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Frau will Wohnung ummelden: Ihr Bericht löst Schwall der Entrüstung aus

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Von: Ronny Paul

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Ob Ausweise, Beglaubigungen oder Wohungsan- und -ummeldungen: Anlaufstelle für Mühlheimer ist der Zentrale Bürgerservice im Rathaus an der Friedensstraße. archiv
Ob Ausweise, Beglaubigungen oder Wohungsan- und -ummeldungen: Anlaufstelle in Mühlheim ist der Zentrale Bürgerservice im Rathaus an der Friedensstraße. (Archivfoto) © m

In Mühlheim (Kreis Offenbach) hangelt es Kritik für das Bürgerbüro im Rathaus. Es ist nicht das erste Mal. Der Bericht einer Frau sorgt für Empörung.

Mühlheim – Es war längere Zeit ruhig um den Zentralen Bürgerservice (ZBS) im Rathaus. Nun hat sich im Netzwerk Facebook eine Nutzerin darüber ausgelassen, welchen Aufwand sie für eine Wohnungsummeldung in der Mühlenstadt betreiben musste. Das hat in der Gruppe „Mühlheim für alle“ einen Schwall an Kommentaren ausgelöst, die wiederum weitere vermeintliche Ungereimtheiten im ZBS zutage bringen.

Etwa missverständliche Auskünfte gegenüber Bürgern oder den Unmut über arbeitnehmerunfreundliche Arbeitszeiten. Mit den Aussagen konfrontiert, zeigt man sich im Rathaus verwundert, verweist auf eine anonymisierte Befragung mit überwiegend positivem Feedback und informiert darüber, dass das Team im ZBS in absehbarer Zeit verstärkt werde.

Chaos in Mühlheim (Kreis Offenbach): Der fünfte Umzug einer Frau wird zur Tortur

Facebooknutzerin „Nicki Ta“, die nach eigener Aussage seit 18 Jahren der Mühlenstadt lebt, schildert, dass sie die Umstände, die ihr eine Wohnungsummeldung bei ihrem fünften Umzug innerhalb der Stadt bereitete, noch nie erlebt habe. Weil sie Vollzeit arbeite, habe sie ihrem Partner eine Vollmacht zur Ummeldung ausgestellt. Beim ersten Anlauf wurde bemängelt, dass die Vollmacht nicht auf einem eigens dafür vorgesehen Formular ausgefüllt wurde.

Der zweite Anlauf scheiterte an einer nicht anerkannten Unterschrift. Die Nutzerin schreibt, innerhalb von sechs Jahren habe sich ihre Unterschrift leicht verändert, aber weder eine Bestätigung des Vermieters noch der Mietvertrag seien im Rathaus als Beleg für ihre Identifizierung akzeptiert, der Partner sei stattdessen wieder heimgeschickt worden. „So etwas habe ich echt noch nie erlebt“, schreibt sie.

Noch mehr Ärger in Mühlheim: „Das Diskutieren hat länger gedauert als die Sache an sich“

Dazu kommentiert Nutzer „Rolf Wildhirt“: „Schon der erste Termin hätte stattfinden müssen, denn eine handschriftliche Vollmacht reicht aus. Keinesfalls kann von der Behörde auf einem speziellen Formular eine Vollmacht verlangt werden. Das ist Behördenwillkür.“

Andere beschweren sich über missverständliche Auskünfte, schildern, dass sie von ZBS-Mitarbeitern gesagt bekommen hätten, für eine Abholung von Ausweisdokumenten könnten sie ohne Termin ins Rathaus kommen. Eine Falschauskunft. Denn als ihr Sohn einen Ausweis holen wollte, sei dieser abgewiesen worden, weil er keinen Termin hatte, schreibt Nutzerin „Francesca Veneziano“. Ihr Fazit: „Das Diskutieren hat länger gedauert als die Sache an sich.“

„Anna Greta“ berichtet dazu: „Bei uns die gleiche Geschichte! Wurde von der Frau vor mindestens zehn Leuten angebrüllt, was mir einfalle, ohne Termin hier aufzukreuzen. Ich habe gesagt, ihr Kollege hat mir selbst gesagt, ich kann den Ausweis dann einfach so spontan abholen.“ Darauf sei sie wieder angeschrien worden, „wie eine Schwerverbrecherin“. Die Aussage, man könne ohne Termin kommen, sei von den Mitarbeitern abgestritten worden. „Wie im Kindergarten“, urteilt die Nutzerin.

