Waisenhaus-Projekt in Nigeria

Obhut für mehr als 300 Kinder

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Das Waisenhaus nimmt Kinder in Obhut, die keine Eltern haben oder nicht bei diesen bleiben können.

Zellhausen - 25 Jahre ist es her, dass der Missionskreis Zellhausen seine Arbeit mit dem Ziel aufnahm, Waisenkindern in der Region Enugu im westafrikanischen Nigeria ein Dach über dem Kopf, Nahrung, Kleidung, Schulbildung und eine behütete Kindheit zu bieten.

Bau einer Zisterne für die Wasserversorgung.

Zwei Wahl-Zellhausener, der katholische Diakon Dr. Edmund Eze als gebürtiger Nigerianer und seine Frau Wiltrud Dümel-Eze, haben 1993 mit einigen Gleichgesinnten das Projekt in der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Wendelinus ins Leben gerufen. Familie Wilhelm Müth und Anni Rachor gehörten damals unter anderen zu den Männern und Frauen der ersten Stunde. Die ersten Jahre dienten der Strukturierung und Organisation, bevor Ende der 90er Jahre dann das erste Waisenhaus auf vom Missionskreis erworbenem Baugrund eröffnet werden konnte. Das Ergebnis in diesen zweieinhalb Jahrzehnten kann sich sehen lassen: Über 300 Waisen oder Halbwaisen wurden in Obhut genommen. Die Eltern waren verstorben, schwer erkrankt oder die Kinder verstoßen bzw. misshandelt worden. Geldspender und Pateneltern aus Zellhausen und der Region ermöglichten ihnen den Start in eine lebenswürdige Zukunft.

Außer den etwa 30 Kleinkindern, die derzeit im Gebäude des GAMB (Guardian Angels Motherless Babies Home) wohnen, konnten alle über die Jahre an Familien vermittelt werden, wenn sie etwas größer geworden waren. Ein Kind, das nach unsäglichem familiären Leid beide Augen verloren hatte, fand sogar in Deutschland eine neue Heimat.

Durch mehrere Naturkatastrophen wurden die alten Gebäude des Waisenhauses zerstört. Mit finanzieller Unterstützung hiesiger Spender konnten neue Bungalows errichtet werden.

Monsignore Obiora Ike ist als katholischer Pfarrer der Koordinator des Projektes vor Ort. Informationen aus erster Hand gab es von Ike zuletzt bei einem Kurzbesuch in der Region 2017. „Nach humanitären Gesichtspunkten wurde zum Teil schier Unmögliches möglich gemacht“, sagte Obiora Ike. „Mittlerweile sind die Kinder sogar krankenversichert – mit Nahrung und Kleidung sind sie immer versorgt.“
Erschwerend kam hinzu, dass in der Vergangenheit mehrere Naturkatastrophen das Waisenhaus heimsuchten und zu einem wirtschaftlichen Totalschaden führten. Kinder, Betreuungsschwestern und gerettete Tiere mussten seinerzeit zwei Wochen lang im vom Fluss überfluteten Gebäude ausharren, bis wirksame Hilfe kam. Die Diözese Enugu stiftete ein neues Baugrundstück, hiesige Spender leisteten finanzielle Soforthilfe. Irgendwann war die prekäre Übergangssituation im teilzerstörten Gebäude überwunden und der Einzug in die neuen Bungalows erfolgte.

„Es wird leider immer wieder Geld benötigt, um die neue Einrichtung fertigzustellen und weiter infrastrukturell auszustatten“, sagt Familie Eze. Auch die Übernahmen von Patenschaften für einzelne Kinder sind weiterhin sinnvoll und für deren persönliche Versorgung notwendig.

Sechs fest angestellte Betreuerinnen und Schwestern sind im neuen Heimgebäude um Oberin Schwester Lucy vollbeschäftigt. Im Gebäudekomplex mit dem neuen Heim ist auch eine Schule eröffnet worden.

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Anfang des Jahres 2017 startete der Missionskreis Zellhausen eine neue Spendenaktion für „Sauberes Wasser“. Der Bau einer großen runden Zisterne soll die Trinkwasserversorgung des Waisenhauses auf lange Sicht nachhaltig sicherstellen. Unter anderem durch die Sternsingeraktionen ist eine Summe von 30 160 Euro für den Bau und die Bohrungen zusammen gekommen.

Das Spendenkonto bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt: IBAN DE86 5065 2124 0018 1917 00. Spendenquittungen gibt es auf Wunsch über das Pfarrbüro von Sankt Wendelinus Zellhausen, s 06182 3351. (tku) Infos unter www.gamb-motherless-home-emene-enugu.com

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