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Ruderverein nutzt Ex-Tanzclub, Restaurant wird zum „Riverside“

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Mühlheim - Bewohnern des nahen Franzosenviertels wird’s auf jeden Fall schmecken, weil die Begleiterscheinungen des Tanzclubs nicht zurückkehren. Und die Gäste selbst müssen sich auch keine Sorgen machen. Denn mit Gavriil Gkirtzimanis übernimmt ein schon erfahrener Pächter den gastronomischen Teil des Ruderclub-Domizils. Von Stefan Mangold 

In Bewegung ist der Mühlheimer Ruderverein (MRV) natürlich immer, was an Erfolgen quer durch alle Altersklassen abzulesen ist. Und ab dem morgigen Samstag kommen die Sportler auch zu Lande wieder vorwärts: Der Gastronomieteil in ihrem Domizil am Ende der Fährenstraße hat einen neuen Pächter; das Riverside eröffnet morgen. Die Flächen des einstigen Tanzclubs indes will der Verein jetzt selbst nutzen. Schon im November 2016 hatte die Disko geschlossen. MRV-Vorsitzender Stefan Mieth deutet da lieber nur an, dass die Trennung leicht dissonant verlaufen war und Anwälte und Gericht manchen Brief verschickten. Anderthalb Jahre lagen die Räume brach. „Wir nutzen die Fläche der ehemaligen Diskothek jetzt selbst“, erklärt Mieth. Zukünftig stehen dort für das Trockentraining Ergometer.

Einen neuen Pächter für die Gastronomie zu finden, ging auch nicht von heute auf morgen – was nicht an fehlenden Interessenten lag. Manche klopften an, die eine Shisha-Bar eröffnen wollten. Zu einem Verein, der einen konditionsintensiven Sport betreibt und Spitzenruderer hervorbringt, hätte es jedoch wenig gepasst, wenn es nebenan dampft. Abgesehen davon, dass Shisha-Bars nicht prinzipiell im Ruf stehen, nur die gewünschte honorige Klientel zu locken. Schließlich unterschrieb der Ruderverein einen Pachtvertrag mit Gavriil Girtzimanis, den alle Gabriel nennen.

Gavriil Gkirtzimanis führte früher zusammen mit seiner Schwester das Casa Latina an der Marktstraße. Morgen um 15 Uhr (Livemusik ab 18 Uhr) eröffnet der neue Pächter des Rudervereins am Ende der Fährenstraße das „Riverside“.

Manchen wird das Gefühl beschleichen, den schon zu kennen. Das hat seine Richtigkeit. Zum einen wuchs Gkirtzimanis in Mühlheim auf, zum anderen führte der 46-Jährige bis 2011 zusammen mit seiner Schwester Elena zehn Jahre das Casa Latina an der Marktstraße. „Wir hatten damals einen Koch, der sich speziell auf die mexikanische Küche verstand“, erklärt der Mann. Zum ersten Mal bediente Gkirtzimanis im Alter von 13 Jahren in einer Gastwirtschaft, „das war am Grünen See“. Heute sagt der Grieche von sich selbst, „die Gastronomie ist meine Leidenschaft“. Ohne die könne sich in dem Metier sowieso niemand halten. Was ihm an dem Geschäft besonders gefalle, sei die Vielseitigkeit, „du bist Kaufmann, Kellner, Koch und oft auch Psychologe. Du kennst manchen Kummer über Ehe, Kinder und Beruf.“

Fast jeder weiß aus eigener Erfahrung, wie nervenaufreibend sich ein ganz normaler Umzug gestaltet. Die Szenerie wirkt ein paar Tage vor der morgigen Eröffnung des „Riverside“ so ähnlich, wie wenn im neuen eigenen Haus die Kisten stehen. Nur bedrohlicher, weil gleich ein ganzer Schwung von Gästen erscheinen wird. „Alles ganz normal, alles läuft im Plan“, kommentiert der Mann das Gewusel.

Grillsoßen für Fleisch, Fisch und Gemüse

Das Riverside hat Gkirtzimanis als „Taverne und Cocktailbar“ konzipiert. Im Sommer lässt sich auch auf den Liegen am Main Caipirinha oder Mojito schlürfen. Die Küche präsentiert sich mediterran – Italien, Griechenland, Spanien: „Unser Koch versteht sich blendend auf Tapas.“ Durch eine Speisekarte so dick wie ein Brockhaus, muss sich niemand blättern, „das drückt nur die Qualität“. Während der Sommermonate gibt es keinen Ruhetag. Fisch und Fleisch brutzeln im Freien auf dem überdachten Holzofengrill. Aus dem Zapfhahn fließt Odenwälder Bier.

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