Überwiegend mit Corona beschäftigt

Bilanz der Stadtpolizei in der Mühlheimer Innenstadt und im Naherholungsgebiet

Lebensgefährlich: Erster Stadtrat Dr. Alexander Krey regt an, mit Schockbildern auf großen Plakaten vor einem Sprung von der Canyon-Brücke zu warnen.
+
Lebensgefährlich: Erster Stadtrat Dr. Alexander Krey regt an, mit Schockbildern auf großen Plakaten vor einem Sprung von der Canyon-Brücke zu warnen.

Ob im Naherholungsgebiet oder in der Innenstadt: Die Ordnungspolizei achtet stets darauf, dass Bürger Regeln einhalten. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist deren Aufgabenlast noch einmal gestiegen. Nach Entlastung sieht es nicht aus. 83 gemeldete Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen, eine Sieben-Tage-Inzidenz von 276, Stand 6. Dezember. Das Coronavirus breitet sich auch in Mühlheim weiter aus. Bayern hat seine Regeln noch einmal verschärft, auch in Hessen könnte es bald so weit kommen.

Mühlheim – Diejenigen, die die Einhaltung der Regeln kontrollieren müssen, haben seit März alle Hände voll zu tun. „Derzeit ist die Ordnungspolizei zu einem überwiegenden Teil mit Corona-Maßnahmen und Amtshilfeersuchen des Gesundheitsamtes des Kreises beschäftigt“, heißt es vonseiten des Ersten Stadtrats und Ordnungsdezernenten Dr. Alexander Krey. Dabei seien neben der Überprüfung der Maskenpflicht auch Kontrollen wegen wiederholter Beschwerden in Supermärkten sowie bei Frisören und Barbieren ein Schwerpunkt gewesen. Im November hat das Ordnungsamt laut Krey bei 20 Kontrollen einen Verstoß an die Bußgeldstelle des Kreises übermittelt.

Auch in der Innenstadt ist die Ordnunspolizei unterwegs und kontrolliert die seit Anfang November nicht mehr nur auf dem donnerstäglichen Wochenmarkt geltende generelle Maskenpflicht in der Bahnhofstraße zwischen Offenbacher und Mozartstraße sowie auf dem Brückenmühlparkplatz.

„Aufgrund der hohen Infektionszahlen und den damit verbundenen, nun bereits über einen langen Zeitraum, stark erhöhten Inzidenzen ist diese Maßnahme nicht mehr verzichtbar“, so Krey. Wie berichtet, wurden zudem mehrfach aufgestellte Hinweisschilder mutwillig beschädigt und entfernt. Seit vergangener Woche weisen große Hohlkammerplakate in auffälliger Farbe auf die Maskenpflicht hin. Krey: „Sollten auch diese wieder entfernt oder beschädigt werden, denken wir über fest auf den Boden aufgebrachte Markierungen nach.“ Die neuen Schilder seien nach seinem Kenntnisstand kaum noch Gegenstand von Vandalismus, „was auch damit zusammenhängen kann, dass sie nun, dort wo es möglich ist, höher hängen“, vermutet der Erste Stadtrat.

Zunächst habe die Ordnungspolizei nach Einführung der generellen Maskenpflicht bei Verstößen nur mündlich auf die Pflicht hingewiesen, weil die Regel trotz Pressearbeit und Schildern nicht als allgemein bekannt vorausgesetzt werden konnte. Nun drohen laut Krey bei Verstößen Anhörungen im Bußgeldverfahren beziehungsweise Barverwarnungen.

Der Erste Stadtrat hat nun außerdem eine Bilanz der Kontrollen im Naherholungsgebiet vorgelegt. Dort habe man dieses Jahr deutlich häufiger kontrolliert und deshalb auch mehr Ordnungswidrigkeiten geahndet. Bei 68 Kontrollen in der Hauptsaison bis Ende September habe man sich zwei Schwerpunkte aufgeteilt. Einmal wurden die Feuerwehrzufahrten überprüft und zum anderen gingen die Ordnungspolizeibeamten ins Naherholungsgebiet an den Steinbrüchen. Insgesamt 57 Ordnungswidrigkeiten wurden verzeichnet. Davon wurde 41 Mal allein das Baden in den Seen geahndet. Weitere Vergehen waren das Führen von Hunde ohne Leine, Zelten, Grillen und Feuerstellen sowie das Mitführen von Gasflaschen.

188 Verkehrsverstöße wurden zudem zwischen Anfang Mai und Ende September registriert. Ein besonderer Schwerpunkt habe auf der Durchsetzung des coronabedingten Haltverbots auf den Parkplätzen rund ums Naherholungsgebiet gelegen, erläutert Krey und kündigt an, die Ordnungspolizei werde im kommenden Jahr den Kontrolldruck aufrechterhalten.

Auch regt der Erste Stadtrat eine mögliche Parkgebühr an. Damit könnte zum einen ein Unterhaltungsbeitrag Auswärtiger für das Naherholungsgebiet erwirtschaftet werden, da derzeit im Hauptteil die Mühlheimer die Lasten tragen. Zum anderen könnten Besucher, die weniger wegen der Natur kommen, abgehalten werden. Dies müsse aber genau geprüft und bedacht werden. Es darf kein Verdrängungsparkdruck in umliegenden Gebieten oder gar auf den Wiesen entstehen. Diesbezüglich sei eine enge Absprache und Abstimmung mit dem Arbeitskreis Naherholungsgebiet geplant.

Weiter ist die Canyon-Brücke ein Thema. Erst Anfang August führte wieder ein lebensgefährlicher Sprung eines 20-Jährigen zu einem Rettungseinssatz mit Hubschrauber. „Sprünge, vor allem wenn sie nicht zu Verletzungen führen und nicht angezeigt werden, bekommen wir aber auch nicht gemeldet, sodass es hier eine Dunkelziffer gibt“, sagt Krey der anregt, Hinweisschilder mit Verboten neu zu gestalten und an die aktuelle Satzung anzupassen. Der Erste Stadtrat kann sich gut vorstellen, dass auf den neuen Beklebungen der Schilder ein entsprechender Hinweis aufgebracht wird: „Verstöße können mit bis 1000 Euro Bußgeld geahndet werden.“ Ferner sei es denkbar, ähnlich wie auf Autobahnen mit Schockbildern auf großen Plakaten vor dem Sprung von der Brücke zu warnen. (Von Ronny Paul)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare