Ganze Arbeit geleistet

Innenrenovierung von Kirche St. Wendelinus abgeschlossen

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Chor und Altarraum erstrahlen in neuem Glanz.

Die Innenrenovierung im Hauptschiff der katholischen Pfarrkirche St. Wendelinus in Zellhausen darf als gelungen bezeichnet werden. Da wurde für lediglich 60.000 Euro ganze Arbeit geleistet.

Mainhausen – Durch Gerüstbautransfers und Abdeckungsarbeiten war für einige Wochen durchaus Zusammenrücken während der Messfeiern angesagt: Abwechselnd halbseitig musste das Gotteshaus inklusive der abgeschlagenen Bankreihen gesperrt werden. Aber Gottesdienst konnte stets zelebriert werden.

Die Geduld der Katholiken im Mainhäuser Ortsteil hat sich ausgezahlt. Am zweiten Märzsonntag konnte der Gottesdienst im frisch getünchten, neu erstrahlenden Gebäude gefeiert werden. Auch die Orgelbühne auf der Empore wurde erneuert. „Die Arbeiten, die sich ab Januar bis vor Ostern erstrecken sollten, konnten einen Monat vorher beendet werden“, zeigte sich Winfried Wolf vom Pfarrverwaltungsrat St. Wendelinus erleichtert und sehr zufrieden mit der Ausführung.

Blick während der Renovierung ins Kirchenschiff: Gut erkennbar ist die typisch neugotische Architektur.  

Zu verdanken sei das zwei ortsansässigen Unternehmen, die der Gemeinde auch finanziell entgegengekommen seien. Wolf, der seit Jahren dem Pfarrverwaltungsrat angehört, hatte Planung und Arbeiten organisatorisch begleitet. „Eine Vielzahl ehrenamtlicher Helfer war bei allen Nebenarbeiten zur Stelle“, lobte er.

2016 begann die erste Renovierungsphase mit dem Seitenschiff vor dem Wendelinusaltar. Grund war ein Wassereinbruch an der Decke, der auch am großen Wandgemälde Schaden hinterlassen hatte. Risse an der Rückwand des Schiffs wurden repariert, Wände und Decke neu angelegt. Damals schon wurde erkannt, dass der gesamte Innenraum des Gotteshauses wegen starker Verschmutzung bald neu angelegt werden musste. Im ersten Schritt wurden Ende Oktober 2019 der Altarraum und das Seitenschiff vor dem Marienaltar in Angriff genommen. Noch vor Weihnachten waren die Arbeiten beendet.

Figurengruppe mit Heiligen über dem Hauptaltar

Erst 1874 war Zellhausen zur eigenständigen Pfarrei erhoben worden. Über Jahrhunderte hinweg war die Gemeinde eine Filialkirche der Pfarrei Seligenstadt gewesen, die neben Klein-Welzheim und Froschhausen bis 1803 in der Benediktinerabtei inkorporiert war. Eine Kapelle oder kleine Kirche gab es Ende des 19. Jahrhunderts in Nachbarschaft des Alten Rathauses. Sie wurde allerdings abgerissen, als sie zu klein geworden war. Mit Unterstützung der Zellhäuser Christen und dank des organisatorischen Geschicks von Pfarrer Georg Heinrich Keilmann gelang es 1903/1904, die heutige Kirche in Rekordzeit fertigzustellen. Für 85 000 Reichsmark entstand sie im neugotischen Stil nach dem Vorbild der Markuskirche in Altenmittlau (Hessen-Nassau). Im Innern befinden sich unter anderem ein Marienaltar und zwei Statuen des Schutzpatrons, mehrere hundert Jahre alt. Die imposante Figurengruppe über dem Haupteingang stellt Maria, Elisabeth und Agnes dar, eingerahmt von Antonius und Josef. Wegen Holzwurmbefalls der Bänke blieb die Kirche Anfang 2019 eine Zeit lang geschlossen. Derzeit ist der linke Seiteneingang tagsüber geöffnet. Gottesdienste finden nach dem Erlass des Bistums vorläufig nicht statt. 

VON THILO KUHN

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