„Baustopp kostet Geld“

+
Auch im Donsenhard geht’s los. Die Grube für die Anlage ist bereits ausgehoben. Foto: Michael

Mühlheim - „Wenn ich dafür sorgen würde, dass es für das Projekt Biogas-Anlage einen Baustopp gibt, dann würde ich gegen die Beschlüsse meines Aufsichtsrates handeln. Und die Entscheidung des Aufsichtsrats der Energieservice Mühlheim in Sachen Biogas ist völlig klar und eindeutig.“ Von Heiko Wiegand

Lesen Sie außerdem:

„Bin für einen Baustopp“

Für Ralf Petzold ist die Sache klar. Er reagierte damit gestern auf Anfrage unserer Zeitung auf Forderungen des designierten Mühlheimer Bürgermeisters Daniel Tybussek. Er hatte im Interview mit uns einen Baustopp gefordert und will nun eine interfraktionelle Arbeitsgruppe ins Leben rufen, die sich mit allen Fakten rund um das 6,3-Millionen-Euro-Projekt auseinandersetzt. Erst danach soll es ihm zufolge eine wirklich endgültige Entscheidung über den Bau der Anlage geben. Petzold gab zudem zu bedenken, dass ein Baustopp - abhängig von seiner Länge - Geld kosten werde. Und: „Sollte es wirklich dazu kommen, dass das gesamte Projekt gekippt wird, kostet das mindestens eine Million Euro, unter anderem an Konventionalstrafen.“

Dabei handele es sich dann tatsächlich um Summen, für die der Steuerzahler aufkommen müsse. „Das ist bis jetzt nicht der Fall - bis auf die 100000 Euro, die das Land Hessen zuschießt.“ Die Fakten für das Gesamtprojekt, so der Geschäftsführer der federführenden Energieservice Mühlheim (ESM), lägen seit Monaten ausnahmslos und für alle Parteien einsehbar auf dem Tisch.

Noch einige Tage Geduld erfordert eine Baustelle an der B 43 in Richtung Hanau in Höhe Rathaus. Dort werden derzeit Rohre für das Biogas-Netz verlegt. Foto: Wiegand

Unterdessen schreiten die Arbeiten für das Projekt Biogas-Anlage voran. Am ehesten für die Bürger zu spüren ist dies auf der Bundesstraße 43 in Richtung Hanau, Höhe Rathaus. In diesem Bereich ist die Friedensstraße noch einige Tage gesperrt, weil zwischen Hallenbad und Rathaus derzeit eine Gasleitung sowie zwei acht Zentimeter dicke Wärmevor- und Rücklauf-Rohre verlegt werden. Auch im Donsenhard, dort, wo die eigentliche Biogas-Anlage gebaut wird, sind erste Fortschritte zu sehen. „Die Grube ist halb fertig. Die wird dann mit Kies verfüllt und darüber kommt Beton“, sagte der ESM-Geschäftsführer. Für die 2,5 Kilometer lange Gasleitung zwischen Donsenhard und Rathaus laufe aktuell die Ausschreibung. Auch das Blockheizkraftwerk sei bei einem Spezialunternehmen in Leipzig bestellt und werde voraussichtlich Mitte April in Mühlheim ankommen. Die gesamte Anlage soll bereits im Frühsommer nach einer Probephase in Betrieb genommen werden.

Petzold kam gestern nochmals auf sein Angebot zurück, interessierten Mühlheimer Bürgern „eine absolut baugleiche Anlage vorzuführen, die sich im Dauerbetrieb befindet“. Er hatte dieses Angebot bei der Bürgerversammlung zum Thema Biogas vor einigen Wochen im Rathaussitzungssaal gemacht.

„Genau solche Blockheizkraftwerke wie in Mühlheim gibt es nicht so oft in Deutschland, wir werden deshalb eine Fahrt nach Freiberg in Sachsen anbieten.“ Über nähere Einzelheiten will der ESM-Chef kurzfristig informieren.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare