Notizbuch der Woche

Kommentar: Wenig Meisterliches

Man hatte sich schon so daran gewöhnt, dass ihr Fehlen irgendwann gar nicht mehr auffiel. Eine Lücke hat sie nicht hinterlassen, weil sie von den Gemeindevertretern aus gesehen stets am rechten Rand gesessen hat. Von Oliver Signus

Die Rede ist von Mainhausener Gemeindevorstandsmitglied Ursula Vormwald, ehemals Mitglied der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) und nach dem Scheitern der Kooperation mit der SPD aus der Gruppierung ausgetreten.

Das passte dann so gar nicht mehr zusammen, nachdem sich die UWG-Fraktion auf die Seite von CDU und FDP schlug und Kritik an der Amtsführung von Bürgermeisterin Ruth Disser übte.

Nun war es der berühmte „Anonymus“, der kurz vor der jüngsten Gemeindevertretersitzung dem UWG-Fraktionsvorsitzenden Manfred Stolz eine „Anzeige“ zukommen ließ. Darin wies der oder die Verfasser(in) daraufhin, dass Ursula Vormwald bereits seit etwa einem Jahr weder an einer Gemeindevertretersitzung noch an einer Ausschusssitzung teilgenommen habe. Als Stolz die Inhalte der anonymen „Anzeige“ bekannt gab, da fiel es uns wieder auf. Ja, der Stuhl ist schon seit langem unbesetzt. Bürgermeisterin Ruth Disser gab an, dass sich die Ex-UWG-Frau aus beruflichen Gründen entschuldigen ließ.

Nun kann man das ja durchaus gelten lassen, schließlich sind das ehrenamtliche Positionen, da muss ein solche Engagement sicher ab und an hinter berufliche Belange zurücktreten. Doch ein gänzliches Fehlen über einen so langen Zeitraum - das übrigens von der Gemeinde bestätigt wurde - entspricht dann wohl kaum mehr dem eigentlichen Sinn eines solchen Amtes, kommunalpolitische Arbeit sieht nach unseren Vorstellungen anders aus. Somit wäre ein Wechsel in dem Gremium dringend angeraten. Da Ursula Vormwald in ihrer Funktion als Gemeindevorstandsmitglied eine Beamtin auf Zeit ist, müsste sie einen Antrag auf Entlassung stellen, dem die Gemeindevertreter wiederum zustimmen müssten.

Hickhack um den Skaterpark

Dann wäre der Weg frei für einen Nachrücker. Die Liste wurde im vergangenen Jahr geändert : Zunächst waren die Sozialdemokraten Dieter Jahn und Kai Gerfelder vorgesehen, sie kamen aber nicht in Frage, da sie als Gemeindevertretervorsteher beziehungsweise SPD-Fraktionschef fungieren. Auf der Liste steht nun ein Mainhausener UWG-Mann, wie wir erfahren haben. Für uns stellt sich dabei auch die Frage, warum die Gemeindevertreter nicht längst die Initiative ergriffen haben, um die Situation zu verändern. Anstatt monatelang rumzunörgeln, dass der Informationsfluss aus dem Gemeindevorstand mangelhaft sei, hätte dieser durch eine personelle Veränderungen verbessert werden können, zumal ein UWG-Vertreter seine Fraktion ungefiltert mit Auskünften hätte versorgen können.

Auch nicht gerade eine Meisterleistung kommunalpolitischen Wirkens ist das Hickhack um den Skaterpark. Obwohl schon im vergangenen März klar war, dass sich das Gelände zwischen Mühlbach und Parkplatz vor dem Gelände des SV Zellhausen aus Gründen des Landschaftsschutzes nicht dafür eignet, haben CDU und FDP im November einen gemeinsamen Antrag durchbekommen, der die Errichtung genau dort vorsah. Dazu sollte beantragt werden, eine Fläche von 1500 Quadratmetern aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen. Die SPD-Fraktion hat das Vorhaben auch noch begünstigt, indem sie sich der Stimme enthielt.

Nun fordert das Regierungspräsidium eine Standortüberprüfung. Die kostet 2750 Euro, und da es noch keinen genehmigten Haushaltsplan gibt, ist unklar, ob und wann der Auftrag vergeben werden kann. Bürgermeisterin Ruth Disser sieht einen Baubeginn in diesem Jahr eher skeptisch. Eine Initiative Jugendlicher hatte sich Ende 2008 für eine Anlage eingesetzt, wir sind gespannt, ob sie die noch nutzen können, bevor sie im Rollator-Alter sind.

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