Vielen Menschen das Leben gerettet

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Mit einem freundlichen Winken bedanken sich diese Kinder für die Spenden.

Ostkreis (kg) ‐ „An dem einen Ende stehen die, die geben; am anderen Ende stehen so viele Menschen, die auf Hilfe warten, und der Vorstand von pro interplast steht dazwischen.

Wir sammeln, beschaffen, organisieren, koordinieren, vermitteln, kontrollieren, avisieren, informieren, protokollieren, registrieren, telefonieren, benachrichtigen und sind stets bestrebt, das Beste aus allem zu machen." So beginnen Waltraud Huck (Vorsitzende) und Heike Löbnau (Schriftführerin) den Jahresbericht 2009 der Hilfsorganisation pro interplast. „Charity Watch“ hat die Arbeit des Vereins zur Förderung plastischer Chirurgie in Entwicklungsländern folgendermaßen beurteilt: „Weniger als zwei Prozent Verwaltungskosten, kein Cent für Werbung und absolute Transparenz: Pro interplast Seligenstadt ist keine Hilfsorganisation wie viele andere. Es gibt klare Regeln, und die wichtigste lautet: Es darf kein Cent unnötig ausgegeben werden. Aufgestellt hat sie Waltraud Huck. Dass die Gründerin und Vorsitzende des Vereins lebt, was sie sagt, zeigt der Kassenbericht. Im vergangenen Jahr gingen gerade einmal 1,91 Prozent der Einnahmen in Verwaltung und sonstige Ausgaben. Der Rest, über 350.000 Euro, floss direkt und unkompliziert in Hilfsprojekte auf der ganzen Welt."

So sieht ein Urlaub engagierter Ärzte aus.

Der Vorstand von pro interplast Seligenstadt ist derzeit mit sechs Frauen besetzt: Waltraud Huck (Vorsitzende), Reinhilde Stadtmüller (stellvertretende Vorsitzende), Gisela Ledwig (Kassenwartin), Gertrude Bohländer (stellvertretende Kassenwartin), Heike Löbnau (Schriftführerin) und Andrea Krammig (stellvertretende Schriftführerin). Vier Vorstandsmitglieder sind aus dem Vorstand ausgeschieden: Inge Claus (Beisitzerin) legte nach zehn Jahren intensiver Vorstandsarbeit ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Ausgeschieden sind auch Petra Welzbacher (Pressesprecherin), Angelika Schilling-Bethmage (Beisitzerin) und Volkmar Grohmann (Beisitzer).

Jahreshöhepunkt war die Jubiläumsfeier

In ihrem Bericht wies Waltraud Huck auch auf die Vereinsaktivitäten hin: Weihnachtsmarkt in Seligenstadt, Mitgliederversammlung mit Dr. Soha Asgari, Dr. Gruhl, Dr. Schmidt-Barbo und Dr. Exner sowie das Sommerfest im Innenhof der Privatbrauerei Glaab. Ausführlich ging Huck auf den Besuch von Dr. Tobias Vogt (Langzeitarzt in Kalkutta) und Dr. Lisa Sous (beide Ärzte des Komitees „Ärzte für die dritte Welt“) ein. Pro interplast arbeitet seit sechs Jahren intensiv mit Dr. Vogt zusammen. Dank seinem unermüdlichen Engagement hätte vielen Menschen, überwiegend Kindern, das Leben gerettet werden können. Außer der Bereitstellung von Geldern für die medizinische Versorgung und Notfalloperationen von schwerstkranken Menschen in Kalkutta habe pro interplast auch kleine Geldbeträge zur Verfügung gestellt, die für eine Mini-Existenz an die ärmsten Familien in den Slums verteilt (Familienhilfe) werden.

Kraftnahrung für Kinder.

Jahreshöhepunkt war die Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen von pro interplast gewesen. „Die Existenz von pro interplast zeigen das Ungleichgewicht in den Lebensbedingungen der Menschen auf. Sie versuchen Gleichgewicht zu schaffen“, sagte damals Hainburgs Bürgermeister Bernhard Bessel. Stolz sind die Vereinsmitglieder auch über die Aussage von Dr. Tobias Vogt: „Pro interplast ist in Kalkutta eine Art Leuchtturm für eine dunkle stürmische See und viele, viele Schiffsbrüchige verdanken dem Verein ihr Leben.“ Die Arbeit von 20 Jahren pro interplast fasste Prof. Dr. Lemperle beim Fest mit diesen beeindruckenden Zahlen zusammen: „665 Mitglieder, die in 20 Jahren ein Spendenaufkommen von etwa fünf Millionen Euro zusammen bettelten, womit sie etwa 400 Interplast-Teams insgesamt mehr als 2000 Einsätze finanzierten und rund 25.000 Patienten weltweit eine Operation ermöglichten."

