Töchter des Kölners waren zur Tatzeit vier und fünf.

Auf den Widerspruch spricht ihn Staatsanwältin Karin Ophaus an. Der Angeklagte erklärt, er habe perspektivisch gedacht, dass sich in ein paar Jahren vielleicht etwas ergebe. Der Kölner habe ihm angeboten, in Vorlage zu treten. Das Prinzip: Erst darfst Du meine Töchter, dann ich Deinen Sohn. Das habe er abgelehnt, so der Angeklagte. Beide Männer manipulierten die Geschlechtsteile ihrer Kinder und filmten sie dabei. Im Chatverlauf fand die Polizei zwar eindeutige Aufforderungen des Angeklagten an den Kölner, dazu korrespondierende Bilder jedoch nicht. Seiner Frau habe er von seinen pädophilen Fantasien zwar einmal erzählt, jedoch versichert, sich niemals an den Kindern zu vergehen.

Archivbilder

Mordfall Johanna: Bilder zum Prozessauftakt

Der Angeklagte spricht nie von „ich“, sondern immer von „man“, wenn er sich meint („Man ist da so hineingeschlittert“). Auch dann nicht, als er selbst zum Regisseur von Missbrauch wurde. „Und sie haben ihr eigenes Kind einem anderen als Wichsvorlage überlassen?“ fragt der Richter mit ruhiger Stimme. „Man hat das verdrängt“, lautet die Antwort. Erst jetzt im Gefängnis arbeite er mit der Seelsorgerin den Gedanken auf, welches Leid die Kinder für solche Bilder ertragen müssen.

Seine Frau verweigert die Aussage. Sie beantragte zwar das alleinige Sorgerecht, die Scheidung aber nicht.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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