Vereinsring Mainflingen

Wo die Vereinswelt in Ordnung ist

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Ehrenvorsitzender Günter Heinzmann, Vereinsringvorsitzender Peter Triefenbach und Gründer Walter Wolf (von links).

Mainflingen - Die 50-jährige Geschichte des Vereinsrings Mainflingen spiegelt auch den gesellschaftlichen Wandel im Vereinsleben während dieser Zeit. Das wurde bei der akademischen Feier zum Jubiläum der Dachorganisation im voll besetzten Bürgerhaussaal deutlich. Von Thilo Kuhn

Nach einem Sektempfang für die Gäste im Foyer eröffnete ein vierköpfiges Bläserensemble der Musikwerkstatt Mainhausen-Seligenstadt das offizielle Programm auf der Bühne. Vereinsringvorsitzender Peter Triefenbach freute sich über die gute Resonanz und begrüßte eine ganze Reihe von Ehrengästen aus Politik, lokaler Wirtschaft und Vereinen. Als erste Rednerin ergriff die Schirmherrin des Jubiläums, Bürgermeisterin Ruth Disser, das Wort. Sie überbrachte Glückwünsche und ein Präsent. Disser bezeichnete Mainhausen als „liebenswerte Gemeinde mit großem kulturellen und sportlichen Angebot“. Im Vereinsring sei „vorgelebt worden, was heute wichtiger ist denn je“. 17 in dem Dachverband organisierte Vereine mit etwa 4  000 Mitgliedern zeigten, dass man vieles nur gemeinsam stemmen könne und die Gemeinde ohne ein funktionierendes Vereinsleben weitaus ärmer wäre.

Eine detailliert von ihm ausgearbeitete Chronik mit vielen Namen und Ereignissen von 1964 bis heute (wir berichteten) trug der Vorsitzende der TSG Mainflingen, Michael Seifert, vor. Lebendig gestaltet mit kleinen Anekdoten gelang es ihm, ein an sich trockenes Thema interessant zu vermitteln. Zu den anschließenden Ehrungen wurden Gründungsmitglied Walter Wolf (damals Schriftführer des Vereinsrings) und der Ehrenvorsitzende Günter Heinzmann auf die Bühne gebeten. Heinzmann hatte den Vereinsring lange Jahre als Vorsitzender geführt. Als heutiger Ehrenrechner der Sängervereinigung wies Walter Wolf die anwesenden Wirtschaftsvertreter darauf hin, dass die Vereine neben guten Wünschen auch weiterhin finanzielle Unterstützung benötigten, um erfolgreich arbeiten zu können. Die beiden Geehrten erhielten viel anerkennenden Applaus für ihre Leistungen um das heimische Vereinsleben.

Gesangsbeiträge der beiden Mainflinger Männerchöre – Sängerbund unter der Leitung von Vizechorleiter Patrick Burkard und Sängervereinigung unter Leitung des Dirigenten Werner Utmelleki – lockerten das Programm auf. Eine ganze Reihe von Ehrengästen nutzte die Gelegenheit, um mit Grußworten zu gratulieren oder auch Umschläge mit Geldpräsenten zu überreichen. Zu den Gästen zählten der Ehrenvorsitzende des Vereinsrings Zellhausen, Wolfgang Crynen, Seligenstadts Ex-Bürgermeister Rolf Wenzel als Verwaltungsratsmitglied der Sparkasse Langen-Seligenstadt sowie Volker Horn als Vertreter des Vereinsrings Froschhausen, der bemerkte, dass auch „in Mainflingen die Vereinswelt noch in Ordnung ist“. Der Gewerbevereinsvorsitzende von Mainhausen, Peter Dievernich, verband seine Glückwünsche mit der Feststellung: „Die Wirtschaft ist stolz auf die Vereine“. Er sieht Chancen für die Entwicklung der Vereine auch in möglicher oder bereits gelebter Partnerschaft mit der heimischen Wirtschaft. Pfarrer Martin Franke von der evangelischen Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen gratulierte mit einem Bibelzitat.

Sängervereinigung Mainflingen feiert Jubiläum

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Bei allen großen Erfolgen der Jahrzehnte schwangen in einigen Reden auch nüchterne, kritische Töne mit. So wurden die strengen Verwaltungsvorschriften für Vereinsfeste, die Überalterung mancher Vereine sowie die wegen individueller Freizeitgestaltung zum Teil fehlende Bereitschaft, Ehrenämter zu übernehmen, offen angesprochen. Dem Organisationsteam, das mit der monatelangen Vorbereitung der Feier betraut war, gehörten an: Armin Schmidt (Freiwillige Feuerwehr), Michael Seifert (Turn- und Sportgemeinde), Gunter Knecht (Sängervereinigung), Peter Triefenbach als Vereinsringsvorsitzender und Klaus Barthel (Sängerbund), der die technische Regieführung im Saal übernahm. Ein erfrischender Auftritt der Tanzgruppe „Unbreakable“ der TSG Mainflingen – mit erfülltem Zugabewunsch – sorgte noch einmal für einen Farbtupfer. Denise Richter und Louisa Hillenbrand hatten die choreographische Leitung. Die Feier endete am frühen Nachmittag bei anregenden Gesprächen der Gäste, die in Foyer und Saal noch bei Getränken und kleinen Imbissen verweilten.

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