Tragreserven gehen zur Neige

Neubau für Mainbrücke der A45 geplant

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Hessischer Ortsname, aber unter bayerischer Verwaltung: Die Mainbrücke Mainflingen ist in die Jahre gekommen, die zuständige Autobahndirektion Nordbayern in Nürnberg plant einen Neubau.  

Mainhausen - Kuriosität im Grenzgebiet: Die A 45-Brücke von Hessen nach Bayern heißt „Mainbrücke Mainflingen“, obwohl sie in Bayern geführt und von dort aus auch betreut wird. Allerdings sind ihre Jahre gezählt. Von Michael Hofmann 

Die zuständige Autobahndirektion Nordbayern (Nürnberg) plant einen Brückenneubau. Warum ist die Banane krumm, warum heißt die Mainbrücke Mainflingen Mainbrücke Mainflingen? Während im ersten Fall die Antwort „Richtungswechsel hin zur Sonne“ lautet, müssen wir im zweiten passen. Und nicht nur wir. Zumindest konnten weder Hessen-Mobil noch die zuständige Autobahnmeisterei Hösbach bei Aschaffenburg oder gar die Autobahndirektion Nordbayern (Nürnberg) etwas zur Namensgebung beitragen. In der Tat kurios: Das Bauwerk der Autobahn A 45 quert den Main (Landesgrenze) auf Höhe des Mainhausener Ortsteils Mainflingen in Hessen, und endet im bayerischen Kleinostheim.

Da die Brücke in Bayerns Brückenstatistik geführt und auch von der Autobahnmeisterei Hösbach betreut wird, wäre der Name Mainbrücke Kleinostheim logischer. Aber Fehlanzeige. Begründung: keine! Selbst in der Gemeinde Mainhausen lassen sich keine harten, belastbaren Fakten eruieren. Doch hat die Verwaltung durchaus eine Vermutung. Demnach könnte Mainflingen damals, das heißt, im Zuge der Gebietsreform, den Namen beansprucht haben, „weil ja schon das Seligenstädter Dreieck, das ebenfalls auf Mainflinger Gemarkung liegt, damals nicht nach Mainflingen oder später Mainhausen benannt wurde.“ Vielleicht habe sich der Namens-Anspruch ja im zweiten Anlauf durchgesetzt.

Mit lediglich 14 Autobahnbrücken ist das Bundesland Hessen dem bayerischen Nachbarn himmelhoch unterlegen. Stolze 48 Brückenbauwerke stehen unter weiß-blauer Verwaltung. Netterweise hat Suzanne Braake von Hessen-Mobil, Straßen- und Verkehrsmanagement (Büro des Regionalen Bevollmächtigten Rhein-Main, Wiesbaden), Verständnis für die Brückennamenssuche der OP-Redaktion und sich umgehört. Fündig wurde sie bei der Autobahnmeisterei Rodgau. Deren Zuständigkeit „umfasst die Anschlussstelle Mainhausen und im weiteren Verlauf der A45 noch den Bereich bis etwa 50 Meter vor der Brücke.

Die Brücke selbst liegt in der Zuständigkeit der Autobahnmeisterei Hösbach in Bayern.“ In Hösbach hat Tobis Englert zwar das Sagen, er muss aber beim Brückennamen ebenfalls passen. Die Hösbacher übernehmen auf einem A3-Abschnitt sowie auf der A45 zwischen Alzenau und Mainhausen den sogenannten Straßenbetriebsdienst. Natürlich gebe es in bestimmten Fällen (Winter, Fahrbahnschäden) Zusammenarbeit mit den Rodgauer Kollegen, gleichwohl seien die Zuständigkeiten grundsätzlich getrennt, und die Brücke Mainhausen falle in die bayerische. In den vergangenen zehn Jahren, so erinnert sich Englert, habe es zwar keine größeren Reparaturen am Brückenbauwerk gegeben, aber er spricht von eingeschränkter Tragfähigkeit, erzählt von einem Neubauvorhaben.

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Markus Wagner vom Konstruktiven Ingenieurbau an der Autobahndirektion Nordbayern mit Sitz in Nürnberg, weiß es detaillierter. Ja, derzeit gebe es amtlicherseits „erste Vorüberlegungen“ für eine neue Brücke: „Da sind wir aber ganz am Anfang.“ Gezwungenermaßen, denn „zahlreiche Risse“ seien entdeckt worden, auch, „dass die Tragreserven nach 40 Jahren dem Ende zugehen.“ Wagner erzählt von „Lastmodell“, von Tragekapazitäten und veränderten Vorschriften - alles zu Lasten der Mainflingener Brücke, bei deren Bau Mitte der 70er Jahre wichtige Aspekte wie Temperatur noch keinerlei Rolle gespielt hätten. Nach Planungsgenehmigung, so skizziert Wagner grob die weiteren Schritte, komme ein Planfeststellungsbeschluss, ein Staatsvertrag und schließlich die Abstimmung mit dem Bundesland Hessen, wer die Betreuung übernimmt.

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