Platzkontingent ausschöpfen

Neue Betriebskosten-Verträge mit dem Bistum für die Kinderbetreuung

Eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Kommune und Kirche sehen die neuen Betriebskosten-Verträge in Mainhausen vor. symbolfoto: dpa
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Eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Kommune und Kirche sehen die neuen Betriebskosten-Verträge in Mainhausen vor.

Die Finanzierung der Kinderbetreuung in Zellhausen und Mainflingen füllte gleich mehrere Tagesordnungspunkte der jüngsten Gemeindevertreter-Sitzung. Zumindest die Übernahme von Betriebskosten der katholischen Kindertagesstätten St. Wendelinus und St. Kilian verbindet alle Fraktionen in Einigkeit. Das gilt auch für den Wunsch der Politik nach mehr Informationsaustausch mit den Kirchengemeinden.

Mainhausen – Felicitas Mohler-Kaczor begrüßte im Namen der SPD-Fraktion die neuen Betriebskosten-Verträge mit dem Bistum. „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Gewährleistung der Betreuung von Kindern uns alle vor große Herausforderungen stellt“, ordnete sie das „Thema von höchster gesellschaftlicher Bedeutung“ ein.

Die Vereinbarungen zwischen Kommune und Kirche als Trägerin der Einrichtungen legen „zukünftig eine noch engere Zusammenarbeit“ fest. Die SPD favorisiert zwei Treffen im Jahr statt einem für die Gespräche zur Bedarfsplanung. „Die Platzkapazitäten können so frühzeitig festgelegt werden“, argumentierte Mohler-Kaczor. Durch die Bündelung bei der Gemeinde könne das Platzkontingent „optimal ausgeschöpft“ werden, was berufstätigen Familien mehr Planungssicherheit verschaffe.

Im Vertrag festgehalten ist auch die Anfang des Jahres beschlossene Arbeitsmarkt-Zulage für das Personal und mache Mainhausener Kitas „noch attraktiver für Bewerber“. Bislang befristete Stellen werden als unbefristet ausgeschrieben. Die Öffnungszeiten der kirchlichen werden an die der Gemeinde-Kindergärten angepasst. Die Sprecherin wies darauf hin, dass alle Erweiterungen von der Kommune getragen werden. „Bei künftigen Verhandlungen der Betriebskosten-Verträge müssen „Risiken fairer verteilt werden.“

Die Kontrakte inklusive der beiden Treffen fanden die Zustimmung aller Parteien. Das gilt auch für die Förderung der Kindertagespflege. Sie wird mit 5 000 Euro bezuschusst, während ein Platz im Kindergarten in der Gemeindekasse mit fast 13 000 Euro zu Buche schlägt, informierte Benjamin Schlett-Salchow von der SPD-Fraktion.

Private Tagespflege sei ein „wertvoller, unverzichtbarer Beitrag“, jungen Familien werde mit verschiedenen Konzepten Vielfalt geboten. Zudem tragen Tagesmütter zur Deckung des Bedarfs bei. „Wir sehen sie als wichtigen Faktor der Lebensqualität“, argumentierte Schlett-Salchow für die Anhebung der Förderung. Für die Erstausstattung einer solchen Betreuung in privaten Räumen mit Regalen, Wickeltischen oder Sitzmöbel sowie für die Beschaffung von Spiel- und Bastelmaterial entstünden hohe Kosten. Um den Start in das neue Aufgabenfeld zu erleichtern und die Voraussetzungen für eine gute und kindgerechte Betreuung zu gewährleisten, plädierte die SPD für einen einmaligen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 1 200 Euro und eine Aufstockung des Gutscheins für Spiele und Bücher von 30 auf 50 Euro pro Kind und Jahr. Die Mittel können bis sechs Monate nach Ausbildungsende und bei einer Betreuung über mindestens zwei Jahre abgerufen werden.

Die Befürchtung von Gerald Wißler (UWG), der Job erfülle den Tatbestand der Scheinselbstständigkeit, widersprach die SPD: Träger des Angebots sei der Kreis Offenbach, Tagespflegepersonen seien zudem sozial abgesichert. Für Mainhausen hat der Kreis 33 Kindertagespflege-Plätze genehmigt, es dürfen jedoch nur 16 Sprösslinge gleichzeitig anwesend sein. Momentan stellt eine Mutter acht Plätze zur Verfügung, eine andere ist derzeit nicht aktiv.  (von M)

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