Zaubereien und Zeitreise

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Bei der Silvesterfete der Concordia-Chöre schwoften 100 Besucher ins neue Jahr, in dem unter anderem das 1000-jährige Bestehen Dietesheims gefeiert wird.

Mühlheim - Generationswechsel am Grünen See: Ein fast komplett neues Publikum besuchte die einzige verbliebene öffentlichen Feier des Jahreswechsels in der Mühlenstadt. Von Michael Prochnow

Die 100 Gäste der Silvesterfeier der Concordia-Chöre stießen dabei nicht einfach nur auf irgendein neues Jahr an – es ist das 140. des Gesangvereins und das 1000. Dietesheims. Das große Jubiläum fand seinen Auftakt inmitten der Stätte, die einst den Basaltköppen ihren Namen gab, in der ehemaligen Kantine der Steinbrüche. Der Speiseplan hat sich im Vergleich zum Mittagstisch der Arbeiter mit Pickel und Schaufel indes verändert: Mit frischem Rapunzel mit geröstetem Kartoffel-Speck und einer Apfel-Senf-Vinaigrette begann der Schmaus. Dann begann die Qual der Wahl. Entweder „Scaloppina Gorgonzola“, zarte Scheiben vom Schweinerücken mit Gorgonzolasauce, Rosmarinkartoffeln und Zucchinigemüse oder „Rythm & Chicken“. Darunter verbarg sich ein gebackenes Hähnchenfbrustfilet in Whiskey-Sahne-Sauce mit Polenta und Alabama-Bohnen. Das schmeckte bereits William Christopher Handy, dem Vater des Blues, lernten die Gourmets. Die „Scaloppina“ war das Leibgericht des Opernsängers Enrico Caruso.

Mit der Filter-Kaffeecreme mit Schlaghaube erinnerte das Team der Dietesheimer Schenke an die Erfinderin des Kaffeefilters, Melitta Bentz. Auch neben dem Drei-Gänge-Menü verbreitete der Abend viel Flair. Corinna Wolf hatte die historischen Dietesheim-Fotos mit Zylindern und einer Uhr umgeben. Das Duo „Flaaschworscht“, Hans Kunz und Wolfgang Neunert, lockte die Besucher mit Oldies und Schlagern auf die Tanzfläche, die diesmal rasch gefüllt war. Concordia-Vorsitzender Josef Zepezauer wertete es als Indiz für die gute Stimmung, die bald den Raum erfüllte. Die Tenöre Herbert Schmitt und Udo Bernhardt aus den Concordia-Reihen starteten ebenfalls eine Zeitreise, schwärmten, „Dich gibt’s nur einmal“ und meinten ganz offensichtlich ihr geliebtes Dietesheim.

Dass es auch ein zauberhafter Ort ist, unterstrich der prominente Magier Gutelli aus Hainburg. Er zog in einer 45-minütigen, hochklassigen Schau das Publikum in seinen Bann. Seine Ehefrau zählt zum Projektchor des vergangenen Jahres, der einen großen Teil der Besucher stellte. Rechtzeitig vor Mitternacht wurde der 1000-Jahre-Sekt zum Anstoßen aufs neue Jahr kredenzt.Die Sangesfreunde bewiesen selbst als Pyrotechniker ein glückliches Händchen und begrüßten das doppelte Jubiläumsjahr mit einem prächtigen Feuerwerk. Das werde am 16. Juni mit einem gemeinsamen Konzert aller Musik machenden Vereine fortgesetzt, kündigte Zepezauer an. Dietesheim singt – vom Kindergarten bis zum Kirchenchor! Im Oktober folgen das Jubiläumskonzert in der Friedenskirche und das Weinlaubenfest rund ums Vereinsheim.

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