Das „EdVino“ soll erhalten bleiben

Neue Eigentümer des Waitz-Areals stellen ihre Ideen vor

Gegenwart und Zukunft? Die Grafik (rechts) zeigt einen Entwurf des Frankfurter Architekten Michael Landes, wie er sich den Platz vor dem „EdVino“ an der Bischof-Ketteler-Straße, das nach den Plänen der neuen Eigentümer erhalten bleiben soll, vorstellt.
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Gegenwart und Zukunft? Die Grafik zeigt einen Entwurf des Frankfurter Architekten Michael Landes, wie er sich den Platz vor dem „EdVino“ an der Bischof-Ketteler-Straße, das nach den Plänen der neuen Eigentümer erhalten bleiben soll, vorstellt.

Seitdem Steffen Waitz Anfang April angekündigt hat, das über die Grenzen Lämmerspiels bekannte Landhaus-Hotel zum 31. Oktober dieses Jahres zu schließen und das fast 10 000 Quadratmeter große Grundstück zu verkaufen, kursieren Gerüchte, wird spekuliert und teils dramatisiert.

Mühlheim – Die politischen Lager haben sich positioniert, einige Anwohner ebenfalls. Kurzum: Das Thema genießt höchste Aufmerksamkeit. Der neue Eigentümer hat gestern Abend auf Einladung des Magistrats in der Willy-Brandt-Halle seine Pläne den Bürgern vorgestellt (Bericht folgt). Auf Anfrage haben die Geschäftsführer von „Die Wohnkompanie Rhein-Main GmbH“ aus Frankfurt, Iris Dilger und Sven Ehnert, vorab über ihr Vorhaben im Ortskern Lämmerspiels gesprochen.

Als ihr das Grundstück angeboten wurde, sei ihr Lämmerspiel noch kein Begriff gewesen, sagt Iris Dilger. Daraufhin sei sie mit ihrem Mann von Frankfurt aus in Mühlheims Süden geradelt. Ihr erster Eindruck: „Ein wunderschönes Grundstück in einer tollen Lage.“ Sie habe sich direkt in das Ambiente verliebt. Ähnlich war der erste Gedanke bei Sven Ehnert. Besonders das ortsbildprägende „EdVino“ habe ihm gefallen. Die Frankfurter Wohnkompanie, die Projekte wie das Goethequartier in Offenbach oder den Oststern im Frankfurter Ostend verwirklicht hat, bot mit und bekam letztendlich den Zuschlag für das Waitz-Gelände. Den Kaufpreis verraten die Geschäftsführer natürlich nicht. Dafür versichern sie, das EdVino und die Toranlage auf jeden Fall erhalten zu wollen. Im EdVino etwa stellen sie sich weiterhin Gastronomie vor.

Beruhigte Zone nur für Fußgänger und Radfahrer

Als Architekten hat die seit 2014 bestehende und zur Zech Group gehörende Wohnkompanie den Frankfurter Architekten Michael Landes gewonnen. Der hat nach den Vorgaben des von der Stadtverordnetenversammlung in der letzten Sitzung vor der Sommerpause verabschiedeten Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan erste Entwürfe angefertigt, die Dilger und Ehnert präsentieren. „In den Entwürfen steckt viel Arbeit drin,“ betont die Geschäftsführerin und betont: Der Bezug zum Ort sei das Wichtigste. Der Baukörper neben dem EdVino ist auf den Skizzen zurückversetzt, sodass das markante Gebäude sichtbarer werde und ein kleiner Platz entstehe. Neben dem EdVino sind auf weiteren Skizzen zehn Baukörper über das Grundstück zwischen Bischof-Ketteler- und Dietrich-Bonhoeffer-Straße verteilt. Alle unterschiedlich positioniert, sodass sich „abwechslungsreiche Blickbeziehungen“ ergeben, erläutert Ehnert. Zwischen den Wohnkörpern soll eine beruhigte Zone nur für Fußgänger und Radfahrer entstehen, ein Quartiersplatz. Geplant sind zehn einzelne Stadtvillen beziehungsweise Mehrfamilienhäuser mit zwei bis vier Vollgeschossen zuzüglich Staffelgeschoss. Eine Tiefgarage für einen Teil der Häuser sowie oberirdische Parkmöglichkeiten sind angedacht. Dazu begrünte Dächer. Ob das nun Miet- oder Eigentumswohnungen werden, wie viel Quadratmeter die Wohnungen haben oder in etwa wie viele Menschen dort mal einziehen, können die Geschäftsführer der Wohnkompanie in diesem frühen Stadium noch nicht sagen. Auch eine Zielgruppenanalyse stehe noch aus.

Bürgermeister Daniel Tybussek: „Die Wohnkompanie ist sich der Verantwortung für das Areal bewusst“

Denn bevor die Pläne konkreter werden, sind Stadtverordnetenversammlung und Verwaltung gefragt. Kommende Woche stellen Dilger und Ehnert ihre Ideen im Bauausschuss vor. Ein Entwurf für einen Bebauungsplan soll dem Parlament voraussichtlich im November vorliegen, kündigt Bürgermeister Daniel Tybussek an, der auch darauf verweist, dass man noch ganz am Anfang eines Prozesses stehe. „Konkreter wird’s im Entwurf.“ Findet dieser eine parlamentarische Mehrheit, haben Träger öffentlicher Belange und Bürger die Möglichkeit, Anregungen und Bedenken kundzutun. Diese werde man berücksichtigen und abwägen, versichert der Rathauschef. Steht anschließend ein vom Parlament verabschiedeter Bebauungsplan, kann’s in Lämmerspiels Ortskern losgehen. Man wolle zeitnah starten, sagt Dilger, „sobald die baurechtlichen Fragen geklärt sind“.

„Die Wohnkompanie ist sich der Verantwortung für das Areal bewusst“, ist Tybussek überzeugt und zeigt sich auch froh, dass das Gelände nicht lange brach liege. Ebenso verweist er auf die frühe Bürgerbeteiligung und Transparenz in dem Prozess . „Das Verfahren gab’s so noch nicht.“ (Ronny Paul)

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