Kappenträger begrüßen befreundete Fastnachter im Pfarrheim St. Sebastian

„Diddesemer sinn’ immer die Gude’“

Schunkeln in die fünfte Jahreszeit: Die Dietesheimer Kappenträger bringen sich zum Start der neuen Kampagne in Schwung.
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Schunkeln in die fünfte Jahreszeit: Die Dietesheimer Kappenträger bringen sich zum Start der neuen Kampagne in Schwung.

„Es ist soweit, es beginnt der Karnevalsredner große Zeit“, stellt Uwe Seyfert fest. Als neuer Sprecher der zwei Dutzend Dietesheimer Kappenträger der Kolpingsfamilie muss er sich freilich auch in der Bütt’ bewähren. „Also setzte ich mich mit ’ner Zeitung an den Tisch und suchte nach einem Thema, möglichst spannend, wichtig und frisch.“

Mühlheim – Aber auch dem Träger der ersten Narrenkappe fehlt die Übung, wie er er beim Kampagnenstart im Foyer des Pfarrheims St. Sebastian gestand. „Ich schrieb dann auf, Wort für Wort, Satz für Satz, doch auf meinem Papier war noch immer sehr viel Platz“, berichtet er Gardemädchen und närrischen Gästen. „Ich suchte Reime und Witze, trieb die Formulierung auf die Spitze, bastelte Strophen, spielte mit Worten und versuchte, die Inhalte vernünftig zu horten.“ Nur, „so richtig wollte es mir nicht gelingen, eine gelungene Rede zu Papier zu bringen“.

Seyfert widmet sich also lieber seines neuen Amts und heißt die bunt berockten Besucher befreundeter Gemeinschaften willkommen, Fastnachter von LCV und MKV, KaKaM, Sonnau und Dalles Cowboys sowie von den Elf Babbschern aus Obertshausen. „Wir bestimmen jetzt, dass es nach zehn Sekunden 11.11 Uhr ist und dann die Diddesemer Fasenacht beginnt.“

So soll es sein. Ein einzigartiger Aufstieg ist dem Kameraden Bernd Müller gelungen, vom einstigen Bürgermeister zum Pressewart der Kappenträger. „Was für mich die höchsten Ehren sin’, weil ich ja Müllemer und gar kein Dietesheimer bin“, gesteht der Jurist. „Der Pfarrer sacht, ich sollt’ mich net schäme’, das wäre hier Teil der Ökumene.“ Und, ganz wichtig: „Die Diddesemer sin’ immer die Gude’“.

Die Müllemer, „auch die Gude" und Gerechde", bleibe" immer die Müllemer Schlächte, und dene" Lämmerspieler zum Verdrusse, sin" und bleibe" se die Russe"“, weiß der Mann, „das wär" halt Brauchtumspflege“.

Das „Gendern“ müsse man für Dietesheim „noch erfinne"“, dann gibt"s auch „Basaltköppinne"“. Der neue Sprecher mit „Lämmerspieler“ aus der „Zapfhenne“, Roller für „jeden Depp mit der App“, spricht über künftige Koalitionäre, ungeimpfte Fußballer. Bald nehmen ihm die Gäste das Reimwort im Chor vorweg. Auch Pfarrer Willi Gerd Kost will „heute Abend mal schwänzen wegen der Inzidenzen. Aber „es kann nicht sein, dass das Virus wieder Fassenacht versaut – wir treffen uns erst recht, coronakonform mit Regel 5G und negativem Humortest: Wir schaffen das!“ (Michael Prochnow)

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