Angebot unter freiem Himmel

Richtfest für Kita „Die Wilden Waldzwerge“ in Lämmerspiel

Richtfest an der Sudetenstraße: Dort sollen im Oktober „Die wilden Waldzwerge“ an den Start gehen. Bürgermeister Daniel Tybussek (Zweiter von rechts) freut sich über die neue Kita in Lämmerspiel.
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Richtfest an der Sudetenstraße: Dort sollen im Oktober „Die wilden Waldzwerge“ an den Start gehen. Bürgermeister Daniel Tybussek (Zweiter von rechts) freut sich über die neue Kita in Lämmerspiel.

Matschküche, Naschecke und eine Fliegenpilzvilla kennzeichnen künftig das neue Lämmerspiel. Sudetenstraße 9a lautet die Adresse für „Die wilden Waldzwerge“, aber dort werden sie nur in aller Herrgottsfrühe und zur Mittagszeit anzutreffen sein. Das Gebäude gehört der Stadt, die Wohnbau saniert die Räume, „Die wilden Zwerge“ füllen sie mit neuem Leben: Der Verein von der Dietesheimer Straße feiert im Süden der Mühlenstadt Richtfest für ein Betreuungsangebot, das vorwiegend unter freiem Himmel zu Hause ist.

Mühlheim – Die „Feldhasen“ und die „Nachteulen“ werden morgens ab 7.30 Uhr im ehemaligen Seniorentreff eintrudeln. Dann gehen die bis zu 30 Kinder in den Wald, ihrem täglichen Aufenthaltsort. „Es gibt eine Standortzuteilung durch das Forstamt, Flurstücke, auf die sich die Gruppen zur Sicherheit beschränken sollen“, erläutert Beate Dogan. Die künftige Leiterin der Einrichtung stellte als weitere Möglichkeit für Aktivitäten einen Bauwagen am Spielplatz Waldpark vor.

Im Hinterhaus an der Sudetenstraße entstehen auf rund 130 Quadratmetern zwei Gruppenräume, ein Entspannungszimmer, ein Büro, sanitäre Anlage für Kinder und für die acht Fachkräfte, Koch und Hauswirtschafterin. Gewärmt wird die Anlage über eine Fußbodenheizung. Das eigens entwickelte Konzept umfasst auch die 400 Quadratmeter große Außenfläche. „Weniger ist mehr“, lautet auch dort das Motto, das weniger, aber gute Spielgeräte vorsieht. Auf dem rund- und wellenförmig gestalteten Gelände sollen die Mädchen und Jungen „in Fluss kommen“, die Natursteintreppe in eine kleine Waldbühne verwandeln. Ein Team vom Verein Zugpferd wird noch ein Hochbeet aufstellen. Die Nordseite wird frei bleiben, um mit Material und Ideen aus dem Forst geformt zu werden, erläutert Dogan.

„Wir können auch Kita“, lobt Ingo Kison die neu erworbenen Kompetenzen von Wohnbau und Immoservice, die bereits das für Geflüchtete erstellte Haus an der Schillerstraße auch für einen Kindergarten ertüchtigte. „Wir haben das Bauwerk komplett entkernt und einen Vorraum für die Garderobe angefügt“, erläutert der Wohnbau-Geschäftsführer. Die Abstimmung mit Architekt Lutz Seipel und den Handwerkern habe hervorragend funktioniert, die Kooperation mit vielen Ämtern und Behörden war eine Herausforderung, klappte aber auch optimal. Kison dankte dafür seinen Kollegen von den Fachbereichen in Rat- und Kreishaus.

„Das war mehr, als ein paar Platten legen und Farbe auftragen“, betont er und nennt die Anforderungen von Brand- und Schallschutz, Veterinär- und Gesundheitsamt. Vor allem aber lobte er die Zusammenarbeit mit den „wilden Zwergen“, die sich sehr interessiert und engagiert eingebracht haben. Seit fast 30 Jahren ergänzt die Gemeinschaft in der ehemaligen Post die Kinderbetreuung in der Stadt, holt Bürgermeister Daniel Tybussek aus. Jetzt nutze sie das Gebäude auf allen Etagen, „und das machen sie mit Bravour“.

Die „Zwerge“ müssen auch ein attraktiver Arbeitgeber sein, finden sie doch stets ausreichend Personal, das sich „mit Leidenschaft mit der Arbeit identifiziert“. Tybussek bewundert ferner „die Begeisterung für neue Aufgaben“. Die Kommune finanziert das Projekt mit 650 000 Euro. Architekt Seipel spricht Lob für die vorwiegend heimischen Firmen aus. Sie sorgen dafür, dass die „Waldzwerge“ bis Oktober an den Start gehen können. „Es ist eine Chance, Neues zu kreieren“, meint Dogan freudig. (Von Michael Prochnow)

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