Corona-Pandemie 

Zwölf Tote in Altenheim: „Haben Tag und Nacht gekämpft“

Senioren-Pflegeheim Aurelius-Hof in Mainflingen: „Ein krasseres Teambuilding hätte es nicht geben können.“ Foto: signus
+
Senioren-Pflegeheim Aurelius-Hof in Mainflingen: „Ein krasseres Teambuilding hätte es nicht geben können.“ 

Die Corona-Krise hat im Seniorenheim Aurelius-Hof in Mainhausen bei Offenbach mehrere Opfer gefordert. Inzwischen schöpft man dort neue Hoffnung. 

  • In einem Altenheim in Mainhausen (Kreis Offenbach) sind nach einem Corona-Ausbruch zwölf Menschen gestorben 
  • Eine Isolierstation half, die weitere Ausbreitung zu stoppen 
  • Die Pfleger hätten „Tag und Nacht gegen einen unsichtbaren Feind“ gekämpft

Mainhausen – Mehr als zwei Monate herrschte Ausnahmezustand für 123 Bewohner sowie 220 Beschäftigte im Senioren-Pflegeheim Aurelius-Hof im Mainhausener Ortsteils Mainflingen. Zwölf Menschen, die in der Einrichtung lebten, verstarben an oder mit dem neuartigen Virus.

Inzwischen hat das Team des Aurelius-Hofes nach Überzeugung des Kreises Offenbach die durch den Ausbruch des Corona-Virus bedingte Krise erfolgreich gemeistert.

Mainhausen: Isolierstation stoppt Ausbreitung von Coronavirus in Pflegeheim

In enger Abstimmung von Heimleitung und Gesundheitsamt wurde Anfang April eine Isolierstation innerhalb des Heimes eingerichtet, um Infizierte von nicht Infizierten zu trennen. 

So sei letztlich die weitere Verbreitung des Virus in der Einrichtung gestoppt worden. „Den Angehörigen der Verstorbenen gilt in dieser schweren Zeit mein tiefstes Mitgefühl“, sagt Landrat Oliver Quilling. „Im Aurelius-Hof haben Geschäftsführerin Anja Kaiser und ihr Team in dieser Krise Außergewöhnliches geleistet.“

In der Zeit der Quarantäne für die gesunden Menschen war viel Engagement der Mitarbeiter gefordert. Sie schafften es, ihnen die Zeit so schön wie möglich zu machen. Heimleiterin Kaiser war in dieser Zeit gefordert, um möglichst schnell für Stabilität zu sorgen – so etwa Anpassung der Besuchsregelungen und Dienstpläne, Umplanung der Betreuungs- und Förderangebote, Sicherstellung der Kinderbetreuung der Mitarbeiter. 

„Gleichzeitig erlebte mein Team diese Zeit aber auch als überaus produktive Phase, die von einer bemerkenswerten Kreativität und gegenseitiger Unterstützung geprägt war“, so die Heimleiterin.

Corona-Mainhausen: „Unbändiger Zusammenhalt“ in schweren Zeiten für Altenheim 

Die Leitung des Isolationsbereichs, Sandra Schneider, ist sichtlich bewegt, wenn sie an die vergangenen Wochen zurückdenkt: „So etwas hat es hier noch nie gegeben. Wir alle, egal ob tatsächlich an Corona erkrankt oder nicht, standen vor riesigen Herausforderungen. Tag und Nacht haben wir dafür gekämpft, einen unsichtbaren Feind zu besiegen.“

Die Assistentin der Geschäftsführung, Anne-Kathrin Haas, ergänzt stolz: „Selbst in den schwersten Momenten habe ich in der Einrichtung einen unbändigen Zusammenhalt gespürt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an ihre Grenzen gegangen, um die zu schützen, die es selbst nicht mehr können. Ein krasseres Teambuilding hätte es nicht geben können.“ Die teamübergreifende Unterstützung und der wertschätzende Umgang untereinander sei von großer Hilfe gewesen. Das zu erleben ist ein unglaublich tolles Gefühl, betont Haas. Das Leitungsteam des Mainflingener Senioren-Pflegeheims lobt den professionellen Umgang mit der Krisensituation seitens aller Beteiligten. Intensiv und äußerst vertrauensvoll sei die Verständigung mit den staatlichen Institutionen gewesen, quasi in Echtzeit erfolgte ein Austausch zwischen Gesundheitsamt und Geschäftsführerin Anja Kaiser. „Alle Beteiligten haben hier einen super Job gemacht“, lobt Kaiser.

Mainhausen: Altenheim-Belegschaft blickt nach Corona-Welle in die Zukunft

Das schließe neben den Beschäftigten und Bewohnern ausdrücklich auch die Familien der Mitarbeiter sowie die Angehörigen der Bewohner und den verantwortlichen Betriebsarzt Doktor Hans-Jürgen Wolfring aus Seligenstadt mit ein.

„Jetzt ist es Zeit, Impulse für die kommende Zeit zu setzen und unsere Energie nachhaltig einzusetzen“, blickt Geschäftsführerin Anja Kaiser in die Zukunft. Es zeige sich, dass sich auch eine unvorhersehbare Krise als eine Phase hoher Kreativität erweisen kann. Darin liege die Chance, neue Teamstrukturen wachsen zu lassen, Betreuungsangebote weiterzuentwickeln und innovative Handlungsstrukturen einzuführen, um so letztlich resilienter gegen kommende Krisen zu werden.  

mho

Aktuelle bereitet sich das Coronavirus in der Region Offenbach nur noch langsam aus, wie die täglichen Fallzahlen zeigen. Eine Firma aus Mainhausen hat sich etwas Geniales ausgedacht, um weiteren Infektionen vorzubeugen.


DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare