Blutbildungsprozess nachhaltig gestört

Komplizierte Suche: Leon braucht einen ganz besonderen Knochenmarkspender

Der 14-jährige Leon aus Mainhausen - hier mit seiner kleinen Schwester - braucht dringend eine Knochenmarkspende.
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Der 14-jährige Leon aus Mainhausen bei Offenbach - hier mit seiner kleinen Schwester - braucht dringend eine Knochenmarkspende.

Leon aus Mainhausen bei Offenbach leidet am Myelodysplastischen Syndrom. Seine Gene machen die Suche nach einer Knochenmarkspende besonders schwierig.

  • Leon aus Mainhausen bei Offenbach braucht eine Knochenmarkspende
  • Er leidet an der schweren Krankheit
  • Die Suche nach einer passenden Spende gestaltet sich jedoch schwierig

Mainhausen/Kreis Offenbach – Mit vermeintlich harmlosem Nasenbluten fing alles an im Oktober des vergangenen Jahres. Dass das bei dem 14-jährigen Leon in der Folge immer öfter auftrat, erklärte der Hausarzt der Familie Rodrigo zunächst mit Wachstum und Pubertät, schlug vor die Nasenwände zu veröden. Bis Januar zog sich das Ganze hin, erläutert Anina Wachtberger, eine Freundin der Familie.

Sie stellt gegenüber unserer Redaktion den Leidensweg des Jungen dar, während die Mutter mit ihrem Sohn – wie alle zwei bis drei Tage – auf dem Weg in die Frankfurter Uniklinik ist. Leon leidet an einem Myelodysplastischen Syndrom (MDS), muss in kurzen Abständen Bluttransfusionen bekommen, weil die Krankheit das Blut zerstört. Anfang Februar schien sich der Gesundheitszustand etwas zu bessern, aber die Hoffnung währte nur kurz. Vielmehr spitzte sich die Situation nun erstmals zu, Leon wurde immer blasser, klagte über Herzrasen, hatte keine Kraft mehr.

Mainhausen bei Offenbach: Leon braucht einen ganz besonderen Knochenmarkspender

Ende Februar fühlte er sich noch schlapper, auf einmal tauchten zudem an den Beinen blaue Flecken auf. „Die Mutter fragte ihn, ob er in der Schule geschlagen worden sei“, erzählt Anina Wachtberger. Doch der Jungen verneinte, und die Mutter konnte sich das auch nicht vorstellen. Leon ist beliebt, hat viele Freunde, Anina Wachtberger beschreibt ihn als ruhigen, freundlichen Jungen.

Am Tag, nachdem die blauen Flecken auftauchten, nahm der Arzt Blut ab, in der Nacht darauf bekam der Junge über 40 Grad Fieber. Am Nachmittag des nächsten Tages stand der Arzt mit einem Ambulanzwagen vor der Tür – Leon musste sofort ins Krankenhaus eingeliefert werden. „Die Blutwerte waren so schlecht, der Arzt hatte gebangt, ob Leon die Nacht übersteht“, berichtet die Freundin weiter. In der Aschaffenburger Klinik diagnostizierten die Ärzte eine akute Leukämie – der 14-Jährige wurde umgehend in die Frankfurter Uniklinik verlegt. Dort fanden die Mediziner allerdings bei einer erneuten Blutuntersuchung keine Krebszellen mehr. Vielmehr bescheinigten sie ihm nun nach einem Knochenmarktest Ringelröteln – nach sechs Tagen wurde Leon nach Hause entlassen. Doch die Blutwerte blieben schlecht, weitere Untersuchungen folgten, bis die Diagnose feststand: MDS.

Kreis Offenbach: Leon aus Mainhausen braucht Knochenmarkspender - Suche nach Spender schwierig

Bei den Untersuchungen stellte sich auch heraus, dass Leon unter einem gentechnischen Defekt leidet, anstelle der bei männlichen Kindern üblichen XY-Chromosomen hat er zwei XX-Chromosomen und statt der beim Menschen üblichen 46 Chromosomen 47. Das, so erläutert Wachtberger, kann in der Pubertät schwere Krankheiten auslösen. Denn üblicherweise trete MDS eher bei älteren Menschen auf, bei Kindern und Jugendlichen dagegen sehr selten. Die Schwere der Erkrankung sei in drei Stufen unterteilt. Dass Leon alle paar Tage in die Klinik muss, lasse auf den schwersten Verlauf schließen. Helfen kann dem jungen Mainhausener, der mit seiner Familie in diesen Tagen nach Froschhausen umzieht, nur noch eine Knochenmarkspende.

Über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sucht die Familie nun nach einem geeigneten Spender. Die Suche gestaltet sich schwierig, da seine Mutter Marie aus Sri Lanka stammt. Das heißt, dass Leon zu 50 Prozent ihre Gewebemerkmale hat, das verkompliziert die Suche. Denn für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale zwischen Patient und Spender nahezu zu 100 Prozent übereinstimmen, heißt es in einer Mitteilung der DKMS. Daher seien besonders Menschen aus Sri Lanka, Pakistan oder Indien aufgerufen, sich an der Knochenmarkspendeaktion zu beteiligen. Wie lange die Bluttransfusionen Leon helfen, ist ungewiss, je schneller ein geeigneter Spender gefunden wird, desto besser sind seine Überlebenschancen – und es ist die einzige Möglichkeit, das Leben des 14-Jährigen zu retten.

Spendenkonten: Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS; IBAN: DE36 700 400 608 987 000 216; BIC: COBADEFFXXX), Commerzbank, Verwendungszweck: LPS 282 Leon. Auch per Go Fund Me kann die Familie unterstützt werden. (VON OLIVER SIGNUS)

Ein Langener (Kreis Offenbach) hat das Kunststück zustande gebracht, mit seiner Spende nicht nur einmal als genetischer Zwilling ein Leben zu retten, sondern gleich zwei Mal.

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