Großartige Fünfeinhalb-Stunden-Show der Fastnachtsnarren

Sogar Elvis und Engel feiern in Zellhausen

+
Sie regieren die Zellhäuer Fastnachtsnarren und schwingen in der Jubiläumskampagne das Zepter: Prinz Nikolas I. (Reuter) und Prinzessin Laura I. (Brand).  

Zellhausen - Muskelkater im Zwerchfell, wundgeklatschte Hände, vom Lachen und Singen ein Frosch im Hals. Sonst dürfte es den Gästen der Zellhäuer Fastnachtsnarren (ZFN), die im voll besetzten Bürgerhaus die Galasitzung der 40. Kampagne erlebten, großartig gehen.

Die Fünfeinhalb-Stunden-Show bot Qualität und jede Menge Schwung - besser, fanden viele, geht es kaum noch. Es war ein Einstand nach Maß für Prinz Nikolas I. (Reuter) und Prinzessin Laura I. (Brand), die in der Jubiläumskampagne das Zepter schwingen. Mit den Pagen Lisa Zimmermann und Zoe Thylking, Michelle Zöller als Till und Prinzenpaarfahrer Jörg („Hupsi“) Rieland zogen die Regenten unter den Fanfaren des Spielmannszuges Ronneburg ein. Da hatten die Jecken schon einiges erlebt: Eine rasante Leinwand-Reise aus dem Weltall ins Bruchkatzenland und einen Elferrat aus lauter Ex-Prinzen, von Vereinschef Thomas Ritter einzeln vorgestellt.

Ins Vergnügen stürzte sich zuerst die Minigarde, jüngste von mittlerweile fünf ZFN-eigenen Formationen, mit ihrem schmissigen Gardetanz unter der Leitung von Lisa und Anna-Lena Ritter. Protokoller Frank Winter bekommt selbst als Narr Manschetten, wenn die Welt aus den Fugen gerät und in Berlin das Mittelmaß tatenlos macht. Kritisch auch über Mainhausener Spitzen wie die teure Biotonne und das Baugebiet am Königsee reimend, machte er die ZFN und ihre vielen närrischen Nachbarn als Lichtblicke aus.

In neuen Kostümen wirbelte die ZFN-Garde unter der Leitung von Lisa Ludwig über die Bühne, bevor zwei Engel plump hernieder taumelten: Ortslegende Rainer „Rio“ Disser und Richard Biegel, Heimatbundchef in Seligenstadt, setzten zum närrisch-frommen Kalauerduell an. Premiere hatten Jil Rachor, Michelle Zöller und Jakob Herr als säuselnde „Jakob-Sisters“. Gleich vier Solo-Tanzmariechen bekamen die Narrhallesen zu sehen: Zu Zoe Thylking und Anna Gerfelder gesellten sich überraschend Jenni Hauptmann und Lisa Ludwig.

Nach 14 Amtsjahren wurde Thomas Ludwig als Sitzungspräsident der Zellhäuer Fastnachtsnarren verabschiedet.  

Eiskalt erwischten die tanzenden Eisköniginnen von „United“ unter der Leitung von Lisa Ludwig ihr Publikum. Mit Gerald Dinis boten die Narren einen Knüller auf: In GI-Montur aus den 60er Jahren sah der Seligenstädter nicht nur wie Elvis aus, sondern sang und tanzte auch wie sein im ZFN-Gründungsjahr gestorbenes Idol. Das Publikum war hingerissen.

Zu Hits aus den 80er-Jahren tanzten zwölf ZFN-Mädels in bunten Blusen, bevor Stefan Ritter als störrischer Oberkellner sein Kalauer-Menü servieren durfte. Als Matadore mit spanischem Feuer zogen die 15 Tänzerinnen der Gruppe „Sunrise“ unter der Regie von Mareike Bauer ein. Kräftig vom Leder ziehen und die Leiden eines Machos am heimischen Herd durfte Michael Hahn als Hausmann bejammern.

Traurig für viele auch der Hintergrund einer Gesangseinlage von Michelle Zöller und Jil Rachor: Dem scheidenden Sitzungspräsidenten Thomas Ludwig, der nach 14 Jahren die Schelle abgeben will, widmeten sie ein Abschiedslied.

Seit 20 Jahren eine Institution ist das ZFN-Männerballett. Diesmal schickten die Trainerinnen Anette Herr, Lena Herr und Eva Stahl ihre Jungs getrennt als Veteranen und junge Hüpfer ins Getümmel. „Reine Männersache“ war der Schlussakkord: Unter der Leitung von Roman Zöller eröffnete der gleichnamige Chor mit Stimmungsliedern und Party-Hits im Stil der Mainzer Hofsänger das Finale. (rdk)

Galerie: Sitzung der Zellhäuser-Fastnachts-Narren

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare