Abschluss der Zellhügel-Grabungen

Weitere Skelette und Artefakte

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Die Überreste mehrerer Skelette haben die Archäologen bei Grabungen am Zellhügel entdeckt.

Mainhausen - Inzwischen haben die Bagger die Grabungsfläche auf dem Zellhügel in Mainhausen wieder zugeschüttet. Zwei Wochen lang dauerten die vom Geschichts- und Heimatverein Mainhausen initiierten Ausgrabungen und förderten gleich mehrere interessante und aufschlussreiche Funde zu Tage.

Nach dem Skelettfund am ersten Tag der Grabungen entdeckten die Archäologen weitere menschliche Überreste. Unter der Leitung der Archäologinnen Dagmar Kroemer und Gesine Weber vom Kreis Offenbach haben auf zwei Grabungsflächen an manchen Tagen bis zu 15 Frauen und Männer gearbeitet, darunter vier Archäologiestudenten der Uni Marburg. Ohne die Unterstützung der vielen auswärtigen Helfer wäre ein solches Unterfangen, trotz Dauereinsatz des Vorstandes, nicht möglich, resümiert Dr. Ludwig Stenger vom Geschichts- und Heimatverein.

Ergebnisse der Grabungen

Nach Abschluss der Arbeiten fasst Stenger die wesentlichen Ergebnisse der Grabungen zusammen: „Die auf der einen Teilfläche gefundenen Artefakte lassen darauf schließen, dass sich dort eine spätbronzezeitliche Siedlung - zirka 1200 vor Christus - befand. Ähnliche Scherben finden sich sonst hauptsächlich in Gräbern aus der Zeit der Urnenfelder-Kultur.“ Ein Relikt aus der Steinzeit sei das aufgefundene Steinbeil. Auf der zweiten Teilfläche konnten die Archäologen den 2011 entdeckten „karolingische Keller“ diesmal komplett ausgraben. „Ein auffälliges Gebäudemerkmal ist der Zugang zum Keller über eine 1,50 Meter breite Rampe.“ Dort habe sich möglicherweise eine heute nicht mehr zu identifizierende Holztreppe befunden. Reste von Schmuck und eine Münze bestätigten die Einordnung in die Zeit der Karolinger.

Im Umfeld der Rampe fanden sich, neben dem bereits bei Grabungen im Jahr 2011 entdeckten Skelett aus dieser Zeit (um 800), weitere fünf Skelette. Diese lagen weniger tief als der erste Fund und wiesen teilweise schwere Schädelverletzungen auf. Alle waren mit Blick nach Osten, also christlich, begraben worden. Ein Skelett lag direkt an der nördlichen Ecke der Rampe unter einer umgestürzten Mauer und konnte erst nach Beseitigung der Mauerreste geborgen werden. Die einstürzende Mauer hatte wohl auch zu einer Verschiebung und seitlichen Stauchung des Toten geführt. Die Archäologen vermuten, dass die Mauer zu einem Zeitpunkt einstürzte, als zumindest noch Sehnen das Gerippe zusammenhielten. „Gibt es also sogar einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Tod und Einsturz?“

Sensationeller Fund bei Ausgrabungen in Erlensee

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Jede neue Grabung wirft wieder neue Fragen auf: „So rätseln unsere Archäologen noch über die Bedeutung des Gebäudes und über die Funktion der Rampe“, berichtet Dr. Ludwig Stenger. Auch zu den Skeletten sind erst nach den Untersuchungen des Anthropologen und der C14-Datierung genauere Aussagen zu erwarten – etwa zum Alter und zum Todeszeitpunkt.

kd

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