44.000 Euro für Kinder

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12.700 Euro für das Kindermissionswerk haben allein die Sternsinger der drei Heusenstammer Gemeinden gesammelt.

Heusenstamm/Mühlheim/Obertshausen ‐ Was in Rembrücken Erfolg verspricht, taugt noch lange nicht für andere Gegenden. Das mussten die Sternsinger der Mühlheimer Pfarrei St. Markus erfahren, die wie ihre Kollegen in der Schlossstadt von Haus zu Haus zogen, um den Segen Gottes zu verbreiten. Von Michael Prochnow

Doch kennen viele Bewohner die „Heiligen Drei Könige“ nicht und wiesen die orientalisch gewandeten Besucher ab. Dennoch feierten sie auch am Main die Ergebnisse der weltweit größten Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Fast 44.000 Euro sammelten die „Weisen aus dem Morgenland“ in den zehn katholischen Kirchengemeinden der Städte Mühlheim, Obertshausen und Heusenstamm. Mehr als 200 Mädchen und Jungen, Gruppenleiter und Eltern waren in die Rollen von Kaspar, Melchior und Balthasar geschlüpft und hatten die Botschaft von der Geburt Christi verkündet. Diese Aufgabe stehe im Vordergrund des Brauchtums, betonen die Organisatoren immer wieder.

Wie wichtig jedoch auch das Klimpern in den Spendendosen ist, wird in diesen Tagen deutlich. Das Kindermissionswerk, Träger der Tradition, unterhält 61 Projekte in Haiti und stellte spontan 100.000 Euro Soforthilfe für die Opfer des Erdbebens zur Verfügung. Im vergangenen Jahr hatten deutschlandweit rund 500.000 junge Christen 39,6 Millionen Euro zusammengetragen, allein im Bistum Mainz 1,3 Millionen. Damit wird rund um den Globus mehr als 3.000 mal Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.

Zum 36. Mal mit Stern und Weihrauch unterwegs

Wie in der Pfarrei St. Markus gingen auch die Sternsinger von St. Maximilian Kolbe in Mühlheim von Haus zu Haus, so wie es früher üblich war. Neben enttäuschenden Erfahrungen gab es viele, vor allem ältere Leute, die sich nach dem Besuch einer Gruppe im Pfarrbüro meldeten und erfreut bedankten. Rund um die Altstadt nahmen 23 Kinder und Jugendliche 6.200 Euro ein, im Stadtteil Markwald trugen ein Dutzend Teilnehmer mit Hilfe mehrerer Eltern, die an drei Tage auch Mittagessen zubereiten, 2.500 Euro zusammen.

Die 20 Dietesheimer Sänger steuerten angemeldete Familien an, bekamen 3.000 Euro und ein Mittagessen im Pfarrheim. Zwei Dutzend Lämmerspieler, darunter eine Gruppe junger Erwachsener besuchten in ihrer Pfarrei 90 Familien und erhielten exakt 4.177 Euro. Wegen der Ferien, erläuterte Leiterin Ramona Meinel, sei es diesmal schwieriger gewesen, Schüler zu gewinnen. Viele waren mit den Eltern verreist. Gesammelte Süßigkeiten teilten die Teams aus den beiden Gemeinden mit den Besuchern des Lebensladens. In St. Lucia waren bereits zum 36. Mal junge Christen mit Stern und Weihrauch unterwegs.

18 von St. Cäcilia und 35 von Maria Himmelskron

Ebenfalls seit den 70er Jahren gestalten die Hausener ihre Aktion. Unter den fast 50 Beteiligten sind bereits Kinder früherer Teilnehmer. Einige von ihnen bildeten mit Geige, Saxophon, Bass, Posaune und Klavier eine Sternsinger-Band, gestalteten Spielszenen und nahmen mehr als 7.000 Euro ein. Auch an diesem Wochenende sind noch Gruppen der Pfarreien Herz Jesu und St. Thomas Morus in Obertshausen auf Tour. Danach werden sie etwa 400 Wohnungen, Kitas, Seniorentreffs und das Rathaus besucht haben. Ein Teil der dann gut 8.000 Euro erhalten Ordensschwestern in Mammolshain, die Kindergärten und Schulen in Tansania und Indien unterhalten.

18 Mädchen und Jungen von St. Cäcilia und 35 von Maria Himmelskron waren in Heusenstamm unterwegs, sammelten 4.000 und 4.200 Euro. Mehr Geld als im Vorjahr zählten auch die zwölf Rembrücker „Könige“. Beim Zug von Haus zu Haus landeten 4.500 Euro in den Dosen.

Ich ziehe immer wieder den Hut vor den Kindern, die sich so mutig engagieren“, formulierte Mitorganisatorin Claudia Oberbeck aus Mühlheim ihren Dank.

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