Bonhoeffer-Gemeinde: In ruhigerem Fahrwasser

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Das Aus fürs Gemeindehaus Lämmerspiel scheint gut verkraftet, der neue Pfarrer lebt sich ein: Die Bonhoeffer-Gemeinde konzentriert sich wieder auf die Zukunft. Die Kirchenvorstandskandidaten stellten sich vor.

Mühlheim - Der nächste Kirchenvorstand dürfte das Gemeindeschiff durch ruhigere Fahrwasser lotsen als der amtierende. Die mussten einige markante Kursänderungen mittragen – der Lämmerspieler Hafen der Gemeinde wurde aufgegeben, die Kapitänin verließ die Brücke.

Zu einem Blick zurück und einem voraus, auf die Neuwahl des Kirchenvorstands am 25. April, lud die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde ein. Die Aufgabe der Dependance an der Schlesierstraße hat die Gemeinschaft gut verkraftet. Seit Herbst gibt es sonntags einen Fahrdienst von Lämmerspiel zum Gottesdienst im Zentrum an der Anton-Dey-Straße. Außer bei Schnee, berichteten Nutzer, werde das Angebot sehr gut angenommen, vor allem von Konfirmanden und älteren Damen.

Im Spätsommer zog der neue Pfarrer Patrick Smith mit seinem Mann in den Süden der Gemeinde. Für ein Resümee seiner ersten Pfarrstelle, meinte der 32-Jährige, sei es noch zu früh. Er sei bislang sehr mit dem Kennenlernen von Menschen und Strukturen beschäftigt. Ganz besonders zehre er von der „sehr guten ökumenischen Zusammenarbeit“ in der Stadt.

Harald Brehme, im Rat zuständig für den Haushaltsplan und Gebäude, berichtete von größeren Projekten, die vergangenes Jahr verwirklicht wurden. So ersetzte die Gemeinde ihre alte Küche, ließ Fenster und Türen streichen. Ein Kirchturm stehe weiter auf der Wunschliste, um ein Geläut zu haben. Das Projekt solle jedoch zunächst mit dem Dachverband, der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau, beraten werden. Pfarrer Smith blickte zurück auf ein Kochen zu Weihnachten „für Leute, die nicht wissen wohin“ - doch da gab’s offenbar keinen Bedarf. Demnächst soll ein Gitarrengrundkurs für alle Altersgruppen starten, ein Leiter werde noch gesucht.

Die Kinderbibelwoche laufe in der ersten Osterferienwoche, vom 30. März bis Gründonnerstag, 2. April, in Kooperation mit der Friedensgemeinde. Diesmal sollen alle drei Kirchenstandorte genutzt werden. Im Juni startet ein Gospel-Workshop mit Peter Marx. Das Gemeindefest soll im Juli steigen. In den Sommerferien könnte man grillen und über eine theologische Frage plaudern, regte der Seelsorger an. Die Ferienfreizeit führt 13- bis 17-Jährige vom 3. bis 15. August nach Spanien. 19 Jugendliche bereiten sich derzeit auf den Empfang des Sakraments vor.

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Die neu gewählten Mitglieder des Kirchenvostands konstituieren sich im September für sechs Jahre. Ein Dutzend Kandidaten soll gefunden werden, zehn werden direkt gewählt. Neun, die bereits auf der Kandidatenliste stehen, stellten sich und ihre Ideen vor. Einer möchte bei Kirchenfesten „im Hintergrund“ mitarbeiten, bei Veranstaltungen für Senioren und bei musikalischen Treffen. Ein anderer schilderte die „große Freude“ an der Mitarbeit, sie sei eine „bewusste Entscheidung für Gott“. Daneben soll ein Angebot für Kinder während der Gottesdienste geschaffen, auch die Jugendarbeit nach der Konfirmation wieder aktiviert werden. Kontakt zu älteren und kranken Christen sollen gepflegt werden. „Für eine lebendige Gemeinde sind wir dringend auf Kritik und Anregung angewiesen“, ermutigten KV-Mitglied Joachim Strauch und Pfarrer Smith. 

M.

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