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Aussehen allein macht noch keinen Champion

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Erfolgreiches Paar: Zuchtwartin Petra Hain mit ihrem Dackel Picasso.
Erfolgreiches Paar: Zuchtwartin Petra Hain mit ihrem Dackel Picasso. © m

Falco ist schon ein toller Hecht. Zwei Schüsse peitschen über den Teich, Zeichen für den jungen Helden, eine Ente zu apportieren. Der Dackel ist nicht wasserscheu und bringt das gelb leuchtende Plastiktier seinem Frauchen, das am Ufer ihrem vierbeinigen Partner die Arme entgegenstreckt. Für Petra Hain ist der Sieg fast schon Routine, die Zuchtwartin des Deutschen Teckelklubs Offenbach-Mühlheim erringt mit ihren Tieren immer wieder Preise und Pokale.

Mühlheim – Auch ihr Picasso stammt aus dem Haus „von der Taunushöhe“, der Langhaardackel ist bereits mehrfach ausgezeichnet. Für ein Rendezvous mit dem Deckrüden, der nahezu alle Charakteristika der Rasse vorweisen kann, reisen Dackel-Damen aus verschiedenen Ecken Europas an. Picasso besticht mit seinem Haarkleid, schwärmt die Züchterin von ihrem Rauhaardackel.

„Die Augen sollen mandelförmig sein, der Rücken möglichst gerade wie auch die Beine.“ Das Ohr des Dackels muss nach den Vorgaben bis zur Nasenspitze reichen, und mehr als neun Kilo sollte der Kandidat nicht auf die Waage bringen, zählt Petra Hain auf. Doch es ist wie bei den Zweibeinern – Aussehen allein macht noch keinen Champion.

Erste Herausforderung ist die Begleithundeprüfung (BHP), das sie im Klub respektvoll „Dackel-Abi“ nennen. Schon die Welpen lernen die bekannten Befehle wie „Platz!“ und „Steh!“. Später sollen die Junghunde Slalom um andere Hunde, Herrchen und Frauchen laufen. Sie legen ihre Tiere ab, entfernten sich 40 Meter von ihnen, während die Vierbeiner regungslos sitzen bleiben müssen. Bei Agility, dem Breitensport für Mensch und Hund, sollen die Vierbeiner durch Reifen springen, über ein schmales Holz gehen, schräge Auf- und Abgänge bewältigen, über eine Wippe und ein Brett auf Rollen balancieren, über Hindernisse springen und durch einen Tunnel mit Kurve flitzen. Die Hundeführer rennen nebenher mit.

Die aktive Teckelfreundin aus dem unterfränkischen Elsenfeld ist zeitweise mit drei Hunden bei Wettbewerben gemeldet. In BHP 1 und 3 holte sie sich mit ihren Begleitern jüngst den Tagessieg, mit Falco gewann sie auch in der Schweißarbeit. Da geht’s nicht um Metallteile, die mit einer Flamme verbunden werden, sondern um eine Fährte, die mehrere Stunden vor dem Start gelegt wurde und aufgenommen werden soll.

Früher war es Brauch, dass Jagdgesellschaften den Spürsinn der Dackel nutzten. Die Racker mussten das Wild verfolgen, beim Auffinden Laut geben, unterrichtet die Hundeführerin. „So ein Dackel hat vor nichts Angst, der greift selbst einen Keiler an“, sagt sie. Heute setzen sie für die Fährtenarbeit kein lebendes Wild mehr ein, die Prüflinge folgen allein dem Geruch eines Stückes Fleisch, das durch die Wiese gezogen wurde. Und auch in dieser Disziplin waren die Schützlinge des Vorstandsmitglieds erfolgreich. In diesem Jahr möchte sie eine Vielseitigkeitsprüfung mit Gehorsamsübungen bestehen. (Michael Prochnow)

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