1500 Haushalte nötig

Superschnelle Leitungen mit der Deutschen Glasfaser 

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Mirko Tanjsek und Frank Geltinger, Regionalleiter von Deutsche Glasfaser in Hessen, (3. u. 4. von links) stellten Ruth Disser sowie Michael und Katja Jochum ihr Ausbaukonzept vor.

Mainhausen - In Sekundenschnelle mit den USA kommunizieren - für Mainhausener derzeit noch ein Traum. Mit der Deutschen Glasfaser soll das anders werden. Das Unternehmen will die Gemeinde mit schnellen Internetleitungen versorgen. Von Oliver Signus 

Mainhausen wäre die erste Kreiskommune, in der private Haushalte von der Firma versorgt werden. Allerdings muss sie vorher ein Ziel erreichen. „Endlich sind wir im Kreis Offenbach mal die Ersten“, freut sich Bürgermeisterin Ruth Disser. Die Vorreiterrolle soll der kleinsten Kreiskommune das Unternehmen Deutsche Glasfaser bescheren, das ab dem Frühsommer den flächendeckenden Ausbau mit schnellen Internetanschlüssen starten will. Investieren will die Firma mit Hauptsitz in Borken (Nordrhein-Westfalen) laut Projektmanager Mirko Tanjsek fünf Millionen Euro. Allerdings müssen 40 Prozent der Mainhausener Haushalte - laut Ruth Disser etwa 1500 - sich für zwei Jahre vertraglich an die Deutsche Glasfaser binden, damit das Vorhaben realisiert wird. Stichtag ist der 7. Mai. Kommt die nötige Anzahl bis dahin nicht zustande, gibt es aus Rentabilitätsgründen auch keine Glasfaseranschlüsse.

Doch zeigen sich der Projektmanager und die Rathauschefin zuversichtlich. Zwei Infoveranstaltungen (Mittwoch, 28. Februar, Bürgerhaus Zellhausen; Donnerstag, 1. März, Bürgerhaus Mainflingen, jeweils ab 19 Uhr) sollen dazu beitragen, dass die Zahl bis Mai zusammenkommt. An den Abenden stellt das Unternehmen zudem seine verschiedenen Produkte/Tarife vor. Wer bis zum Stichtag einen Vertrag abschließt, ist auch von der einmaligen Anschlussgebühr in Höhe von 750 Euro befreit.

Wie sich die Zahl der teilnehmenden Haushalte entwickelt, soll laut Tanjsek ab 17. Februar über die Internetseite www.deutsche-glasfaser.de verfolgt werden können.

Läuft alles nach Plan, könnten schon in exakt einem Jahr die ersten Haushalte mit Glasfaserverbindungen online gehen. Die Ausbauarbeiten gehen laut Tanjsek recht zügig vonstatten. Die Kabel werden in einer Tiefe von nur etwa 50 Zentimetern verlegt. Versorgungskabel hingegen liegen in etwa ein Meter tiefen Schächten. Damit bei den Arbeiten dennoch nicht versehentlich Versorgungsverbindungen gekappt werden, steht das Unternehmen mit dem Tiefbauamt der Gemeinde in Verbindung, das über entsprechende Pläne verfügt. Überwiegend, so Tanjsek weiter, wird mit einer Frästechnik gearbeitet. Dabei wird mittels einer etwa tischgroßen Maschine ein Schlitz gegraben, in den die ummantelten Glasfaserdrähte, von denen eins zehnmal dünner ist als ein menschliches Haar, gelegt werden. Der Spalt wird dann auch umgehend wieder verschlossen. Bis zu 500 Meter lassen sich so pro Tag erledigen, sagt Tanjsek.

Bilder: Mainhausen feiert Jubiläum

Breitbandversorgung sei ein wichtiger und zukunftsweisender Infrastrukturfaktor, sagt Ruth Disser. Glasfaser werde bald zum Standard gehören, Mainhausen habe nun die Chance, „der Zukunft einen enormen Schritt entgegenzukommen“.

Mit der Deutschen Telekom, von der es eine Absichtserklärung für den Ausbau mit den leistungsschwächeren Vectoring-Verfahren für den Kreis Offenbach gibt, seien Versuche der Kontaktaufnahme gescheitert. Das Unternehmen habe sich seit Monaten nicht mehr gemeldet, so Disser.

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