Attraktivität verbessern

Diskussion um verkehrsberuhigten Bereich der Bahnhofstraße

Lücken suchen: Durch Außengastronomie und Autos entsteht im verkehrsberuhigten Bereich der Bahnhofstraße manch unübersichtliche Situation für Fußgänger.
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Lücken suchen: Durch Außengastronomie und Autos entsteht im verkehrsberuhigten Bereich der Bahnhofstraße manch unübersichtliche Situation für Fußgänger.

Mühlheim – Die Bahnhofstraße beschäftigt die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am heutigen Donnerstag, 18 Uhr, in der Willy-Brandt-Halle gleich in mehreren Punkten. Unter anderem geht es um den verkehrsberuhigten Bereich in der nördlichen Bahnhofstraße.

Dabei scheint grundsätzlich Einigkeit zwischen den Parlamentariern zu bestehen, dass sich an der Situation zwischen B43 und Mozartstraße etwas ändern muss. Über das wie, sind sich die Fraktionen indes aber noch nicht ganz im Klaren. Die Grünen etwa wollen den Magistrat beauftragen, ein Konzept zum Schutz der Fußgänger vor PKW und LKW im Abschnitt zwischen B43 und Mozartstraße vorzulegen.

Sie habe dort schon öfter prekäre Situationen beobachtet, berichtet Margit Früchtl-Staab. Eigentlich sollten Fußgänger in einem verkehrsberuhigten Bereich überall laufen können, doch die wüssten ob des Verkehrs oft gar nicht wo, sagt die Verkehrsexpertin der Grünen-Fraktion. Zwar sei der Zuwachs an Cafés erfreulich, gerade im Sommer werde die Bahnhofsstraße durch Tische und Stühle der Außengastronomie belebt. Doch dadurch werde auch der Gehwegbereich eingeschränkt. Hinzu kämen die Falschparker, die die Situation für Fußgänger noch verschärften, sagt Früchtl-Staab. Ihnen bleibe meist nur ein Ausweichen auf die Fahrbahn. Der Weg zu den Läden und Cafés sei mit einigen Gefahren verbunden und nur selten entspannt möglich. Vor allem für Kinder könne es „sehr gefährlich werden“. Von einem Konzept erhoffen sich die Grünen, die schwächsten, aber für das Wirtschaftsleben auf der Bahnhofstraße auch wichtigsten Verkehrsteilnehmer zu schützen und „damit die Attraktivität der Bahnhofstraße zu verbessern“.

Skeptisch zeigt sich Früchtl-Staab beim Vorschlag von SPD und CDU, die Verkehrssituation in der Bahnhofstraße etwa durch die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs zu verbessern. „Das wäre eine Verschlechterung der Situation“, da bei dieser Regelung Tempo 20 erlaubt wäre, meint sie.

SPD und CDU wollen für Klarheit sorgen

CDU-Fraktionschef Marius Schwabe erläutert die Idee der Großen Koalition: Bei einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich könne man andere Fahrbahnmarkierungen aufbringen und Parkplätze ausweisen, sagt Schwabe. Das sei aktuell nicht möglich. Man wolle die Autos und den Anlieferverkehr ein Stück weit lenken und den ruhenden Verkehr gestalten. „Fußgänger hätten dann einen fix definierten Bereich, in denen ihnen keiner in die Quere kommt.“ Er ist generell der Meinung, dass man die Situation an der Bahnhofstraße verbessern könnte. Sie sei nicht wirklich übersichtlich.

SPD und CDU haben das Bedürfnis, dort für Klarheit zu sorgen. Aktuell sehe er es als Herausforderung, ob der nicht klar gekennzeichneten Parkflächen, dass das Ordnungsamt eigentlich Verhalten sanktionieren müsste, was aufgrund der geltenden Regelung aber nicht sanktionierbar sei.

Grundsätzlich wolle man den Magistrat beauftragen, eine Übersicht über verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation vorzulegen, damit die Fraktionen unter den Positionen dann „für ein gutes Miteinander aller Beteiligten“ abwägen könnten. Schwabe deutet an, dass es zwischen den Fraktionen den Willen gibt, den Magistrat per gemeinsam verfassten Auftrag zu einer Untersuchung der Situation anzustoßen.

Von Ronny Paul

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