Motorenklang als Schlaflied

Mainflingen - Der Schiffertag geht auf eine alte Tradition zurück, bei der Berufsschiffleute und Matrosen vor Weihnachten ihre Schiffe verließen, um mit ihren Familien an Land die Feiertage zu begehen.

Meist war der Main danach zugefroren, so dass daraus verlängerte Winterferien wurden. Diese Zeit nutzten die Kollegen mit ihren Familien für gesellschaftlichen Austausch – und auch heute noch stehen Gemeinschaft und Geselligkeit im Vordergrund.

„Was Gott schuf, was er gebaut, preist ihn laut!“ Diesen Nachsatz aus der musikalischen Liturgie ihres Dankgottesdienstes konnten die Mitglieder des Schiffervereins Sankt Nikolaus in Mainflingen sicherlich auch auf die mehr als 100 Jahre alte gelebte Tradition ihrer Vereinshistorie beziehen.

Und so feierte der Verein dieser Tage erneut den Schiffertag, der traditionell um das Dreikönigsfest begangen wird. Den morgendlichen Rundmarsch vom Bürgerhaus in die Pfarrkirche Sankt Kilian begleitete musikalisch das Orchester des Katholischen Musikvereins Zellhausen unter Leitung von Georg Braun.

Die Orgel spielte während der Messe Steffen Rupprecht, Pfarrer Bernhard Gugerel zelebrierte den Gottesdienst. Als „Pilger auf dem Weg im Leben mit einem fest umrissenen Ziel am Ende“ bezeichnete Pfarrer Gugerel die gläubigen Christen, was sich auch im täglichen Dasein der Schifferfamilien widerspiegele. Ihre Fürbitten richteten die Mitglieder auch an St. Nikolaus, den Schutzpatron der Binnenschiffer, und beteten neben Besatzungen, deren Familien, Wasserbauer und Wasserschutzpolizei auch für die Lehrer in den Schiffer-Kinderheimen, die eine große Verantwortung für die von ihren Eltern oft getrennt aufwachsenden Kinder haben. Die Segnung und Aussendung der Mainflinger Sternsinger fand ebenfalls in diesem Gottesdienst statt.

Bei der anschließenden Feierstunde im fahnendekorierten kleinen Saal des Bürgerhauses ehrte der Vorsitzende des Schiffervereins, Gerhard Stegmann, gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde Mainhausen, Hans-Joachim Funkert, langjährige und verdiente Mitglieder.

Die Seligenstädter Alfons Wiegand und Thorsten Rickert erhielten die Auszeichnung für 25 Jahre Vereinstreue. Jubilar Peter Pfriem konnte seine Urkunde nicht persönlich entgegen nehmen.

In seinem Rückblick auf die Zeit als junger Schiffsführer und Familienvater erinnerte sich Werner Stegmann vor allem an eines: „Solange der Schiffsmotor brummte, schliefen unsere kleinen Kinder seelenruhig weiter!“

Am Abend amüsierte sich die Schifferfamilie beim Schifferball im Bürgerhaus bei Musik, Tanz und guter Unterhaltung. Ausklingen ließen die Besucher den Abend in der Schifferbar. 

tku

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