Christian Schätzenmayer hat sich für einen neuen Berufsweg entschieden

Qualifizierung ungelernter Pflegekräfte im Aureliushof Mainhausen: Arbeitsagentur Offenbach fördert Weiterbildung

Christian Schätzenmayer arbeitet im Mainhausener Aureliushof und hat die Qualifizierung zur examinierten Pflegefachkraft erfolgreich abgeschlossen.
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Christian Schätzenmayer arbeitet im Mainhausener Aureliushof und hat die Qualifizierung zur examinierten Pflegefachkraft erfolgreich abgeschlossen.

Als Pflegeeinrichtung ist auch der Mainhausener Aureliushof vom Fachkräftemangel betroffen. Dieser Entwicklung tritt das Seniorenheim unter anderem mit der Qualifizierung ungelernten Personals entgegen.

Mainhausen – Im Seniorenpflegeheim leben mehr als 120 betagte Menschen aller Pflegegrade, die auf Hilfe angewiesen sind. Sie werden von rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Das Angebot in der Anlage nahe der Mainflingener Seen reicht von der Wohn- über die Tages- und Kurzzeitpflege bis zum offenen Mittagstisch für Senioren aus der Umgebung. Um Pflegefachkräfte zu qualifizieren, nutzt der Aureliushof das Programm „Weiter.Bildung“ der Offenbacher Agentur für Arbeit.

Einer, der diese Herausforderung angenommen hat, ist Christian Schätzenmayer. Er ist gelernter Elektroinstallateur und ist, nachdem er arbeitslos wurde, zunächst vorübergehend im Aureliushof eingestiegen. „Anfangs war es ungewohnt, aber nachdem ich mich eingearbeitet hatte, habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit alten Menschen einfach liegt“, sagt der 35-Jährige. Er hat mehrere Jahre als ungelernte Kraft gearbeitet und sich dann entschieden, doch noch die dreijährige Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft dranzuhängen. Die Qualifizierung besteht zu einem Drittel aus theoretischem Unterricht und zu zwei Dritteln aus Praxisphasen. Vorteilhaft sind Qualifizierungen laut Arbeitsagentur für alle Beteiligten: Arbeitgeber halten motivierte Beschäftigte im Unternehmen und sorgen für die Sicherung ihres eigenen Fachkräftebedarfs. Arbeitnehmer erhalten häufig ein höheres Gehalt und sind zudem besser vor Arbeitslosigkeit geschützt.

Im Zuge des Förderprogramms „Weiter.Bildung“ haben Beschäftigte die Möglichkeit, sich zu qualifizieren, damit Arbeitslosigkeit erst gar nicht eintritt. Gefördert werden sowohl Anpassungsqualifizierungen – das kann zum Beispiel ein Kurs in Business English oder eine IT-Fortbildung sein – als auch abschlussorientierte Qualifizierungen. Die dauern mehrere Jahre und ermöglichen ungelernten oder gering qualifizierten Arbeitnehmern den Erwerb eines formalen Abschlusses. Als ungelernt gelten Menschen, die nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten oder Beschäftigte ganz ohne Ausbildung.

Der Vorteil im Programm ist, dass abschlussorientierte Qualifizierungen über einen Bildungsgutschein vollständig von der Arbeitsagentur finanziert werden und der Arbeitgeber unter bestimmten Bedingungen einen Arbeitsentgeltzuschuss erhalten kann. „Die Ausbildung kostet also kein Geld“, sagt Agentursprecherin Regina Umbach-Rosenow. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten Absolventen zudem eine Prämie von 1500 Euro. Im Pflegebereich nahmen vergangenes Jahr nach Angaben Umbach-Rosenows 40 Personen an dem Programm der Offenbacher Arbeitsagentur teil.

Im Aureliushof nutzt man diese Möglichkeit immer mal wieder, um Leute aus dem eigenen Personalstamm als Pflegefachkräfte zu qualifizieren, auch wenn damit nur ein Teil des notwendigen Bedarfs abgedeckt werden kann. Seit Programmstart im Jahr 2009 hätten etwa zehn bis zwölf ungelernte Kräfte über eine Umschulung ihre Ausbildung abgeschlossen, sagt Inga Saroukh von der Personalverwaltung des Seniorenpflegeheims.

Arbeitgeber, die darüber nachdenken, Beschäftigte in ihrem Unternehmen zu qualifizieren, sollten ihre persönlichen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service kontaktieren oder die kostenlose Hotline 0800 4 5555 20 anrufen.  (fj)

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