Täter fuhr sein Opfer auch in den Kreis Offenbach

Missbrauchsspur führt nach Mainhausen

Polizeifahrzeug in der Dämmerung.
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Eine Spur im Missbrauchkomplex von Münster hat die Ermittler auch nach Mainhausen geführt.

Münster/Mainhausen – Der Missbrauchkomplex von Münster (NRW) zieht weite Kreise. Wie jetzt herauskam, führt eine Spur nach Mainhausen.

Im gestern zu Ende gegangenen Hauptprozess waren vier Männer zwischen 28 und 43 Jahren angeklagt. Ihnen wurde schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Der 28-jährige Hauptangeklagte Adrian V. aus Münster soll sich mit weiteren Tätern in einer Gartenlaube über Tage hinweg an den Opfern vergangen haben. Gestern wurden die Männer zu langen Haftstrafen verurteilt. Doch die Ermittlungen laufen weiter. Durch die Auswertung von Speichermedien geraten immer wieder neue Verdächtige ins Visier. Denn der Hauptangeklagte hatte den heute elfjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin auch anderen Männern im Internet angeboten. Für ein Treffen ist er mit ihm von Münster unter anderem nach Mainhausen gefahren.

Die Spur im Missbrauchkomplex Münster hat bis nach Mainhausen geführt

„Im Dezember 2019 wurde dort ein Kind von drei Männern missbraucht“, bestätigt Dr. Steffen Vahlhaus, Sprecher des Landgerichts Münster. Bei den Tätern handelte es sich demnach um Adrian V., den Mitangeklagten aus Hannover und einen weiteren Mann aus Hannover. Letzterer wurde bereits im Februar in einem anderen Prozess zu einer Haftstrafe verurteilt.

Tatort war eine Wohnanschrift in Mainhausen

Auch Mainhausens Bürgermeister Frank Simon erfuhr gestern, dass im Zusammenhang mit dem Missbrauchkomplex Münster auch seine Gemeinde genannt wird. „Ich habe direkt mit der Polizei gesprochen.“ Vermutungen, nach denen es um einen Tatort auf dem Campingplatz Mainflingen gehe, wiegelt er ab. „Es geht wohl um eine Wohnanschrift.“ Das bestätigt ein Sprecher der Polizei Münster: „Im vergangenen November wurde eine Wohnung in Mainhausen durchsucht und als Tatort identifiziert.“ Weitere Tatverdächtige als die bisher bekannten gebe es aktuell aber nicht. Warum es die drei Männer für die abscheuliche Tat nach Mainhausen zog, erklärt Gerichtssprecher Vahlhaus. Demnach hat der Mitangeklagte aus Hannover Wurzeln in Mainhausen. (von Julia Oppenländer)

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