Neue Hoffnung nach Flutkatastrophe

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Pfarrer Obiora Ike  J Foto: tku

Zellhausen - Pfarrer Obiora Ike aus Enugu (Nigeria) war kürzlich in Zellhausen zu Gast und nahm an zwei Gottesdienste des Missionskreises der Pfarrgemeinde Sankt Wendelinus teil.

Diese gaben dem Koordinator des Nigeria-Spendenprojektes erstmals seit zehn Jahren wieder die Gelegenheit, den Unterstützern des GAMB-Waisenhauses persönlich zu danken. Die Berichte aus erster Hand über die 20 Jahre gemeinsame Arbeit der Projektpartner waren sehr informativ. In seiner Predigt und bei einem Kaffeenachmittag für Spender, Paten und Interessierte ging Obiora Ike in fließendem Deutsch auf die besondere Situation des afrikanischen Landes ein: „In einem Land, das so groß ist, wie mehrere der größten europäischen Flächenländer zusammen, leben 170 Millionen Menschen, die 300 völlig verschiedene Sprachen sprechen und 1200 verschiedene kirchliche Gruppen beherbergen. Die Armut besonders vieler Kinder ist praktische Realität. Terroranschläge und Plünderungen sind an der Tagesordnung.“

Obiora Ike versucht dem Leben dieser Kinder mit dem GAMB-Waisenhaus Sinn und Orientierung zu geben. In 20 Jahren konnte 308 Kindern, auch durch die Unterstützung aus Zellhausen, eine neue Zukunft gegeben werden. Abgesehen von den 29 Kleinkindern, die derzeit im GAMB (Guardian Angels Motherless Babies Home) wohnen, sind diese Kinder an viele Familien vermittelt worden. Sogar ein schwer misshandeltes Kind, das beide Augen verloren hatte, fand eine neue Heimat – in diesem Fall in Deutschland. Doch haben mehrere Naturkatastrophen das Waisenhaus heimgesucht. Obiora Ike schickte Anfang Oktober 2013 Bilder vom Hochwasser-Schaden (wir berichteten). Die Stützmauer, die das Waisenhaus vor dem Fluss schützen sollte, wurde unterspült, stürzte ab und riss den Geflügelstall sowie den Raum für das Stromaggregat mit. Der Missionskreis hat schnell 10.000 Euro mobilisiert und über das kooperierende Kindermissionswerk Aachen nach Enugu überwiesen.

Die Wassermassen haben die unteren Stockwerke überflutet und irreparable Schäden angerichtet.

Der Schaden wurde behoben. Dann folgte eine zweite Flutkatastrophe, die ungleich heftiger verlief. Die mehrfach reparierte Stützmauer hielt nicht mehr stand, und die Kinder harrten wochenlang mit den Betreuungsschwestern und den geretteten Haustieren im zweiten Stock aus. Der begradigte Fluss breitete sich weiter aus, und schließlich kam die Nachricht, dass nun auch das Fundament des Gebäudes unterspült sei. Monsignore Ike berichtete per Mail, dass keine Alternative bleibe, als das GAMB an einen neuen Ort umzusiedeln. Die katholische Diözese Enugu hat einen neuen Bauplatz gestiftet. Der Neubau hat bereits begonnen. Noch harren die Kinder und Schwestern unter schwierigsten Bedingungen im teilweise zerstörten Gebäude aus. „Alle hoffen, dass diese Übergangssituation bald überwunden ist“, betont Ike. Dazu bedürfe es noch finanzieller Hilfe. „Diese neue Einrichtung wollen wir weiter unterstützen“, bekräftigen Diakon Dr. Edmund Eze und seine Frau Wiltrud für den Missionskreis Zellhausen. Auch die Sternsinger sammeln für dieses Projekt.

(tku)

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