Es stehen wieder Rodungen an

Amphibienparadies Steinbrüche

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Die Dietesheimer Steinbrüche gehören zu den wenigen Paradisen für die stark gefährdeten Tiere.

Mühlheim - Die Mission Wohnungsbau für die zu den stark gefährdeten Arten zählenden Gelbbauchunken in den Steinbrüchen geht in die zweite Runde. Um die Population langfristig zu stärken, bereiten ihnen Behörden den Lebensraum, den sie brauchen. Von Marcus Reinsch 

Auch gut: Das Land zahlt für das von Experten begleitete Projekt. Kein Grund zum Neidischwerden: Die Stadt schafft in den Dietesheimer Steinbrüchen zwar gerade komfortablen Wohnraum für Mühlheimer, die ganz bestimmt keine Miete zahlen können. Aber tauschen würde mit ihnen sowieso niemand. Gelbbauch-unken finden nunmal ganz andere Attribute an einem Domizil toll als Menschen.

Zum Glück wissen behördliche Naturschützer recht genau, was die nicht alleine in Hessen nur noch an wenigen Orten vorkommende und streng geschützte Amphibienart attraktiv findet. Kita- und Parkplätze gehören definitiv nicht dazu – möglichst vegetationslose Laichgewässer, die Abwesenheit von konkurrierenden Arten und Fressfeinden plus sehr viele Sonne dafür umso mehr. Denn nur durch die schnelle Erwärmung des Wassers ist eine zügige Entwicklung des Laichs und der Larven gesichert.

Warum die Gelbbauchunke ihren Namen trägt, zeigt sie in Rückenlage.

Das lässt sich, mit etwas Glück beim Wetter, von Zweibeinern bewerkstelligen. Angefangen hatte das Engagement der Stadt für die 2014 als „Lurche des Jahres“ geadelten Tiere mit dem schönen Fachnamen Bombina variegata vor zwei Jahren (wir berichteten). Damals waren Gelbbauchunken vor allem in den Uferbereichen schon mehrfach gesichtet worden. Es gab also auf etwa einem halben Hektar Gehölzrückschnitte, Rodungsarbeiten und am Vogelsberger See Bodenarbeiten zur Anlage neuer Laichtümpel. Nachdem sich diese Wasserburgen gut entwickelt haben, seien in diesem Monat und damit rechtzeitig vor Beginn der Brutzeit weitere Gehölzrodungsarbeiten im Gebiet geplant, um den Fortbestand der Art langfristig zu sichern, heißt es aus dem Mühlheimer Rathaus.

Steinbruch-Festival am Grünen See: Fotos 

Die Stadt arbeite dabei in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises und dem Regierungspräsidium Darmstadt zusammen. Dabei sind die Gelbbauchunken so selten, dass das Land für das von Biologen fachlich begleitete Projekt aus der Landeskasse bezahlt wird.

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