Bürgerbüro in Mühlheim: Frau ist über die Öffnungszeiten empört – „eine Frechheit“

„Manu Plei“ schildert: „Mir wurde auf Nachfrage, warum man denn so lange im voraus einen Termin für die Abholung des neuen Persos [...] benötigt, gesagt: ,Wissen sie eigentlich was hier los ist?’“ Sie habe sich umgesehen und dann geantwortet: „Ja, nicht so viel.“ Darüber sei die ZBS-Mitarbeiterin „not amused“ gewesen und habe gesagt, die Mühlheimer seien „sehr zufrieden mit der momentanen Situation“.

Weitere Nutzer kritisieren die Öffnungszeiten des ZBS. So schreibt „Petra Werk“: „Allein die Öffnungszeiten sind eine Frechheit. Nur einmal wöchentlich ist nachmittags länger geöffnet. Auf meine Nachfrage, warum dem so sei, wurde mir geantwortet: Das sind familienfreundliche Arbeitszeiten für die Mitarbeiter! Dachte, dies sei ein Bürgerbüro für die Bürger – was soll man da sagen?“ „Joachim Pleier“ kommentiert: „Der Bürgerservice wird seinem Namen nicht gerecht. Das ist ein Armutszeugnis für Mühlheim und den Bürgermeister.“

Nicht nur Ärger: Umfrage im Rathaus in Mühlheim zeigt positiveres Bild

Jedoch finden sich nicht nur negative Aussagen im Netz: „Lief problemlos ab“, berichtet „Jani Banani“ von ihrer Ummeldung im ZBS. „Bibi Earl“ schreibt: „Lief alles wie am Schnürchen. Und die Mitarbeiter sind einfach alle super nett.“ Diese Erfahrungen decken sich dann auch eher mit denen, die man im Rathaus vernimmt. Seit Sommer laufe eine anonymisierte Befragung, die allen Bürgern die Möglichkeit gebe, ihre Anliegen direkt nach der Abwicklung zu bewerten. Der entsprechende Rücklauf der Fragebogen wird monatlich ausgewertet und Kritikpunkte werden reflektiert, heißt es aus dem Rathaus. Dadurch könne schnell reagiert und Abhilfe geschaffen werden. Die von Facebooknutzern geschilderten Erfahrungen deckten sich jedoch nicht mit denen, die im Rathaus ankommen, diese seien „äußerst positiv“.

„Gut 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, die sich an der Aktion beteiligt haben, waren mit den Leistungen des Bürgerservices sehr zufrieden.“ Auf die missverständlichen Auskünfte von ZBS-Mitarbeitern angesprochen, heißt es: „Für alle Vorgänge wird ein Termin benötigt.“ Der Versuch, im vergangenen Sommer Zeitfenster ohne Terminvergabe anzubieten, habe zu Warteschlagen geführt, in denen die pandemiekonformen Abstände kaum eingehalten wurden. Zudem habe das Warten für Unmut gesorgt. „Deshalb werden derzeit nur Termine angeboten, um vor allem Wartezeiten auszuschließen.“ Auch zu vermeintlich arbeitnehmerunfreundlichen Öffnungszeiten gibt es eine Antwort: Grundsätzlich sei die Verwaltung zentral mindestens täglich von 8 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr erreichbar. Zusätzlich sei der ZBS direkt in den genannten Zeiten erreichbar. Darüber hinaus könnten Anliegen per Mail kommuniziert werden.

Bürgerbüro in Mühlheim: Es wird bald mehr Personal geben

Diese Prozedere habe sich in den vergangenen Monaten bewährt, „was eine Ausweitung der direkten Erreichbarkeit derzeit nicht erforderlich macht“. Trotzdem werde aktuell ein weiterer Mitarbeiter eingearbeitet und eine zusätzliche Verwaltungskraft werde voraussichtlich nach Ostern zur Verfügung stehen.

Hier bekommen sie weitere Informationen:

Website: muehlheim.de

Telefon: 06108 601999

E-Mail: zbs@stadt-muehlheim.de.

Überhaupt sei die Auslastung nach wie vor hoch, Termine stünden nur bei Absage kurzfristig zur Verfügung. Darüber hinaus gebe es die Möglichkeit, auf dringliche Anliegen hinzuweisen. „So wurden alle Bürgerinnen und Bürger für Impfungen oder Urlaubsreisen rechtzeitig mit den notwendigen Dokumenten versorgt.“ Sollte sich eine verstärkte Nachfrage zeigen, werde man darauf reagieren und gegebenenfalls zusätzliche Termine anbieten. „Das dafür benötigte Personal steht in Kürze zur Verfügung“, versichert man im Rathaus. (Ronny Paul)

Es ist nicht das erste Mal, dass das Bürgerbüro in Mühlheim bei Offenbach in der Kritik steht.

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