B43 in Mühlheim

Von blanker Wut bis zum Ruf nach einspuriger Schillerstraße

+
Die Einspurigkeit hat Mühlheim fest im Griff.

Mühlheim - Die Einspurigkeit hat Mühlheim fest im Griff. Für die nördliche Ortsdurchfahrt gilt das sowieso, seit dort letztes Wochenende die Vorbereitung des Praxistests begonnen hat. Der Wegfall einer Spur sorgt aber auch im Internet für Staus – auf Interpretationspfaden.

Eine knappe Woche nach dem faktischen Beginn der Einspurigkeit auf Mühlheims nördlicher Ortsdurchfahrt B43 malen nicht mehr alleine Menschen, die lieber heute als morgen die Zweispurigkeit zurück haben wollen, am Meinungsbild. In Internetnetzwerken rattern die Ansichten fast im Minutentakt herein. Mancher Schreiber erklärt den einjährigen Verkehrsversuch – dessen Einrichtung etwa mit Leitelementen und der Synchronisierung der Ampeln noch drei Wochen dauern wird – schon vor seinem offiziellen Beginn für gescheitert.

Eine Nutzerin beispielsweise erwartet Schlimmes: „Rechts und links wird geparkt. Die Müllabfuhr kommt. Die Feuerwehr will durch. Das wird noch ein Spaß werden“, heißt es in einem Beitrag. Und in einem anderen: „Wir haben gestern die Erfahrung machen dürfen, dass einer, der es noch nicht mitbekommen hat, mit knapp 90 an uns vorbeigerauscht ist auf der Fahrradspur. Verdammt gefährlich.“ Und „Kari Killstrøm“ ist „gespannt, wie lange das gut geht. Echter Müll ist die Verkehrsführung, jetzt rasen sie durch die Nebenstraßen, da sind Kindergärten und Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg.“ Darauf hat die Stadt bereits mit der Ankündigung von Verkehrskontrollen vor den Betreuungseinrichtungen reagiert.

Zu finden sind aber auch Aufrufe zur Geduld. Auf Facebook prophezeit „Mi Lena“: „Das wird sich wieder normalisieren. Es ist eine Testphase. Die braucht etwas Anlaufzeit. Gebt ihr eine Chance. Sie wurde ja nicht gemacht, um uns zu schikanieren.“ Nutzer „Frezzini Ottavio Silvio“ sieht in der ungewohnten Situation einen Vorteil: „Keine Rennstrecke mehr... Endlich ein paar Parkplätze mehr, um in den Läden einzukaufen.“ Er hoffe, „dass ein paar kleine Geschäfte die Möglichkeit haben, sich auf dieser Straße anzusiedeln.“ Wobei „Gerhard Müller“ anmerkt, dass „die neuen Parkplätze schon von den Anwohnern reserviert“ seien.

„Christian Basler“ war sehr skeptisch, ob die Einspurigkeit etwas bringt, findet aber „die Umsetzung bis jetzt gar nicht so schlecht. Kann meiner Meinung nach funktionieren.“ Für „Marc Bamberger“ nährt die Situation hingegen die Hoffnung, dass die spätere Entscheidung über Ausbau oder Beseitigung der schmalen Variante jene Menschen treffen werden, „die jetzt jeden Morgen früher aufstehen müssen, da sich der Berufsverkehr Richtung Offenbach bestimmt sehr darüber freuen wird“.

Bilder: Mühlentag in Mühlheim

„Matthias Hammer“ hält die Aufregung für „viel Wind um nichts. Wir gewöhnen uns daran und schlussendlich ist es eine Bereicherung. Eine zweispurige Rennstrecke durch den Ort ist eh sehr fragwürdig.“ Er plädiere sogar dafür, die Schillerstraße ebenfalls einspurig zu machen. Und „Alois Agi Reichenbach“ lenkt den Blick auf die Nachbarschaft: „Die Offenbacher und auch die Dietesheimer waren schon häufiger wegen Bauarbeiten etc. einspurig und es kam nie zu dem hier beschworenen Kollaps.“

Wie sehr das Thema aufregt, zeigt die Entwicklung der von einem Mühlheimer zum Wochenanfang gestarten Internet-Petition für die Rückkehr zur Zweispurigkeit. Bis gestern Abend hatten sie knapp 600 Menschen signiert. (mcr)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare