Ein System ganzheitlicher Hilfe

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Zu Gast in Mainflingen: Pater Lagleder.

Mainflingen (tku) - Einen geeigneteren Referenten für das seit vielen Jahren auch von Mainflingen aus unterstützte Südafrika-Spendenprojekt in Mandeni hätte man kaum finden können: Pater Gerhard Lagleder, der Leiter vor Ort, nahm sich während eines Deutschland-Aufenthalts Zeit für einen Vortrag im Kilianushaus.

Allein aus dem Mainhausener Ortsteil flossen die letzten zehn Jahre Spenden in Höhe von 21.000 Euro in das Projekt.

Pater Lagleder visualisierte seine detaillierten Ausführungen anschaulich mit Lichtbildern aus dem Aids-Waisenhaus und dem parallel betreuten Behandlungsprogramm für Aids-Kranke sowie einer Hospizstation für im Endstadium Erkrankte in Mandeni. Die Hospiz-Station für unheilbar an Aids Erkrankte ermöglicht diesen ein menschenwürdiges Sterben. Sie ist die größte ihrer Art in Südafrika. Das Aids-Behandlungsprogramm sorgt bei 750 Menschen, die es in Anspruch nehmen dafür, dass die meisten an der Immunschwäche-Krankheit nicht mehr sterben müssen, rettet somit unmittelbar Leben. „Das umfassende System ganzheitlicher Hilfe steht als für Bedürftige kostenloses Angebot zur Verfügung. Für ein Einzugsgebiet in Südafrika, in dem eine Viertelmillion Menschen meist deutlich unter der Armutsgrenze leben“, erläutert Lagleder.

Die Hilfsgemeinschaft bestehe außer den Hauptamtlichen aus über 2000 ehrenamtlichen Idealisten. Gespeist wird aus den internationalen Spendengeldern ferner ein HIV/Aids-Aufklärungsprogramm, eine Klinik für unterernährte Kinder, ein Hilfsfonds für arme Kranke, ein Nothilfe-Programm, ein Kinderheim mit über 40 Kindern, ein Kindergarten, ein Seniorenclub, ein Erste-Hilfe-Notdienst, ein Stipendien-Fonds und ein Katastrophenhilfe-Projekt. „Nur derjenige, der sich vor Ort davon überzeugt hat, kann wirklich ermessen, welch ungeheuere Infrastruktur an Fachpersonal, medizinischen Geräte, Material, Medikamente und Verpflegung vor Ort notwendig ist, um derart wirksam und effizient Hilfe zu leisten“, gab Lagleder Einblick in seine diversen Arbeitsgebiete auf.

Ein „Botschafter“ des Projekts

Mainflingens ehemaliger Pfarrer Michael Eich, in dessen Amtszeit die Verbindung der Pfarrgemeinde Sankt Kilian zum Projekt begann, war nicht nur unter den Zuhörern, sondern er hält bis heute als ein „Botschafter“ des Projekts, die Verbindung nach Südafrika, war einst selbst schon vor Ort.

„Ich kann die Liebe Gottes nur verkünden, wenn ich selber liebe“, gab Pater Gerhard Lagleder Einblick in seine Philosophie der Nächstenliebe. „Dies wiederum macht nur Sinn, wenn ich bedürftige Leute dazu ermutige und befähige sich auf längere Sicht selber helfen zu können.“ Anhand der genannten Zahlen und Fakten erklärte Pater Gerhard, „wie sich die geleistete Hilfe aus Mainhausen und anderen Regionen vervielfacht. Dafür ist es an der Zeit persönlich Dank zu sagen.“

Allein aus Mainflingen seien über die letzten zehn Jahre Spenden in Höhe von 21000 Euro in das Projekt geflossen. Organisierte Missionsessen der Kommunionkinder und Firmlinge in Mainflingen und deren Eltern haben neben weiteren Einzel- und Gruppenspenden dazu beigetragen, dass immer wieder große Summen der Hilfeleistung zusammen kamen.

„Brotherhood of Blessed Gerard“

Die Trägerorganisation „Brotherhood of Blessed Gerard“ ist ein katholischer Verein in Südafrika, eine gemeinnützige Hilfsorganisation des Malteserrodens, vor 900 Jahren zur Krankenpflege gegründet.

Die Statistik von 2010 wies 2250 aktive Mitglieder, beziehungsweise finanzielle oder spirituelle Förderer aus. Als Spendenkonto in Deutschland kann die Sparkasse Neuburg-Rain genutzt werden (BLZ 721 520 70, Konto 12021). Die Organisation der Bruderschaft des Seligen Gerhard ist dankbar für Förder-Mitgliedschaften, Patienten-Patenschaften, Spenden, Vermächtnisse zu deren Gunsten und Gebete. Ausführliche Informationen gibt es auf der Homepage www.bbg.org.za.

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