Intensive Zusammenarbeit mit Dr. Tobias Vogt

Die intensive Zusammenarbeit mit Dr. Tobias Vogt in Kalkutta halte ununterbrochen an. Pro interplast hat wieder zahlreiche Herzoperationen und Operationen aufgrund von Tuberkuloseerkrankungen finanziert. „Weiterhin boten wir Impfprogramme, Ernährungsprogramme, Augenoperationen, Medikamentengaben, Vitaminsalz- und Kraftnahrungsprogramme mit der Hilfe von Dr. Vogt an. Außerdem wurden in der kalten Jahreszeit Wolldecken und in der feuchtheißen Sommerzeit, Moskitonetze, zum Schutz vor Malariaerkrankungen, verteilt."

Erfreut ist Huck darüber, dass die17-jährige Zusammenarbeit mit Howrah South Point - eine indische Hilfsorganisation, die sich um sozial abseits stehende, behinderte Menschen kümmert - nach wie vor sehr effektiv ist. So habe die Franz-Beckenbauer-Stiftung wieder einen Teil der Ernährung (eine warme Mahlzeit pro Tag) von im Slum lebenden Kindern mitfinanziert. Damit pro interplast zukünftig noch vielen Menschen helfen kann, benötigt der Verein auch weiterhin Unterstützung. „Viele arme Menschen in den Drittweltländern brauchen unsere Hilfe - und um helfen zu können, brauchen wir Hilfe", appelliert Waltraud Huck und nennt folgendes Spenden- und Beitragskonto: Volksbank Seligenstadt, Kontonummer 280208, Bankleitzahl: 506 921 00.

Kein Mensch hat Einfluss darauf, wo er geboren wird, und seine persönliche Entwicklung hängt von so vielen Faktoren ab. Aber fünf Einflüsse sind für eine gesicherte Zukunft maßgeblich: Frieden, ausreichende Ernährung, angemessene Unterkunft, Schulbildung und medizinische Mindestversorgung. Dies alles haben wir. Wir leben hier und jetzt, uns geht es gut und deshalb können und müssen wir es uns leisten, anderen zu helfen."

Damit das gelingt, stellt stellt pro interplast Seligenstadt das Jahr 2010 unter folgendes Motto: „Fange nie an aufzuhören - höre nie auf anzufangen.“

Viele große und kleine Einsätze

Durch die Unterstützung der 665 Mitglieder, zahlreichen Spendern und den Bußgeldern von Gerichten, Staatsanwaltschaften und Amtsanwaltschaften hat pro interplast auch im Jahr 2009 erneut viele große und kleine Einsätze finanziert:

1. Indien (Heyderabad), Prof. Dr. Götz Ehmann

2. Philippinen (Binalbagan), Dr. Klaus Exner

3. Indien (Raipur), Prof. Dr. Götz Ehmann

4. Guatemala, Dr. Günter Zabel

5. Indien (Katra und Jabalpur), Dr. Albrecht Krause-Bergmann

6. Indien (Jalpaiguri), Dr. Matthias Axt

7. Somalia (Mogadischu), Dr. Abdina Sir

8. Indien (Aligarh), Dr. Alireza Ghasemi

9. Indien (Jalpaiguri), Dr. Soja Asgari als Nachfolgerin für das Projekt von Prof. Klaus Bitter

10. Philippinen ((Paganasian), Dr. Christian Löhlein

11. Philippinen (Puerto Princesa), Dr. Astrid Krönchen

12. Eritrea (Asmara), Prof. A. Martini

13. Indien (Kodaikanal), Dr. Lutz Gruhl und Dr. Andreas Schmidt-Barbo

14. El Salvador, Prof. Gottfried Lemperle

15. Peru (Lima), Dr. Theo Merholz

16. Madagaskar, Dr. Gie Meyer-Vandehult

17. Indien (Sendhawa), Dr. Babara Dünzel

18. Benin (Klinikschiff „Africa Mercy“), Steffa Waffenschmidt

19. Indien (Asha Vihar), Prof. Hans-Joachim Voigt

20. Eritrea (Asmara), Prof. A. Martini

21. Thailand (Bangkok), Anne von Remont

22. Philippinen (Dipiolog), Dr. Peter Post

23. Indien (Jalpaiguri), Dr. Soha Asgari

24. Indien (Raipur und Chittapur), Prof. Dr. Götz Ehmann

25. Nepal/Katmandu.

Pro interplast hat wieder die Flugkosten für 14 Einsätze in das Interplast-Krankenhaus finanziert. „So wurde in Münster versucht, dem taubstummen, auf einem Auge bereits erblindeten neunjährigen Islam aus Ägypten das verbleibende Restaugenlicht auf dem anderen Auge zu retten. Leider vergeblich, die Ärzte konnten trotz aller Bemühungen nicht mehr helfen. Einer der sehr traurigen Momente für pro interplast", so Waltraud Huck.

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