Bürgerbeteiligung nächstes, Umbau übernächstes Jahr

Bürgerpark-Spielplatz: Konkurrenz der Projekte

Mühlheim - Der Spielplatz im Bürgerpark hat sich ein weiteres Mal als thematische Spielwiese für Volksvertreter bewiesen. Die Politik ist zwar einig, dass das große Freizeitareal modernisiert werden muss. Beim Wie und Wann werfen sich die Akteure aber gegenseitig Verschleppung vor. Nächstes Jahr soll es eine Bürgerbeteiligung zum 2020 umzusetzenden Umbau geben. Von Marcus Reinsch 

Das Dauerbrennerthema Bürgerpark-Spielplatz bleibt Mühlheim noch lange erhalten. Ein Antrag auf Beschleunigung fiel im Stadtparlament durch. Die von den Grünen gegen die SPD/CDU-Mehrheit unterstützten „Bürger für Mühlheim“ hatten Zeitplan und Konzept für den Umbau gefordert. Denn wenn die Modernisierung nicht umgehend beginne, werde sich das „schon seit langem versprochene Projekt mindestens um ein weiteres Jahr verzögern“, begründete Bürger-Fraktionschef Dr. Jürgen Ries seinen Vorstoß.

Gemessen an den Möglichkeiten der Stadtverwaltung war das gewissermaßen oppositionsuntypischer Optimismus. Denn faktisch werden die Mühlheimer sogar noch zwei Jahre warten müssen, bis sich im Bürgerpark etwas verändert. Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) widersprach dem Vorwurf, dass es keinen Zeitplan gebe. Für Anfang 2019 sei eine Bürgerbeteiligung für den Spielplatz-Umbau geplant und die Realisierung für 2020. Das sei beschlossene Sache.

Er habe – als er letzten Herbst nach einer Umverteilung der Aufgaben zwischen ihm und Erster Stadträtin Gudrun Monat (Grüne) die Zuständigkeit für solche Bauprojekte übernahm – „einen Zustand vorgefunden, der kein schnelles Handeln zuließ“. Zumal es auch Parlamentsbeschlüsse beispielsweise für die Einrichtung eines Generationenspielplatzes im Park gibt.

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Die Stadtverwaltung habe aber eben nur 2,25 Stellen etwa für die Planung von Spielplätzen, Park- und Gartenanlagen. Und diese Mitarbeiter seien erstmal mit anderen Notwendigkeiten wie dem Außengelände des gerade wachsenden Schulkinderhauses an der Markwaldschule ausgelastet. Aus solchen Zwängen resultiere auch der Zeitplan für den Bürgerpark, „wenn Sie das früher wollen, werden unsere Mitarbeiter aus laufenden Prozessen rausgezogen“.

Aus Oppositionsperspektive hätte es allerdings gar nicht soweit kommen müssen, dass die Planung von Projekten miteinander konkurriert. Denn bereits im Februar vergangenen Jahres, erinnerte Bernhard Feig (Grüne), hatte die Erste Stadträtin das 30.000 Euro teure Konzept einer externen Landschaftsplanerin für den Bürgerpark-Spielplatz vorgelegt. Das allerdings wurde nie umgesetzt. Bürgermeister und Große Koalition hätten es gestoppt, obwohl der Plan „bezahlt, mängelfrei abgenommen und umsetzbar“ gewesen sei, erinnerte Volker Westphal (Grüne).

Großer Knackpunkt in allen Planungsvarianten war immer der quer durch das Spiel-Areal verlaufende Weg. Diese Achse wird auch von schnellen Radlern genutzt und gilt als Sicherheitsrisiko für kleine Kinder, die ihn beim Wechseln der Spielgeräte überqueren. Diese damals formulierten Sicherheitsbedenken machte Gabi Schmunck (SPD) auch in der neuen Diskussion wieder geltend

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Gewollt ist seither, dass der Weg aus Kostengründen zwar vielleicht bestehen bleiben muss, alle Spielgeräte aber auf die Südseite des Weges versetzt werden, damit der Nachwuchs erst gar keinen Grund zum gefährlichen Seitenwechsel hat. Um alle Nutzungen wie Skateranlage, Basketballplatz, Fußballplatz und Boule-Bahn unter einen Hut zu bekommen, sei aber eben „eine erweiterte detaillierte Planung nötig“, sagte Tybussek. Plus besagte Bürgerbeteiligung und zuvor die „Bestandsaufnahme des gesamten Bürgerparks inklusive Grünflächen“.

Der Bürgerpark-Spielplatz hat eine lange Vorgeschichte. Erstmals öffentlich diskutiert wurde er, als die Stadt nach einer Frequenz-Analyse das Spielplatzgrundstück zwischen den nahen Händelstraßen-Blocks verkaufte und die Einnahmen für die Verbesserung der Spielareale auf dem Alten Festplatz am Rand der Altstadt und im Bürgerpark bunkerte. Der Festplatz ist schon lange fertig.

Rubriklistenbild: © dpa

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