Chorkonzert auf dem Wasserturm?

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Spannende Gespräche rund um die Planungen für „Ab in die Mitte“ - über 100 Mühlheimer kamen, um zu diskutieren und Vorschläge zu machen.

Mühlheim ‐ „Ab in die Mitte“ soll es gehen in diesem Sommer in Mühlheim. An der gleichnamigen Ausschreibung des hessischen Wirtschaftsministeriums beteiligt sich, wie berichtet, auch die Mühlenstadt. Von Michael Prochnow

Bürgermeister Bernd Müller präsentierte jetzt im gut besuchten Schanz erste Elemente eines Konzepts, mit dem „die Stadt noch liebenswerter gemacht werden“ soll, wie der Verwaltungschef betonte. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen jetzt Kompetenzteams gebildet und Ideen gesammelt werden - bis zum 10. Februar. Denn dann ist Abgabeschluss. Bis dahin muss eine Grobplanung stehen. Der Landeswettbewerb schreibt einen Veranstaltungsplan vor. Zwischen Juni und Oktober müssen mindestens sieben Aktionstage stattfinden. Und die sollen in Mühlheim unter dem Motto „Alles dreht sich“ zusammengebunden und der Bürgerschaft präsentiert werden.

Konkret angeknüpft wird an den Mühlentag. Die Feuerwehr will, wie berichtet, für Pfingstmontag, 24. Mai, eine Brücke über die Rodau schlagen, um die Mühle „näher an die Innenstadt zu rücken“. Zudem könnte auf Parkplatz oder Deich ein Bauernmarkt stattfinden, lautete ein Vorschlag aus dem Publikum.

Ein Chor könnte auf dem Wasserturm singen

Am Sonntag, 13. Juni, steigen zeitgleich mit der Kerb die Jubiläen und runden Geburtstage: 50 Jahre Hallenbad und 35 Jahre Kindertagesstätte mit einem Bürgerparkfest an der renaturierten Rodau. Auch „Public Viewing“ zur Fußball-WM ist bereits avisiert. Zudem: Beim „Sommer in der Stadt“ könnte es heißen, „Mühlheimer malen Mühlheim“ - und das auf 30 Metern Länge“.

„Wir erfinden das Rad nicht neu“, sagte der Dietesheimer Bäckermeister Hans-Peter Schwenger bei der Diskussion, bekannte sich derweil aber klar zum Einkauf mit dem Fahrrad und führte dafür auch fehlende Autoparkplätze an. Nächster Vorschlag: Ein Mann möchte das „Sonntagsradeln“ gerne mit Tipps, Treff, Werkstatt und Pannendienst verbinden. Oder in schmucke Hinterhöfe führen. Darüber hinaus soll beim nächsten Mieterfest auf die attraktive Infrastruktur der Stadt hingewiesen werden.

Marc Goss und Klaus Spahn vom Schanz wollen einen Beitrag zur „Kult-Tour“ leisten, erstmals eine Veranstaltungsreihe an drei Örtlichkeiten organisieren, die sonst nicht in erster Linie mit künstlerischem Tun in Zusammenhang gebracht werden. Beispiel: Ein Chor könnte auf dem Wasserturm singen, am Rodau-Delta könnte eine Jazz-Session steigen und eine Beach-Party für Stimmung sorgen. „Biogas, selbst gemacht“, lautet ein anderer Vorschlag, der Schulen gewinnen soll. Am künftigen Standort soll die Funktionsweise der Anlage vorgestellt werden.

„Jede Aktion muss sich selbst finanzieren“

Das „Drehbuch“ für die Aktion „Ab in die Mitte“ beinhaltet auch eine Dokumentation: Fotos und bewegte Bilder sollen auch für das Internet angefertigt werden. Die Stadt müsse bekannter werden, forderte der Rathauschef - vor allem überregional. Stadtmarketing müsse nachhaltig angelegt werden. „Mehr miteinander machen“, das schlug auch ein Team des Stadtleitbildes vor, berichtete Astrid Steidle.

„Jede der einzelnen Aktionen muss sich selbst finanzieren“, lautet eine weitere Vorgabe aus dem Rathaus. Die Veranstalter suchen noch Sponsoren.

Beim Landesprojekt „Ab in die Mitte“ können zehn teilnehmende Städte am Fördergeld von insgesamt 160 000 Euro partizipieren. „Zwischen 6 000 und 12 000 Euro sind für uns drin“, hofft der Rathauschef. Anlass für die Ausschreibung des Wettbewerbs vor zehn Jahren in Nordrhein-Westfalen war, dass die Innenstädte zu veröden drohten. Das Land Hessen hat ihn vor sechs Jahren übernommen. Etwa 80 Städte bewerben sich pro Jahr.

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