Närrisches Dreigestirn nach Kölner Vorbild

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Mozarts „Kleine Nachtmusik“ inspirierte die „Crazy Schimmel Dancers“ zu einer anmutigen Choreographie.

Mainflingen (tku) ‐ Eine abwechslungsreiche Gala mit mehr als 150 Mitwirkenden boten die Karnevalisten der Sängervereinigung Mainflingen ihren Gästen beim Schimmelabend im ausverkauften Bürgerhaus.

Insgesamt boten die Aktiven ein fünfeinhalbstündiges fulminantes Programm. Nach der wohlgereimten Begrüßung durch den Präsidenten Harald Wiegand gab es im Beisein der beiden Gründungsmitglieder der SVM-Sitzungsfastnacht, Elly Müller und Josef Knies, ein Novum in der Sitzungsgeschichte. Unter Klängen des Spielmannszuges der TuS Froschhausen wurde das Geheimnis der Tollitäten, einer regionalisierten Version des Dreigestirns nach Kölner Vorbild, gelüftet: Als Prinz fungiert Holger I. (Drinhaus), den Schimmel verkörpert Thorsten I. (Pfister), und die „Seejungfrau“ stellt Christoph I. (Gast) dar. „Unterstützt uns und seid schlau, auf das Moaflinger Dreigestirn ein dreifach Helau!“, rannte das Dreigestirn beim schnell überzeugten Publikum offene Türen ein, wurde gefeiert und tauschte mit dem Präsidenten Orden aus. Danach reihten sich karnevalistisch hochkarätige Programmpunkte aneinander.

Mehr Bilder der SVM-Galasitzung

Schimmelabend der SVM

Mozarts „Kleine Nachtmusik“ inspirierte die „Crazy Schimmel Dancers“ unter Leitung von Anja Feldner und Claudia Knecht zu einer anmutigen Choreographie. Auch im zweiten Programmteil - vor dem Finale - zog diese Gruppe als Hexen noch alle Register ihres Könnens. Ein bärenstarkes Kinder-Fernsehprogramm bot der SVM-Kinderchor unter Leitung von Carina Weber, Beate Sommer, Ute Oftring und Dagmar Müller. Pippi Langstrumpf, die Biene Maja und Wickie wurden dabei ebenso farbenfroh wie stimmgewaltig dargestellt. Christian Hesse zeigte sich als musikalisch talentierter und gut informierter „Kirchturmhahn Kilian“, der als Protokoller Welt- und Ortsgeschehen persiflierte. Mit den Verursachern von Lebensmittel-, Klima-, Finanz- und Spendenskandalen ging er hart ins Gericht, kommentierte auch Bürgermeisterwahl und die Gemeindevorstandsvorhaben.

Einen großen Auftritt hatte der Junge Chor der SVM „Coloured Voices“ unter Leitung von Stefan Weih. Er setzte sich bei seiner Art von „Lumpensammlung“ kritisch mit Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn, Flavio Briatore oder Verona Pooth auseinander, aber auch Irans Staatspräsident Ahmadinedschad bekamen „sein Fett weg“. Seine Erlebnisse als begnadeter, preisgekrönter Sänger schilderte pointenreich Stefan Stegmann in seinem Vortrag. Fünf Mädchen der SVM-Kinderchorgruppierung „Drahtseil-Takt“ gaben anschließend ihr musikalisches Sitzungsdebüt: Julia Kampa, Sara Wolf, Franziska Grashof, Laura May und Anna-Lena Rupprecht präsentierten sich mit einer fetzigen Stimmungsrunde. Voll ins Schwarze traf auch der Büttenroutinier und Organisationschef der SVM-Fastnacht, Günther Knies. Als „Guggenmusiker“ verbreitete er zwerchfellerschütternd echten „Kokolores“.

Komische Schilderung von Eheerlebnissen

Nach der Pause nahm der närrische „Schimmelexpress“ wieder Fahrt auf. Die „Moa stromer“ eröffneten kurzerhand ihr Santorium: „Einer geht noch noi“. Bei dieser Gesangs- und Comedynummer „kümmerte“ sich Schwester Johanna alias Frank Heinzmann rührend um den „schwerhörigen Opa“ Günther Knies und die anderen „Heimbewohner“ Manfred Kratz, Norbert Hesse und Robert Steil. Reinhilde Windorf kam bei ihrem zweiten SVM-Büttenvortrag als „Lustige Witwe“ sehr gut an. Die komische Schilderung ihrer Eheerlebnisse wurde immer wieder von Beifalls- und Lachstürmen unterbrochen. Der Auftritt des SVM-Männerballetts „Moabrücke-Rappeler“ ganz in schwarz war eine Hommage an Leben und Werk von Michael Jackson. Die Leitung hatten Claudia Knecht und Anja Feldner. Himmel und Hölle in Bewegung setzten buchstäblich für ihren gemeinsamen Gesangs- und Showauftritt die „Moafähr-Ladies“ und „Mainfinken“ unter Leitung von Dirigent Werner Utmelleki: Nach einem „Probenunglück“ fanden sich die meisten Damen als Teufelchen und die Herren als Engelchen in entsprechenden Sphären wieder. Doch am Ende sahen auch Gott und Teufel ein: „Ein bisschen Spass muss sein!“.

Robert Steil als instinktsicherer Büttendauerbrenner hatte dieses Mal seine Urlaubserlebnisse aus der „Dom Rep“ mitgebracht.

Die Veranstaltung wird am 30. Januar um 19.11 Uhr an gleicher Stelle wiederholt.

Vier langjährigen Aktiven der SVM war an diesem Abend für ihre Verdienste die höchste zu vergebene Auszeichnung für Karnevalisten von der SVM zuteil geworden: Das Goldene Vlies erhielten Manfred Kratz, Rosi Henkel, Ute Oftring und Robert Steil. Rund 25 Instrumentalisten der „Fire Drums“ Mühlheim am Main gaben zum Ende des Programms mit stimmungsvoller Guggenmusik ihre Visitenkarte ab.

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