Ruth Disser bringt Nachtragsetat ein

Mehr als eine Million Euro mehr: Steuereinnahmen sprudeln

Mainhausen - Mehr- und Mindereinnahmen machen in Mainhausen einen Nachtragshaushalt für dieses Jahr notwendig. Bürgermeisterin Ruth Disser (SPD) brachte den korrigierten Etat in der Sitzung der Gemeindevertretung im Bürgerhaus Zellhausen ein. Von Oliver Signus 

Die Steuereinnahmen sprudeln, und auch Mainhausen profitiert davon. Sogar recht üppig, wie Bürgermeisterin Ruth Disser bei der Einbringung des Nachtragshaushaltes am Dienstagabend mitteilte. „Bei allen Steuerarten gibt es teilweise beachtliche Mehrerträge.“ So seien die Einnahmen aus Abgaben um mehr als eine Million Euro auf rund 12,95 Millionen Euro gestiegen. „Anpassungen“ habe es auch bei einzelnen Gebühren gegeben. „Insbesondere bei den Müllgebühren sind erhebliche Mehreinnahmen entstanden.“ Doch habe es auch Korrekturen nach unten gegeben. So sinken die Erträge aus Gebühreneinnahmen und Zuweisungen bei der Kita Panama, da die Erweiterung erst Ende dieses Jahres in Betrieb gehen werde.

„Bauen ist zurzeit nicht ganz so einfach“, führte Disser aus. Die Ergebnisse bei Ausschreibungen entsprächen nicht immer den Vorstellungen der Verwaltung. „Gute Wirtschaftszahlen bedeutet neben vollen Auftragsbüchern leider auch steigende Preise.“ Dadurch veränderten sich alle Zahlen, die mit einem Neubau zu tun haben. „So auch die Personalkosten, allerdings nur im laufenden Jahr“, erläuterte die Bürgermeisterin. Bei den Einzahlungen aus Investitionstätigkeit werde der Zuschuss für den Kindergarten Panama in Höhe von 320.000 Euro veranschlagt.

Erstmals werden „Erträge aus Beteiligungen“ in der Haushaltsplanung ausgewiesen. Dabei handele es sich um 2,2 Millionen Euro, die die Wohntreff-Mainhausen-GmbH nach dem Verkauf des Anwesens an die Gemeinde als Gesellschafterin ausschütten werde.

Die erhöhten Steuereinnahmen in der Vergangenheit verursachten eine deutlich erhöhte Kreis- und Schulumlage, da die dabei erzielten Erträge in die Berechnung mit einbezogen würden. Wegen steigender Gewerbesteuereinnahmen steige deren Umlage um 150.000 Euro auf nun 796.000 Euro.

Wegen der geplanten Vermarktung von Gewerbeflächen in Zellhausen werde ein Betrag von 50.000 Euro für die erforderliche Beratung eingestellt. Die geplanten Erlöse aus Grundstücksverkäufen von Teilflächen des Gewerbegebietes Ostring entfallen für dieses Jahr. Erste Verkäufe seien für 2019 geplant. Weiterhin fallen zusätzliche Kosten wegen des Bebauungsplanes „Westliche Bahnhofstraße“ an.

Bilder: Mainhausen feiert Jubiläum

Bei den Auszahlungen aus Investitionstätigkeit habe der Ansatz wegen der notwendigen Tiefbaumaßnahmen bei der Löschwasserversorgung erhöht werden müssen.

Dringend erneuert werden mussten laut Disser auch Bauhofarbeitsgeräte; auch weitere Ausgaben seien dort geplant, insbesondere für den Kauf eines Drei-Seiten-Kippers und für Transportfahrzeuge.

Weiterhin sei ein Betrag von 800 000 Euro für die Sporthalle Zellhausen vorgesehen. „Die Sanierung des Daches ist unbedingt erforderlich und wird vorgezogen“, betonte Disser. Gemeinsam mit der Lüftungsanlage, Heizung, Beleuchtung und Decke „wird dann tatsächlich ein Schuh draus. Wir müssen damit in Vorleistung treten, bis im Jahr 2019 der Investitionszuschuss aus der Hessenkasse fließt.“

Bei den Einzahlungen aus Finanzierungstätigkeit seien keine zusätzlichen Beträge veranschlagt. Da die Wohntreff-Mainhausen-GmbH im Vorjahr die Darlehen der Gemeinde vollständig getilgt habe, entfalle die Tilgungsrate für das laufende Jahr.

Bilder: Bikertreff am Badesee

Des Weiteren werde der Stellenplan geändert. Insbesondere bei den Kindertagesstätten seien Anpassungen erforderlich. Die Berechnung des Personalbedarfs richte sich nach dem neuen Kinderförderungsgesetz (KiföG) „und macht es uns in den Verwaltungen nur komplizierter“.

Die Gemeindevertreter verwiesen den Nachtragsentwurf einstimmig zur weiteren Beratung in den Haupt- und Finanzausschuss.

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