Weder mach- noch bezahlbar

Absage ans Selbstkochen in Kitas

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Mühlheim - Schlappe für einen Vorschlag aus dem Bürgerhaushalt: Die Forderung, künftig in allen Mühlheimer Kindertagesstätten mittags frisch zu kochen, ist vom Parlament abgelehnt. Organisatorisch und finanziell nicht machbar, heißt es. Von Marcus Reinsch 

Aktuell gibt es in den städtischen Betreuungsinstitutionen rund 680 Kinder, deren Eltern neben der Betreuung auch das Mittagessen gebucht haben. Die Esser-Quote ist nicht zuletzt durch das beitragsfreie Bambini-Jahr, für das nur die Mahlzeiten zu bezahlen sind, von 74 Prozent vor drei Jahren auf 82 Prozent heute gestiegen. Bei gleichzeitiger Ausdehnung der Platzkapazitäten.

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Frisch gekocht wird derzeit noch, wie die Verwaltung schreibt, in den Kitas Schlesierstraße, Bürgerpark, Bornweg, Markwald und bei den Mühlmäusen. In anderen Institutionen ist die Belieferung mit Essen Standard. Diese Catering-Lösung habe Vorteile. Zum einen überzeuge die Firma Vitesca im Preis-Leistung-Vergleich. Zum anderen habe sich das Zubereitungsprinzip bewährt. Die Essen werden in der Großküche vorgegart, schockgefrostet, an die Kitas ausgeliefert und dort in Konvektomaten fertig gegart. „Auf diese Art können selbst größere Mengen in kürzester Zeit bewältigt werden“ und auch Allergiker mit beispielsweise gluten- oder laktosefreiem Essen bedient werden, heißt es.

Essen in zwei oder drei Etappen

Und größere Mengen werden in einigen Institutionen zweifellos gebraucht. In der Dietesheimer Kindervilla Basalto mit 100 Kindern und im Schulkinderhaus mit 160 Kindern beispielsweise werde zwischen 12 und 13.30 Uhr in zwei oder drei Etappen gegessen. Dort selbst Kochen würde wohl spätestens für die dritte Runde Essen hervorbringen, das keinerlei Qualitätsanspruch erfüllt, weil es lange warmgehalten werden müsste.

Zusätzlich müssten Selbstkoch-Einrichtungen zusätzliches Personal beschäftigen, was unbezahlbar und mancherorts sinnfrei wäre, weil gar nicht jede Kita die nötige Küche hat. Zu den benötigten Kapazitäten würde nur der Ausbau führen. Und damit zu einem „stark erhöhten“ Verpflegungssalär für die Eltern. Denn das decke schon jetzt nicht die laufenden Kosten und müsse erhöht werden.

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