Mainhausener Ehepaar Beate und Wolfgang Egner als Experten weltweit vernetzt

Pulswellenanalyse bei Tieren

Ehepaar Beate und Wolfgang Egner: „Beruflich spannende Zeit liegt auch jetzt wieder vor uns.“
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Ehepaar Beate und Wolfgang Egner: „Beruflich spannende Zeit liegt auch jetzt wieder vor uns.“

Mainhausen – Bluthochdruck und damit verbundene Gefäß- oder Herzerkrankungen gelten als Zivilisationskrankheiten beim Menschen. Doch auch Tiere können daran leiden. Das Ehepaar Dr. Beate und Wolfgang Egner aus Mainhausen hat als präventive Maßnahme die sogenannte nichtinvasive Pulswellenanalysen bei Tieren entwickelt.

Beate Egner, kam 1963 München zur Welt, ihr zwei Jahr älterer Mann ist vielen der älteren Mainflingener als Fußballer Wolfgang Skrypzak bekannt. Mit Bruder Roland kickte er bei der TSG Mainflingen. Nach der Heirat nahm er den Namen seiner Frau an. Der gemeinsame Sohn bereitet sich derzeit auf das Abitur an der internationalen Strothoff-Schule in Dreieich vor. Bei Dienstreisen der Eltern - sie als Tierärztin, er als Firmenchef - hat er auch bereits Einblicke in deren Arbeit gewonnen.

Nach dem Studium lebte Beate Egner zunächst in der USA, später zwei Jahre in London, spezialisierte sich zunächst auf Herz-/Kreislauferkrankungen bei Tieren, ab den 1990er Jahren auf die Behandlung von Blutdruckerkrankungen. In dieser Zeit lernte sie durch „fachbezogene Schnittmengen“ ihren Mann kennen, der damals ein Blutdruckmessgerät für Tiere entwickelt hatte. Gefäßengstellungen oder andere irreguläre Herzveränderungen werden mit Hilfe des Geräts für die Spezialistin sichtbar. „In den Pulswellen sehe ich, ob Nieren, Herz oder andere Organsysteme möglicherweise eine Veränderung darstellen, da diese Erkrankungen zur Aktivierung bestimmter Prozesse im Körper führen.“

Über ihr Spezialgebiet hält sie weltweit Vorlesungen, hat viele Fachartikel veröffentlicht, Bücher geschrieben und im eigenen Verlag vermarktet. Der ist im Firmensitz im Babenhausener Industriegebiet angesiedelt. Ein neues Werk über Pferde ist bereits in Arbeit. Beate Egner betreute auch eine von der EU unterstützte Studie, bei der mehr als 5000 Tiere untersucht wurden. Dabei konnten die Wissenschaftler Rückschlüsse auf Herzerkrankungen beim Menschen ziehen. Die Technologie findet zunehmend Anwendung in der Humanmedizin, wo dringender Bedarf dafür bestehe. So schult sie Ärzte und arbeitet mit ihnen an Projekten.

Wildtiere sind Beate Egners „persönliches Steckenpferd“. In Südafrika betrieb sie Forschungen an Hyänen und Geparden, aktuell beschäftigt sie sich mit Elefanten.

Kooperation mit Universitäten in allen Kontinenten und sehr vielen Ländern ist Teil dieser Arbeit. Echte Partnerschaften entstehen durch gemeinsam entwickelte Universitätslehrgänge, das läuft über die für diesen Bereich gegründete „Veterinary Academy of Higher Learning“. Sie ist dabei auch der exklusive Partner US-amerikanischer Universitäten.

60 Tierärzte und medizinische Mitarbeiter in aller Welt gehören zum erweiterten Stab. Der Abschluss eines Studienkurses bei Beate Egner ist mit der Verleihung eines akademischen Titels verbunden über die jeweilige Partneruniversität des Herkunftslandes. Wer den Titel verliehen bekommen hat, hat den Standard dafür weltweit erfüllt und kann überall davon profitieren, indem er eine entsprechende Stelle in Universitäten oder Kliniken bekommt. Die Vermittlung dafür erfolgt auch oft über Beate Egners Netzwerk.

Derzeit bereitet die Wissenschaftlerin ein Forschungsprojekt über künstliche Intelligenz vor. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Gerätes, das in der Human- und Tiermedizin angewendet werden kann und der medizinischen Früherkennung von Indikationsmustern für die schnellstmögliche Behandlung von Krankheiten dient. Die Entscheidung über die Zulassung des Projekts steht jedoch noch aus.

Wolfgang Egner hat seine Firma „S+B medVet GmbH“ im Jahr 1998 gegründet. Neben dem von ihm entwickelten Blutdruckmessgerät für Tiere hat er Apparate konstruiert, so genannten Tensgeräte, bei denen nach der Diagnose über Behandlungskarten der indizierte Programmeinsatz gesteuert werden kann. Die Übertragung von Forschungsergebnissen oder Behandlungsmethoden vom Tier auf den Mensch ist nicht uneingeschränkt möglich, doch lassen sich verschiedene Behandlungsmethoden entwickeln, wie etwa die Frühererkennung des sogenannten okkulten Vorhofflimmerns.

Mit Blick auf ihre vielen Pläne bemerken Beate und Wolfgang Egner schmunzelnd: „Eine beruflich spannende Zeit liegt auch jetzt wieder vor uns.“

Von Thilo Kuhn

Wildtiere sind Beate Egners „persönliches Steckenpferd“: In Südafrika beschäftigte sie sich mit Hyänen und Geparden, aktuell mit Elefanten.

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