Benefiz-Regatta

82 Boote rudern gegen Krebs

+
Auch Sozialminister Stefan Grüttner (3. von rechts) warb für die Veranstaltung.

Mühlheim - Der Mühlheimer Ruderverein ist am Sonntag, 29. September, Gastgeber der Benefiz-Regatta „Rudern gegen Krebs“. Von Michael Prochnow

Sie sitzen alle in einem Boot und ziehen an einem Strang - fast. Tatsächlich sind es 82 Boote und 656 Ruderblätter, an denen sie am Sonntag, 29. September, auf dem Main ziehen werden.

Allein 32 Teams stellen die Asklepios-Kliniken in Seligenstadt und Langen, die zusammen mit der Stiftung „Leben mit Krebs“ und dem Mühlheimer Ruderverein (MRV) zum „Rudern gegen Krebs“ aufrufen. Auch die Schirmherren, der Hessische Staatsminister Stefan Grüttner aus Offenbach und Landrat Oliver Quilling, trainieren bereits eifrig, wollen sich für die gute Sache mächtig in die Riemen legen.

Ab 10.15 Uhr starten am MRV-Clubheim an der Fähre Teams mit so wohlklingenden Namen wie Intensivstation, Gynäkologie, Psychiatrie und Bandscheibenvorfall, Grünschnabel, Wasserratten, Voices of Rejoice, Mühis Blitz und Laterne. Neben Quartetten aus den beiden Kliniken sind Gruppen aus dem Rathaus, von den Stadtwerken, Radclub Adler und vom Verein Frau-Mutter-Kind aus der Mühlenstadt dabei, Rotkreuzler aus Neu-Isenburg, Langen und Dietzenbach und Brandschützer der Hainstädter Wehr.

Auf die Vorläufe mit je vier Mannschaften folgen die Hoffnungsläufe, in denen sich die Dritten und Vierten aus der ersten Runde noch bewähren können. Ab 13.40 starten die Halbfinale und um 15.30 Uhr die Endläufe. Bewältigt werden muss eine Strecke über rund 350 Meter, erläuterte MRV-Vorsitzender Stefan Mieth bei der Vorstellung des Wettbewerbs. 120 Vereinsmitglieder engagieren sich für die Veranstaltung. Mieth und Marcel Subtil von der Förderung des Ehrenamts im Kreis Offenbach, der das Vorhaben ebenfalls intensiv unterstützt, rechnen mit 1500 bis 2000 Teilnehmern und Besuchern.

Seit 2005 sei die Benefiz-Regatta das Aushängeschild von „Leben mit Krebs“, informierte Stefan Grünewald-Fischer, Sprecher der Stiftung. Sie versteht sich als Partner von Erkrankten und steht ihnen mit Rat und Tat nach der klinischen Behandlung zur Seite. Seit dem ersten Startschuss in Mainz haben sich bei 46 Regatten etwa 9000 Sportler in 17 Städten ins Zeug gelegt. Sie stammen aus Firmen und Vereinen, Schulen und Abteilungen der Kliniken, die Krebskranke betreuen. Mühlheim ist der letzte von neun Standorten in diesem Jahr, fügt Grünewald-Fischer hinzu.

Jedes Team zahlt 250 Euro Startgebühr. Zusammen mit dem Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken sowie Spenden fließt sie in die Kasse der Organisation, die regelmäßige medizinisch begleitete Sportangebote ermöglicht. Auf diese Weise sollen die körperliche Leistungsfähigkeit der Patienten gesteigert, Nebenwirkungen vermindert und Wege aus der sozialen Isolation gefunden werden, führte Professor Ernst Hanisch auf.

Zur offiziellen Webseitedes Projekts „Rudern gegen Krebs“

Der Ärztliche Direktor der Asklepios-Klinik Langen unterstreicht die Bedeutung von Sport nach den Operationen und Therapien .„Körperliche Aktivität hat so viele positive Effekte“, sie stärke das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Grüttner wies darauf hin, dass die Zahl der an Krebs Erkrankten steige. 250 000 Personen seien in Hessen betroffen, davon 47 Prozent Männer. Mit dem „Sport zum Leben“ sollen auch das Selbstbewusstsein der onkologischen Patienten gestärkt, Lebensfreude und soziale Kontakte wieder gefunden werden. Zum Rahmenprogramm beim „Rudern gegen Krebs“ zählen Kinderspiele und eine Hüpfburg, Bull-Riding und ein Info-Stand, an dem das biologische Alter bestimmt wird. Dazu spielt die Band DADline.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare