Opposition kritisiert Kosten

Spielfeld für 250.000 Euro in Zellhausen

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Auf diesem Gelände an der Obergärtenstraße soll das Jugendspielfeld entstehen. Der Erbbaupachtvertrag wird über 50 Jahre laufen.

Mainhausen - Weil sich die Gemeinde mit einem Grundstückseigentümer nicht einig werden konnte, musste sie einen neuen Standort für das Jugendspielfeld finden. Dafür gab es in der Gemeindevertretung neben einer Mehrheit auch reichlich Kritik am 250.000 Euro teuren Projekt. Von Oliver Signus 

Das Jugendspielfeld, das die Gemeinde seit einigen Jahren plant, soll nun in Zellhausen im Bereich der Obergärten entstehen. Verworfen wurde damit die Idee, den Treffpunkt für Heranwachsende im Lehrer-Lommel-Weg zu bauen. „Die Eigentümergespräche verliefen ohne positive Ergebnisse“, sagte Bürgermeisterin Ruth Disser (SPD) bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter. Weil kein Pachtvertrag zustande kam, habe man sich nach einer anderen Lösung umsehen müssen und sei sich mit dem Besitzer zweier Flurstücke einige geworden. Mit ihm wird, nachdem die Gemeindevertretung der Drucksache mehrheitlich zugestimmt hatte, ein Erbbaupachtvertrag über 50 Jahre abgeschlossen. „Erst bei diesem Zeitraum lohnt es sich zu investieren“, begründete die Rathauschefin die lange Laufzeit. 250.000 Euro lässt sich die Gemeinde das Spielfeld kosten, davon sind zehn Prozent als Planungskosten im Haushalt eingestellt.

Von der großzügigen Investition waren nicht alle Fraktionen begeistert. FDP-Fraktionsvorsitzender Paul Schröder räumt ein, „dass generell die Notwendigkeit eines Spielfeldes besteht“. So werde das in Mainflingen sehr gut angenommen. Doch hält er die Investition für „vollkommen überzogen“. Es stelle sich die Frage, ob man diese Summe von den Steuern der Bürger bezahlen müsse. Immerhin seien dies die Abgaben von 20 Arbeitnehmern mit je 47.000 Euro Einkommen im Jahr, rechnete Schröder vor. „Zwei Tore kosten 2000 Euro, und mit relativ einfachen Mitteln kann man einen Rasenplatz schaffen“, führte der Fraktionschef weiter aus und kritisierte, dass der geplante Tartanplatz viel mehr Wartungskosten verursache.

UWG-Fraktionschef Gerald Wissler schloss sich der Kritik der Liberalen an und meinte, dass den Kindern in Zellhausen auch mit einem Bolzplatz geholfen wäre. Nach seiner Ansicht werden die Kosten noch steigen, da das neue Gelände neben einer stark befahrenen Straße liege und daher Drahtzäune zum Schutz errichtet werden müssen. „Es geht uns gut, aber wir müssen kein Geld auf den Kopf hauen“, begründete Wissler die ablehnende Haltung seiner Fraktion.

Bilder: Mainhausen feiert Jubiläum

„Alle Argumente sind korrekt“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Johannes Wegstein als dritter Redner zu diesem Thema. Er erinnerte daran, dass in seiner Kindheit zwei Schulranzen als Torpfosten ausgereicht hätten. Mit dem neuen Standort sei die CDU zufrieden, der Lehrer- Lommel-Weg sei hingegen ungeeignet gewesen. „Wir sehen den Bedarf, werden daher trotz Bauchschmerzen zustimmen“, sagte Wegstein mit Blick auf die hohen Kosten.

Frank Simon (SPD) verteidigte das Vorhaben: „Wir sollten in die Jugend investieren, in Zellhausen gibt es nahezu nichts.“ Für den Antrag gab es eine Mehrheit aus SPD und CDU, UWG und FDP lehnten die Vorlage ab.

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