„manroland“ verlässt Mainhausen

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Die Maschinen sind weg, ein paar Mitarbeiter räumen noch auf: Ende März schließt der Druckmaschinenhersteller „manroland“ sein Werk in Mainhausen endgültig. Dort endet eine 65-jährige Industriegeschichte.

Mainhausen/Offenbach (dpa) ‐ Die Maschinen sind weg, ein paar Mitarbeiter räumen noch auf: Ende März schließt der Druckmaschinenhersteller „manroland“ sein Werk in Mainhausen endgültig. Dort endet eine 65-jährige Industriegeschichte.

Die zuletzt knapp 280 Beschäftigten von „manroland“ in Mainhausen sind im Hauptwerk Offenbach untergekommen. Dort soll die bisher in Mainhausen gefertigte kleinste und die größte Bogendruckmaschine des Konzerns künftig produziert werden. Der Rückzug aus Mainhausen ist Teil eines Plans, mit dem das Unternehmen versucht, aus der Wirtschaftskrise zu steuern.

Zuletzt kämpfte „manroland“ mit Auftragseinbrüchen. Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 „werden wir nicht veröffentlichen“, kündigte die Leiterin Investor Relations, Andrea Bleesen, an. Im ersten Halbjahr 2009 soll aber der Umsatz um 30 Prozent eingebrochen sein. Trotzdem plant das Unternehmen die Übernahme seines Schweizer Konkurrenten Wifag. Eine Fusion mit dem ebenfalls angeschlagenen Marktführer Heidelberger Druck war im vergangenen Jahr gescheitert. Zwischenzeitlich habe im November der Mehrheitseigner, der Finanzinvestor Allianz Capital Partners, sein Kapital an „manroland“ erhöht, so Bleesen.

Für die „manroland“-Mitarbeiter in Augsburg, Offenbach und Plauen existiert ein Ergänzungstarifvertrag. Zusätzlich zur seit Herbst geltenden Kurzarbeit verzichten die etwa 2 200 Beschäftigten beim größten privaten Arbeitgeber Offenbachs dieses Jahr auf etwa zehn Prozent ihres Einkommens. IG-Metall-Sekretär Peter Wich fasst zusammen: „Es gibt kein Urlaubsgeld, keine Einzahlung zur betrieblichen Altersvorsorge und 70 Prozent weniger Weihnachtsgeld. Im Schnitt macht das 4 000 Euro weniger.“ Im Gegenzug wolle das Unternehmen auf 100 Kündigungen verzichten. Der zweitgrößte Druckmaschinenhersteller der Welt plant laut Wich 30 Millionen Euro zu sparen, zehn davon im Offenbacher Werk.

In Mainhausen endet eine 65 Jahre dauernde Industriegeschichte. 1945 gründete Erwin Grimm die gleichnamige Metall-Präzisionswerkstätte, die spätere „manroland“ war Hauptkunde. 1988 wurde der Betrieb an der Grenze zu Bayern als MAN Roland Mainhausen Teil des Druckmaschinenkonzerns.

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