Prinzen-TÜV und Reise nach „Malaria“

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Einen flotten Showtanz boten die ZFN-Mädels, die als „Schülerinnen“ über die Bühne wirbelten.

Zellhausen ‐ Nicht die närrische Zahl elf, sondern die doppelte drei machten die Zellhäuser Fastnachtsnarren (ZFN) zum Symbol ihrer Galasitzung, weil sie sich vor 33 gründeten. Über 150 Aktive auf und hinter der Bühne boten der Narrenschar im Bürgerhaus ein Mix aus Büttenreden, Gesang, Show und Tanz. Von Armin Wronski

ZFN-Vorsitzender Thomas Ritter gab die Bühne frei für den Einzug des Elferrats. Kaum Platz genommen, übernahm Sitzungspräsident Thomas Ludwig das Zepter. Als erste Amtshandlung löste er das Geheimnis um das Prinzenpaar. Begleitet von Helau-Rufen zogen Prinz Markus III. (Waldmann) und Prinzessin Nadja I. (Frickel) mit den Pagen Jennifer Hauptmann und Lisa Ritter sowie Isabell Lang als Till unter den Klängen des Spielmannszugs der TuS Froschhausen in den Saal. Prinzessin Nadja ist im richtigen Leben Physiotherapeutin; Prinz Markus ist Unternehmer, stellvertretender Wehrführer und Vorsitzender des Feuerwehrvereins Zellhausen.

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Galasitzung der Zellhäuser Fastnachtsnarren

Den Einstieg in das über sechsstündige Programm machte die ZFN-Minigarde. Die Choreographie lag in den Händen von Jeanette Olivier sowie Lisa und Analena Ritter. Protokoller Frank Winter kommentierte das Zeitgeschehen der vergangenen Monate. Dabei nahm er vor unter anderem die Kommunalpolitik, Bürgermeisterwahl, zusätzliche Mitglieder im Gemeindevorstand, Kanalsanierung und Kinderbetreuung aufs Korn. Sein Rat: „Handelt klug und bedacht, mein eines Auge weint, und das andere lacht.“ Mit ihrer Tanzshow „Disco-Fieber“ eroberten sich die ZFN-Girls im Handumdrehen die Herzen der Narren. Die Showband „Helau-Sisters“ unter ihrem Chefanheizer Stefan Krüger noch mal für einen kräftigen Schub dazu.

Um den karnevalistischen Nachwuchs braucht man sich beim ZFN nicht zu sorgen. Das bewiesen Jil und Marvin Rachor, die aus dem Leben im Elternhaus plauderten. Danach wirbelte die ZFN-Tanzgarde, für die den Choreographie waren Lisa Ludwig und Jenny Hauptmann zuständig. Robert Steil, karnevalistisches Schwergewicht der Mainflinger Sängervereinigung, startete als Flugreisengewinner einen Angriff auf die Lachmuskeln der Menge im Saal. Seine Mimik, gemischt mit pointierten Formulierungen über seine Erfahrungen während eines Tripps nach „Malaria“, waren allein das Eintrittsgeld schon wert.

Stilvolles Ambiente auf der Bühne

In kluger Vorahnung hatten die Programmregisseure Gerold Ulrich, Klaus Robat und Frank Simon im Anschluss zur Entspannung der Lachmuskeln die Tanzformation „Flotte Hüpper“ eingeplant. Züchtig, als Nonnen verkleidet, verwandelte sich die Formation aus 13 jungen Damen in feurige Tänzerinnen. Artistik und Grazie zeigte Jennifer Hartmann in ihrem Solotanz. Flic-Flac, Pirouetten und Spagat präsentierte sie mit einer atemberaubenden Leichtigkeit und hatte dabei noch ein entspanntes Lächeln für die Narrenschar im Saal übrig. Nicht nur für sie gab es Blumen und Orden, sondern auch für ihre Trainerin Mareike Bauer.

In stilvollem Ambiente auf der Bühne und zünftigen Kostümen am Körper entführten die „Bruchkatzen“ das Publikum in den „Wilden Westen“. Robert Hößbacher studierte den Tanz mit den Ensemblemitgliedern ein.

Die ZFN-Minigarde bildete mit ihrem Auftritt den Auftakt der rund sechsstündigen Galasitzung im Bürgerhaus Zellhausen.

Völlig überrascht war Prinz Markus III., als er vom Beauftragten des „Prinzen-TÜV“, Klaus Robert, in die Mangel genommen wurde. „Ein Prinzen-TÜV, des hat uns noch gefehlt, weil ganz wichtig - in der Kampagne die Gesundheit zählt“, stellte ihn der Sitzungspräsident vor. Vor seinen närrischen Untertanen ließ sich der „coole“ Prinz Blutdruck und Puls messen. „Beide Werte sind zu niedrig, der schläft uns ja gleich ein“, so die Diagnose des Herrn Doktor. Als Prinzessin Nadja I. wieder an seiner Seite war, pendelten sich die Werte sofort wieder im annehmbaren Bereich ein. „Die Fastnacht kann unser Prinz nur gut überstehen, wenn Ihre Lieblichkeit immer in seiner Nähe ist“, hieß es im Befund des Prinzen-TÜV-Beauftragten. Mit ihrem selbsteinstudierten Showtanz fegten die ZFN-Mädels als feurige Schülerinnen in peppigen, fein-karierten Miniröcken über die Bühne.

Quirlige Feldmann verwandelt Saal in Tollhaus

Einen weiteren Höhepunkt der ZFN-Galasitzung präsentierte die Gruppe „Prinzenbobbe“ mit Kerstin Rachor, Anke Winter, Bianca Ludwig, Pia Männel, Anette Zilch und Sonja Frickel. Sie zeigten in völliger Dunkelheit eine Parodie als sechs tanzende Vögel. Die Begeisterung in der Narrhalla kannte keine Grenzen, ob der grotesken Bewegungen der urigen Hühner. Im Rhythmus der Musik tanzten und zuckten sie über die Bühne - eine echte Augenweide. Einstudiert wurde das originelle Vogelballett bei Schwarzlicht unter der Leitung von Anette Herr. Die Tanzgruppe „Jazz for Fun“ der TG Zellhausen brachte mit ihrem feurigen Pariser Can-Can das Flair von Moulin Rouge in den Bürgerhaussaal. Einstudiert wurde der Bühnenfeger von Sandra Ittermann, die auch selbst in der Formation mitwirkte.

Die quirlige Woody Feldmann versetzte mit ihrer professionellen Comedy, den Saal in ein Tollhaus. Den Abschluss und das Finale der ZFN-Sitzung gab das Männerballett, das Anette Herr auf die Sprünge brachte. „Mit Kilt und in der Hand ein Schwert war euer Tanz bemerkenswert“, kommentierte Thomas Ludwig den Vortrag der Truppe am Ende einer rundum gelungenen Galasitzung.

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