Stadt erläutert Platzierungen der beiden semistationären Radaranlagen

An besonders schutzwürdigen Orten

„Hier kommt doch kein Rollstuhlfahrer mehr vorbei“: Das schrieb uns ein Leser zu dem von ihm gemachten Foto.

Mühlheim – Die beiden mobilen Blitzer der Stadt sorgen immer wieder für Diskussionen, etwa an Stammtischen oder in den Sozialen Netzwerken. Die einen befürworten sie, die anderen mögen sie gelinde gesagt nicht. VON RONNY PAUL

Und da die sogenannten semistationären Radaranlagen – die Facebookler haben ihnen der Einfachheit halber die Namen „Marvin“ und „Kevin“ verpasst – die Standorte wechseln, kommt es hier und da zu Fragen der Bürger ob des gewählten Blitzerplatzes.

Jüngst hat uns ein Leser ein Foto von Marvin geschickt, der an der Dietesheimer Straße unweit der Willy-Brandt-Halle den Verkehr überwacht. Was besagten Leser allerdings irritiert hat, ist die Positionierung des mobilen Blitzers. „Hier kommt doch kein Rollstuhlfahrer mehr vorbei“, schreibt er. Und fragt gleich hinterher: „Müsste die Polizei da nicht ein Knöllchen verteilen oder sogar abschleppen?“

Laut der Stadt können Marvin und Kevin an 24 Standorten in Mühlheim, Dietesheim und Lämmerspiel aufgestellt werden. Die Genehmigung für den jeweiligen Standort erteilt die Hessische Polizeiakademie. Grundlage für die Festlegung von Messorten sei ein Erlass. „In aller Regel kommen die Punkte an ,besonders schutzwürdigen Örtlichkeiten oder Zonen’ zum Tragen. Das sind etwa Fußgängerüberwege, Bushaltestellen sowie Nahbereiche von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Seniorenwohnheimen“, erläutert die Stadt weiter.

An diesen Stellen werde durch verdeckte Vorabmessungen die Verkehrsdichte erfasst und festgestellt, ob und in welchem Umfang Geschwindigkeitsübertretungen stattfinden.

Im konkreten Fall der vergangene Woche aufgestellten Anlage an der Dietesheimer Straße, Einmündung Bürgerhaus, seien gleich mehrere Punkte zur Erhöhung der Verkehrssicherheit relevant: die unmittelbare Nähe zur Willy-Brandt-Halle und damit auch zur Stadtbücherei, die viel genutzte Fußgängerüberquerung sowie die ebenfalls in „kurzer Reichweite“ gelegene Fußgängerampel, die sowohl von Friedrich-Ebert-, als auch von Goetheschülern genutzt werde. Zudem würden an besagter Stelle bekanntermaßen häufiger zulässige Höchstgeschwindigkeiten nicht eingehalten. Auf die Frage, ob der Blitzer ordnungsgemäß platziert sei, gibt es die Antwort: Der gewählte Standort habe dem gesetzten Mindestmaß von wenigstens 80 Zentimeter verfügbarer Breite des Fußgängerweges entsprochen.

In Richtung unseres Lesers heißt es vonseiten der Stadt: „Zukünftig wird nach diesem hilfreichen Hinweis an diesem Platz verstärkt darauf geachtet, den Trailer noch näher an der seitlich angrenzenden Begrünung zu platzieren.“

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